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Bonn Kaiserpassage: Mehr Leben in der Innenstadt

Belebung der Bonner Innenstadt : So soll mehr Leben in die Kaiserpassage kommen

Karina Kröber von City-Marketing schlägt Nutzung leerstehender Ladenlokale durch die Stadtverwaltung vor. Die Zürich-Versicherung als Eigentümer signalisiert, offen für Ideen zu sein.

Wenn Karina Kröber die Kaiserpassage betritt, gerät sie ins Schwärmen. Lichtdurchflutet sind die mit Glas überdachten Gänge. Alles wirkt sauber und elegant. An der der Decke hängen imposante Lüsterleuchten. Eigentlich müssten sich Geschäftsleute, die ein solches Ambiente schätzen, um die Ladenlokale reißen, findet das Vorstandsmitglied des Vereins City-Marketing. Doch stattdessen herrscht in der Passage seit Langem großer Leerstand. Doch Kröber hat eine Idee, wie die Passage wieder mit mehr Leben gefüllt werden könnte: „Die Bonner Stadtverwaltung ist doch stets auf Raumsuche. Sie könnte mit publikumsintensiven Abteilungen in die Kaiserpassage einziehen.“

Zurzeit locken jedenfalls nur noch wenige Läden, wie unter anderem ein Kinderschuh-Laden sowie ein Schuh- und Accessoiresgeschäft, eine exklusive Modeboutique oder der DM-Drogeriemarkt Kundschaft in die Passage. Ein großer Teil des Gebäudes – insbesondere in den oberen Etagen – ist an Arztpraxen vermietet. Allerdings tut sich etwas in dem ehemaligen Restaurant Roses. Dort wird zurzeit kräftig umgebaut; in wenigen Wochen will dort das Café Extrablatt seine Tore öffnen.

Kröber findet aber nicht nur die Kaiserpassage, die 1978 der Bonner Investor Bernd Domscheit zwischen Martinsplatz, Wesselstraße und Kaiserplatz errichtet hatte und die sich heute im Besitz der Zürich-Versicherungsgruppe befindet, architektonisch gelungen. Sie schätzt auch den südlich an die Passage grenzenden Kaiserplatz mit Brunnen und Außengastronomie sehr. „Schade, dass man dort im Winter keine Eisbahn errichten kann“, bedauert Kröber. Sie hat aber durchaus Verständnis unter anderem für die Sorgen der Kreuzkirche, die damals, als die Eisbahn auf dem Kaiserplatz zur Diskussion stand, zu viel Lärm befürchtete.Im Jahr 2000 war die Kaiserpassage für rund acht Millionen Euro nach den Plänen des Bonner Architekten Karl-Heinz Schommer erweitert worden. Damals waren Teile der alten Stadtmauer freigelegt worden, die man im Innern der Passage nach wie vor hinter Glas bewundern kann. Auch der frühere Saal des Hansakinos war in Büroflächen umgewandelt worden. Insgesamt verfügt die Kaiserpassage über 15 000 Quadratmeter Laden- und Bürofläche. „Die Stadt Bonn könnte ja einige Büros vorsorglich zum Beispiel für Bereiche des Bürgeramts anmieten“, schlägt Kröber mit Blick auf die Diskussion um die Sanierung oder den Abriss und Neubau des Stadthauses vor. Die Verwaltungstürme am Berliner Platz waren ebenfalls 1978 eingeweiht worden, sind aber anders als die gleichalte Kaiserpassage ziemlich marode. Auf den Vorschlag von Kröber angesprochen, teilte Stadtsprecherin Monika Hörig am Freitag mit: „Der Wunsch, die Kaiserpassage zu beleben, ist aus Sicht des Einzelhandels nachvollziehbar. Wenn dabei an Dienststellen der Stadtverwaltung gedacht wird, kann sich das nur auf publikumsintensive Bereiche beziehen.“ Die Verwaltung prüfe laufend – je nach Notwendigkeit der Nutzungen –, wie die optimale Unterbringung der einzelnen Dienststellen organisiert werden könne. „Neben der Wirtschaftlichkeit spielt bei diesen Überlegungen auch eine Rolle, dass die Verwaltung versucht, einer kleinteiligen Unterbringung von Verwaltungseinheiten entgegenzuwirken, da dies logistische Probleme mit sich bringt“, erklärte Hörig. Derzeit sei die reine Verwaltung bereits in fast 70 Gebäuden aufgeteilt.

Von der Zürich-Pressestelle hieß es zum Vorschlag Kröbers: „Zürich ist grundsätzlich offen für Gespräche mit neuen Mietern“.