Absichtserklärung von Stadt und Erzbistum Liebfrauenschule bleibt als Schulstandort in Bonn erhalten

Bonn · Die Liebfrauenschule in Bonn soll als Schulstandort erhalten bleiben - das haben Stadt und Erzbistum Köln in einer Absichtserklärung nun festgelegt. Die „schulische Nutzung“ solle dann schrittweise an die Stadt übergehen.

Mehrfach haben Angehörige der Liebfrauenschule in den vergangenen Wochen gegen die Schließung protestiert.

Mehrfach haben Angehörige der Liebfrauenschule in den vergangenen Wochen gegen die Schließung protestiert.

Foto: Benjamin Westhoff

Die Stadt Bonn und das Erzbistum Köln haben in einer Absichtserklärung vereinbart, dass die Liebfrauenschule (LFS) in der Südstadt als Schulstandort erhalten bleiben soll – auch wenn das Erzbistum die Trägerschaft abgibt. Das teilten die Beteiligten am Mittwoch mit. „Für die Zeit, ab der die Schule keine neuen Eingangsklassen mehr bildet, soll die schulische Nutzung schrittweise und aufwachsend auf die Stadt übergehen“, erklärte die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.

Zunächst könnten die frei werdenden Räume etwa durch das benachbarte städtische Clara-Schumann-Gymnasium genutzt werden. Wenn das Erzbistum die Trägerschaft aufgibt, will die Kommune dann nach eigenen Angaben die Liegenschaft für eine städtische Schulnutzung übernehmen.

Wie die Stadt weiter mitteilt, hatte das Erzbistum die Absichtserklärung angeregt. Oberbürgermeisterin Katja Dörner habe diese bereits digital unterschrieben und begrüße das Anliegen des Erzbistums, „allen Schülerinnen, einschließlich der im Sommer 2023 neu dazu kommenden Mädchen, das Abitur an der LFS zu ermöglichen.“ Außerdem sollten die Nutzung des Areals der Liebfrauenschule und damit auch die Gymnasialplätze „nachhaltig“ erhalten bleiben.

Das Erzbistum hatte im Frühjahr angekündigt, den Betrieb der Mädchenschule bis 2029 auslaufen zu lassen und deshalb ab dem Schuljahr 2024/2025 keine neuen Eingangsklassen mehr aufzunehmen. Die Schulgemeinschaft wehrte sich dagegen seitdem und beschloss kürzlich auf einer Versammlung, selbst nach einem neuen, privaten Träger zu suchen.

Bonner OB: Kompromissbereitschaft nötig

Laut der Stadt sind nach der Absichtserklärung noch viele Fragen offen, die im offenen Dialog mit Leitungen, Eltern und Lehrpersonal der Liebfrauenschule sowie des Clara-Schumann-Gymnasiums geklärt werden sollen. Das werde Kompromissbereitschaft erfordern, erklärte Dörner.

„Eine langsame aber zugleich stetig aufsteigende Nutzung“ durch das Clara-Schumann-Gymnasium sichere einen belebten Schulstandort an der LFS, teilte das Erzbistum in einer Presseerklärung mit. „Vor allem freue ich mich, dass wir unseren Schülerinnen, unseren Lehrerinnen und Lehrern vor den Ferien eine klare Perspektive aufzeigen“, so Amtsleiter Frank Hüppelshäuser.

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