Vorträge, Coachings, Jobangebote 4000 Besucher erleben den Bonner Karrieretag im Telekom Dome

Update | Bonn · Zahlreiche Menschen tummelten sich am Donnerstag auf dem Bonner Karrieretag in der Halle des Telekom Dome. Neben der Möglichkeit, Unternehmen kennen zu lernen, gab es auch Tipps für die perfekte Bewerbungsmappe.

Beim Karrieretag präsentieren sich Arbeitgeber im Telekom Dome den Besuchern.

Beim Karrieretag präsentieren sich Arbeitgeber im Telekom Dome den Besuchern.

Foto: Benjamin Westhoff

Die Buslinie 608 vom Bonner Hauptbahnhof hinauf zum Hardtberg war am Donnerstagmorgen gefüllt, als stünde ein wichtiges Spiel der Telekom Baskets bevor. Statt Korbleger, Rebounds und Freiwürfe im Telekom Dome zu bewundern, zog es die knapp 50 Fahrgäste, die sich am Basketsring aus dem dichten Gedränge des Busses hinausschälten jedoch aus einem anderen Grund in die heiligen Hallen des Bonner Basketballclubs. Beim 14. Bonner Karrieretag, den der General-Anzeiger in Kooperation mit der Eventfirma karrieretag.org ausrichtete, bot sich Interessierten die Gelegenheit, mit Unternehmen aus der Region zusammen zu kommen und sich über wichtige Themen rund um Karriere und Beruf zu informieren.

Fast 100 regionale und überregionale Aussteller hatten ihre Stände im Foyer und auf dem Umlauf des Telekom Domes aufgebaut, um sich den Besuchern zu präsentieren. Der morgendliche Ansturm zur Eröffnung war dabei so groß, dass die Besucher nur in kleinen Gruppen, nach und nach in das Innere der Halle eingelassen werden konnten und sich vor dem Dome eine Schlange bildete. Neben der in großer Zahl vertretenden Schar von Schülern und Studenten bot die Messe auch viele Angebote für Berufstätige, die noch einmal einen neuen Berufsweg einschlagen wollen oder auch in höherem Alter ihre Karriere in Schwung bringen wollen.

„Es ist eine total bunt gemischte Gruppe, die sich heute schon bei uns am Stand gemeldet hat“, erzählt Karin Kröder, Sachgebietsleiterin für den Bereich Personalentwicklung, Aus- und Weiterbildung im Rhein-Sieg-Kreis. Viele Menschen hätten bereits konkrete Fragen und Vorstellungen. Vor allem die Möglichkeit eines Quereinstiegs habe viele der Besucher am Stand interessiert. Anderen habe sie erst einmal erklären müssen, was der Rhein-Sieg-Kreis eigentlich ist und was dieser alles umfasst. „Die meisten sind überrascht, wie vielseitig wir als Kreisverwaltung sind, was der öffentliche Dienst alles zu bieten hat und welche Berufe unter unserem Dach Platz haben“, schildert Kröder. „Auf dem Flyer steht, dass Sie Stellen in 80 verschiedenen Berufsfeldern anbieten“, sagt ein Mann, der an den Stand herantritt. Kröder nickt. „Spielt da auch psychologische Arbeit eine Rolle?“, fragt er weiter. „Na klar“, antwortet die Sachgebietsleiterin und befindet sich damit direkt im nächsten Gespräch.

Welche Fehler auf dem Lebenslauf vermeidbar sind

Wenige Meter neben ihrem Stand führt eine Treppe hinauf zum Vortragssaal. Bis 17 Uhr geben die Redner und Rednerinnen hier im 45-Minuten-Takt Hinweise und Tipps beim Thema Jobsuche, der richtigen Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch oder sprechen zum beruflichen Neustart im Alter. Wer es direkter mag, kann sich im Eins-zu-Eins-Gespräch von Experten in Sachen Bewerbungsgespräch, Business-Knigge oder Berufsorientierung beraten lassen. Tobias Remmen vom Kölner Personalberater Jungwild etwa, schaut sich die Lebensläufe der Besucher genauer an und erklärt, welche unnötigen Schnitzer man auf jeden Fall vermeiden sollte.

Unprofessionelle Fotos, eine durcheinandergeworfene Chronologie und fehlende Unterpunkte bei den einzelnen Stationen des Lebenslaufs oder das Vergessen der Kontaktdaten gehören zu den größten Fehlern, die immer wieder vorkommen, sagt der junge Personalberater. Sein Tipp für einen guten Lebenslauf neben den korrekten Grundlagen: „Ich sollte vor allem darauf schauen, welche Punkte eine besondere Relevanz für den Beruf besitzen, für den ich mich bewerbe.“ Eine Bewerbung im Marketingbereich könnte entsprechend bunter, mit kreativerem Design ausgestaltet sein und sollte unter anderem kreative Aspekte einer Person hervorheben. Eine Bewerbung für eine Bank falle branchenspezifisch in der Regel etwas gediegener und konservativer aus, mit klassischer Struktur und schlichtem Design.

Schulunterricht auf der Karrieremesse

Alles hilfreiche Tipps, finden auch die Lehrerinnen und Lehrer des Duisdorfer Berufskollegs, die direkt mit einem ganzen Team und einer großen Gruppe von Schülern zum Karrieretag gekommen sind. „Es ist eine super Gelegenheit für unsere Schüler, hier Berufe kennenzulernen“, sagt Judith Winkler, Koordinatorin der Studien- und Berufsorientierung am Kolleg, an dem Berufsorientierung sogar als eigenes Fach Einzug in den Unterricht gehalten hat. „Es ist hier heute einfach Schule an einem anderen Ort“, so Winkler.

Damit die Schüler nicht nur die zahlreichen Goodies von Nagellack und Pflegelippenstiften bis hin zu Süßwaren oder den klassischen Kugelschreibern einsacken und wieder verschwinden, haben die Lehrer ihren Schülern Aufgaben mit an die Hand gegeben. So sollen einige Schüler sich etwa Vorträge anhören und zusammenfassen und müssen diese später im Unterricht vorstellen, andere haben die Aufgabe erhalten, auf der Messe Berufe kennenzulernen, von denen sie vorher noch nie etwas gehört haben. „Ich hätte vor heute zum Beispiel nicht gewusst, dass die Bundeswehr ein eigenes Unternehmen alleine für den Fuhrpark oder die Kleidung hat“, sagt Winkler. Für solche Erfahrungen und den Blick über den Tellerrand sei der Besuch auf dem Karrieretag eine tolle Gelegenheit.

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