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Bonn: Kommentar zu Seniorenheimen

Kommentar zum Seniorenheim in Ippendorf : Pflege in Not

Es wird Zeit, dass Ippendorf ein neues Seniorenheim bekommt. Nach neuestem Standard soll dies dann nur Einzelzimmer haben. Das könnte ein Problem werden, meint GA-Redakteurin Lisa Inhoffen.

Höchste Eisenbahn, dass die Stadt Bonn ihre Planungen für den Bau eines neuen Seniorenheims in Ippendorf verwirklicht. Schließlich bleiben bis zum Ablauf der Frist, die der Gesetzgeber den Heimträgern sinnvoller Weise noch eingeräumt hat, nur noch drei Jahre. Bis dahin müssen alle Wohn- und Pflegeheime den neuen Standards entsprechen. Die wichtigste Änderung ist sicher, dass in Bestandsbauten mindestens 80 Prozent und in Neubauten 100 Prozent der Zimmer Einzelzimmer sein müssen. Damit soll dem absolut nachvollziehbaren Wunsch von dauerhaft stationär untergebrachten Pflegebedürftigen nach einer geschützten Privat- und Intimsphäre Rechnung getragen werden.

Die Kehrseite: Wenn sich – wie Experten prognostizieren – die Zahl pflegebedürftiger Personen in den nächsten 30 Jahren verdoppelt, aber gleichzeitig durch den Abbau von Doppelzimmern die Zahl der Heimplätze weiter reduziert wird, dann wird die Suche nach einem freien Heimplatz noch schwieriger, als sie es ohnehin schon ist. Und wer (wie die meisten) ohnehin zu Hause gepflegt wird und nur hin und wieder in einem Heim einen Kurzzeitpflegeplatz benötigt, guckt in Bonn mittlerweile oftmals in die Röhre. Denn der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass auch in der Bundesstadt viele Heime inzwischen gar keine Kurzzeitpflegeplätze mehr anbieten, um das Pflegeangebot wenigstens für die Dauerbewohner aufrecht erhalten zu können.

Übrigens: Die Umsetzung der Idee, auf dem Standort des heutigen Seniorenheims Haus Elisabeth in Ippendorf alternative Wohn- und Pflegeplätze zur Heimunterbringung zu errichten, sollte die Stadt mit Blick auf den demografischen Wandel nicht auf die lange Bank schieben.