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Bonn: Lieferservice mit Lastenfahrrad gestartet

Neuer Lieferservice : Bonner Handel setzt auf das Lastenfahrrad

Ein neuer Service ist in Bonn gestartet: Kunden können sich in der Stadt gekaufte Ware nach Hause liefern lassen – schnell und umweltfreundlich. Das Projekt soll nach und nach auf andere Stadtteile ausgebaut werden.

Für Grünen-Politikerin Dörner in jeder Hinsicht eine Win-win-Situation, wie sie sagt. „Da schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe“, lobte sie Vassiliou, „denn das ist nicht nur ein sehr serviceorientiertes, sondern auch nachhaltiges Angebot“.

Die Modalitäten: Das E-Lastenrad steht allen Innenstadthändlern zur Verfügung. Hat der Kunde eine Ware bei einem Händler gekauft, so kann dieser anbieten, die Ware per Rad nach Hause liefern zu lassen. Zu Beginn werden Waren im Radius von drei Kilometern Luftlinie geliefert. Pro Lieferung zahlt der Geschäftsbetreiber an den EHV 3,90 Euro. Seine Sache ist es, ob er sie dem Kunden auf die Rechnung schlägt oder nicht, erläutert Vassiliou. Mit im Boot oder vielmehr auf dem Rad sitzen studentische Hilfskräfte der Agentur Studitemps. Sie werden von den Händlern per App verständigt, holen das Rad aus der neuen Garage an der Rabinstraße, fahren zum Händler und liefern die Ware aus.

„Wir hoffen, dass sowohl die Geschäfte der Bonner Innenstadt als auch die Verbraucher von diesem Dienst regen Gebrauch machen“, sagt Vassiliou. Damit leiste der EHV auch einen großen Beitrag zum Umweltschutz. „Wir sind darauf angewiesen, dass Verbraucher und Händler über die Umweltbelastung nicht nur reden, sondern durch den Gebrauch des Lieferservices selbst einen Beitrag leisten.“

Das Rad zur Verfügung gestellt hat der Sankt Augustiner Fahrradhändler Peter Feld, seit Kurzem Mitglied im Vorstand des EHV. Sollte das Projekt gut laufen, wolle der Verband weitere E-Lastenräder anschaffen und das Angebot auf die ganze Stadt ausweiten. Finanziert werden sollen sie unter anderem mit Fördergeldern zur Abfederung der Corona-Folgen. „Wir werden das Projekt nach und nach ausbauen, so später auch in Bad Godesberg, Beuel und in Duisdorf. In einem weiteren Schritt soll diese Dienstleistung in 20 weiteren Städten des Rhein-Sieg-Kreises und in Euskirchen angeboten werden.“

Getrübt wurde die Freude über das neue Angebot für Vassiliou durch die Nachricht, dass das Oberverwaltungsgericht Münster dem Eilantrag der Gewerkschaft Verdi gegen die NRW-Verordnung stattgegeben hat, nach der die Landesregierung im Advent verkaufsoffene Sonntage erlauben wollte. „Ich bin maßlos enttäuscht“, sagte Vasssiliou dem GA. Die Gewerkschaft solle daran denken, dass der Einzelhandel Arbeitgeber vieler ihrer Mitglieder sei. „Verdi hat den Ernst der Stunde nicht verstanden“, so Vassiliou.