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Bonn: OB Katja Dörner für zentrales Feuerwerk

Virtuelle Fragestunde : Dörner für zentrales Feuerwerk zu Silvester in Bonn

OB Katja Dörner hatte für Mittwochabend zu einer digitalen Fragestunde eingeladen. Viele Fragen der Bürger drehten sich um die geplante Verkehrswende in Bonn. Es ging aber auch um ein generelles Böllerverbot oder um den Ausbau des Tausendfüßlers.

Bürgersprechstunde à la Corona: Zum zweiten Mal hat Oberbürgermeisterin Katja Dörner für Mittwochabend zu ihrer digitalen Sprechstunde „Frag die OB“ ins Alte Rathaus eingeladen. Fast 70 Bürgerinnen und Bürger kommen zur Spitzenzeit – natürlich nur virtuell – ins Dienstzimmer Dörners, wo es sich die OB mit einer Interviewpartnerin vor dem Kamin gemütlich gemacht hat.

Es ist ein bunter Strauß an Fragen, den die Bürger über YouTube der Oberbürgermeisterin in der 45-minütigen Sprechstunde schriftlich stellen dürfen. Eine Auswahl dieser Fragen gibt die etwas ungelenk wirkende Interviewerin an die OB weiter. Sie reichen von den Plänen für eine autofreie Innenstadt bis zur Frage, ob nach der Pandemie das Böllerverbot wie zu Silvester in Bonn bestehen bleiben soll. Die Antwort dazu vorneweg: Nein, denn dazu hat die Stadt Dörner zufolge ohne triftigen Grund keine Handhabe.

Man merkt Dörner an: In ihrem Sinne war das Böllerverbot zum Jahreswechsel schon, zumal die Knallerei stets eine Qual für Tiere ist und dabei auch sehr viel Feinstaub produziert wird. „Ich hatte viel positives Feedback von Bonnerinnen und Bonnern“, sagt sie und betont, sie könne sich vorstellen, mit der Stadtgesellschaft darüber zu reden, ob man sich ein zentrales, schönes Feuerwerk in der Stadt vorstellen könne und stattdessen auf das Böllern im eigenen Garten verzichtet.

Interessante Neuigkeiten hat Dörner zur Frage nach den Planungen für den in Bonn umstrittenen Neubau des Tausendfüßlers, der mit den Seitenstreifen nach den aktuellen Plänen des Landesbetriebs Straßen NRW achtspurig werden soll. Der Stadtrat hat sich in seiner Stellungnahme innerhalb des Planfeststellungsverfahrens dagegen ausgesprochen. Die Stadt Bonn plädiert stattdessen für den Ausbau auf vier Spuren mit Seitenstreifen, die gegebenenfalls für den Verkehr freigegeben werden dürfen. Auch soll die A565 in diesem Abschnitt als Stadtautobahn klassifiziert werden mit der Folge, dass die Spuren schmaler werden und der Flächenverbrauch damit geringer ausfällt. Dörner: „Ich bin gerade dabei, einen Termin mit Andreas Scheuer (Bundesverkehrsminister, Anm. d. Red.) zu finden. Ich hoffe sehr, dass wir da noch etwas bewegen können.“

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Viele Fragen drehen sich um die Vorhaben, die die neue Ratsmehrheit aus Grünen, SPD, Linken und Volt in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten hat. Dazu zählt die Kappung des Cityrings, wie sie bereits im vorigen Jahr in Höhe der Maximilianstraße ausprobiert und dann vom damaligen Rat wieder aufgehoben worden war. Dörner räumt ein, auch sie habe in der Phase der Sperrung zeitweise nicht gewusst, in welche Richtung man dort überhaupt noch fahren dürfe. Das solle durch eine eindeutige Beschilderung und den zeitnahen Umbau des Busbahnhofs in Zukunft besser werden.

Was hat Katja Dörner lieber: Bäume oder Wohnungen? Diese Frage beantwortet die Oberbürgermeisterin wie aus der Pistole geschossen: „beides“. Sie sehe es als zentrale Aufgabe der Stadt, Klimaschutz und genügend bezahlbaren Wohnraum „in einen guten Einklang“ zu bringen. Und da sind die 45 Minuten auch schon vorüber. „Das ist ja wirklich wie im Fluge vergangen“, sagt Dörner und lacht. Die Sprechstunde wird fortgesetzt.