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Bonn: Historische Parks laden zum Spazieren ein

Historische Gärten in Bonn : Diese Parkanlagen laden zum Spaziergang ein

Einen der schönsten und traditionsreichsten Botanischen Gärten Deutschlands findet man in Bonn. Oder man wandelt in einem der im 19. Jahrhundert entstandenen Landschaftsparks. In Bonn lässt sich historische Gartenkunst tagelang auf Spazierwegen erkunden.

Spazierengehen liegt 2020 im Trend. Neben Wandern am Rhein bieten sich dafür zahlreiche historische Parkanlagen in Bonn an.

Botanische Gärten der Universität Bonn

Aus einem alten Renaissancegarten hervorgegangen, nennt die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität einen der schönsten und traditionsreichsten Botanischen Gärten Deutschlands ihr eigen. Rund 11.000 Pflanzenarten werden auf zwölf Hektar kultiviert. An der Stelle des heutigen Botanischen Gartens am Poppelsdorfer Schloss stand einst eine mittelalterliche Wasserburg. Um 1650 umgab das Schloss noch ein prachtvoller Renaissancegarten mit Orangerien. Die spätere barocke Gartenanlage entstand um 1720. Mit der Gründung der Universität 1818 wurde der Park in einen wissenschaftlichen Garten umgestaltet. Samstags ist der Garten geschlossen, im Winterhalbjahr ist der Park am Wochenende geschlossen. Im Sommer nur an Samstagen. Sonntags und an Feiertagen kostet der Besuch einen Euro Eintritt.

  • Öffnungszeiten: montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr
  • An den Weihnachtstagen und Neujahr sind die Botanischen Gärten geschlossen.
  • Mehr auf www.botgart.uni-bonn.de.

Baumschulwäldchen

Das Baumschulwäldchen am Wittelsbacherring ist Teil der kurfürstlichen Gesamtanlage in Bonn. Ursprünglich lag es auf freiem Feld vor der Stadtmauer Bonns. Auf dem Areal wurden Bäume für die kurfürstlichen Gärten und Alleen gezogen. Mit dem ausgehenden 18. Jahrhundert wurde die Fläche im Zusammenhang mit den Stadterweiterungen umgebaut. Erhalten blieb nur ein kleiner Park mit geschlängelten Wegen und einer großen Wiese. Am Rande des Wäldchens steht das ehemalige Gärtnerhaus der kurfürstlichen Baumschule. Das Gebäude wurde Mitte des 18. Jahrhunderts gebaut und wird heute von Künstlern genutzt. Zwei Denkmäler erinnern an die im Ersten und im Zweiten Weltkrieg gefallenen Bonner Soldaten.

Hofgarten- und Stadtgarten

Nach 1779 erhielt der Hofgarten zum Alten Zoll hin einen Gartenraum. Er war im englischen Stil weitläufig angelegt und ist mit exotischen Bäumen gestaltet. An diesen Bereich schließt sich der Stadtgarten an, der, ganz nah am Rhein gelegen, heute ein sehr beliebter Biergarten ist. Im Sommer finden - ganz stilecht und sehr beliebt - im Musikpavillon Konzerte statt. Nach umfangreichen Arbeiten wurde der Stadtgarten im Sommer 2020 wieder eröffnet. Nun führt eine große Treppe mit Doppelschiebespur für Kinderwagen und Fahrräder runter zum Rheinufer. In einem zweiten Bauabschnitt soll eine Promenade vom Sto­ckentor zum Alten Zoll hergestellt werden.

Das Baumschulwäldchen im Frühling. Foto: Nicolas Ottersbach

Redoutenpark

Gemeinsam mit dem Stadtpark bildet der Redoutenpark das grüne Zentrum von Bad Godesberg. Der Bau des Parks wurde 1820 begonnen. Gartenmeister Konrad Wilhelm Nelle schuf 1856 für den damaligen Besitzer der Redoute, Viktor Wendelstadt, den heutigen Garten im englischen Stil. Das rund sechseinhalb Hektar große Gelände wurde mit wertvollen Bäumen aus verschiedenen Ländern gestaltet. Wie bei den kurfürstlichen Gartenanlagen in Bonn wurde auch beim Bau des Redoutenparks das Siebengebirgspanorama in das Konzept einbezogen. Der Redoutenpark geht in den Stadtpark über.

Drachensteinpark

Der zwei Hektar kleine Drachensteinpark zwischen Mainzer- und Nibelungenstraße in Mehlem bietet sich für eine Auszeit an. Im 19. Jahrhundert wurde der Landschaftsgarten rund um die schlossartige Villa Drachenstein angelegt. Der namensgebende Drachenfels liegt als Blickfang direkt auf der gegenüberliegenden Rheinseite. Der Park ist Teil des ehemaligen Parkgeländes der Villa Drachenstein und geteilt: Der obere, größere Bereich liegt zwischen der Mainzer Straße und der Nibelungenstraße. Eine große Wiese, die von einem geschwungenen Weg unterbrochen wird, prägt die Anlage. Inmitten der Wiese stehen prachtvolle exotische und einheimische Bäume, die teilweise noch aus der Entstehungszeit des Gartens stammen. Unter einer weiteren Baumgruppe stehen acht Fragmente ionischer Säulen.

Park Haus Carstanjen

Der Park ist nach der Familie Carstanjen benannt, deren Mausoleum sich am Ende des ehemaligen Gartens befindet. Heute ist die gotische Villa Sitz verschiedener UN-Organisationen. Der Park wurde um das Jahr 1824 von Sybille Mertens angelegt. Sie besaß die Villa, die sie 1824 von ihrem Vater, dem Kölner Bankier Abraham Schaaffhausen, geerbt hatte, vor der Familie Carstanjen. Der weitläufige Garten erstreckt sich zwischen Martin-Luther-King-Straße und Rheinufer. Eine große Wiese sowie alte Bäume prägen das Bild. Besucher müssen die Sicherheitsschleuse der UN passieren. Man hat auch von außen gute Sicht und kann einen Besuch mit einem Rundgang durch die Amerikanische Siedlung verbinden oder einen Abstecher zum Wildgehege am ehemaligen Wasserwerk machen.

Weitere Parks

Sehenswert ist auch der fünf Hektar große Landschaftspark der Villa Hammerschmidt. Die Anlage, die zum Bonner Amtssitz des Bundespräsidenten gehört, wurde 1878 durch den Hamburger Gartendirektor F.J.C. Jürgen angelegt. Er ist alle zwei Jahre zum Tag der offenen Türe geöffnet. Einige Bonner setzten sich 2018 für häufigere Öffnungen ein.

Ernst-Moritz-Arndt-Park

Der Außenbereich des Ernst-Moritz-Arndt-Hauses ist in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig; viele Pflanzen sind abgestorben. Für eine Rundumerneuerung der Außenanlage und der Stützmauer zum Rheinufer und zur Zweiten Fährgasse hin ist Geld im Haushalt 2021/22 eingeplant.

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