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Bonn - Handel: Stadt subventioniert Einkaufsgutscheine

Wirtschaftsförderung für die City : Stadt Bonn subventioniert Einkaufsgutscheine

Die Stadt will Handel, Gastronomie und Dienstleister unterstützen. Von einem 10-Prozent-Zuschuss für Handelsgutscheine erhoffen sich Politik und Gewerbegemeinschaften Impulse für die Innenstädte. Fördermittel sind auch für Veranstaltungen vorgesehen.

Die Stadt will mit insgesamt 300.000 Euro den Handel, die Gastronomie und Dienstleister in den Bonner Innenstädten nach den schweren Zeiten pandemiebedingter Schließungen unterstützen und der Wirtschaft damit auf die Beine helfen. Die Hälfte des Geldes soll in einen zehnprozentigen Zuschuss für Gutscheine fließen. Der Verein Citymarketing, die Gewerbegemeinschaft Bonner Innenstadthändler, plant dafür den Aufbau eines Gutscheinsystems über ein Onlineportal, wie die Vorsitzende Karina Kröber sagte, die sich über die Zustimmung des Stadtrats in der Sache „riesig“ freute.

Über die Internetseite soll ab dem 1. August jeder, der möchte, einen digitalen Gutschein käuflich erwerben können. Beim Kauf eines solchen Gutscheins würde die Kundin oder der Kunde beispielsweise 50 Euro zahlen, aber einen 55-Euro-Gutschein erhalten. Die Differenz wird mit Geld aus der Stadtkasse beglichen. Wie die Wirtschaftsförderung ausführt, werde es eine Deckelung geben. Jede Person könnte einen Gutschein im Wert zwischen fünf und höchstens 50 Euro erwerben.

Gewerbe hofft auf mehr Frequenz in Bonner Innenstädten

Sollten Bürger die Förderung voll ausschöpfen und entsprechend konsumieren, könnten die an der Aktion teilnehmenden Händler, die nicht Mitglied der Gewerbegemeinschaften sein, aber einen Sitz in Bonn haben müssen, einen Umsatz von insgesamt 1,5 Millionen Euro erwirtschaften. Den Antrag an die Verwaltung hatten die vier für die Stadtbezirke zuständigen Gewerbegemeinschaften gestellt. Sie hoffen auf mehr Frequenz in den Innenstädten. Andere deutsche Städte wie Troisdorf oder Münster haben mit ähnlichen Modellen bereits positive Erfahrungen gemacht.

Das Ratsbündnis aus Grünen, SPD, Linken und Volt hat einige Vorgaben zur ursprünglichen Beschlussvorlage gemacht, überwiegend gegen die Stimmen der Opposition. So soll der städtische Zuschuss von zehn Prozent nur in den ersten drei Monaten nach dem 1. August, also bis Ende Oktober fließen. Linke-Fraktionschef Michael Faber begründete dies mit dem „erhofften schnellen Nachfrageimpuls. Wir wollen keine Subventionierung ohne zeitliche Begrenzung“. Werner Hümmrich von der FDP hielt dagegen eine Ausweitung wenigstens bis Weihnachten für sinnvoll. Die Begrenzung ist auch für Kröber ein Wermutstropfen, „weil wir nicht absehen können, ob die Leute nach dem Urlaub so schnell bereit sind, Gutscheine zu kaufen.“ Die Gutscheine werden allerdings nach Vorgabe des Gesetzgebers drei Jahre gültig sein.

Die zweite Maßgabe des Bündnisses, dass sicherzustellen ist, dass die bezuschussten Gutscheine letztlich auch eingelöst worden sein müssen, hält Kröber dagegen für „selbstverständlich“. Weitere 150.000 Euro sind für Kampagnen und Veranstaltungen gedacht. Als mögliche Investition aus diesem Fonds führt die Wirtschaftsförderung auch Begrünungen in den Innenstädten oder das Schaffen von mehr Sitzbänken auf. Aus dem Topf soll der Stadtbezirk Bonn mit der größten Innenstadt 40 Prozent erhalten und die übrigen Bezirke jeweils 20 Prozent. Für Kröber drängt in gewisser Weise die Zeit. Da die Gutscheinaktion bereits in einem Monat beginnen soll, muss das Marketing in den kommenden Wochen anlaufen.

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