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Bonn: Pfarrer Pistorius als Superintendent eingeführt

Feier auf dem "Xtra-Platz" : Pfarrer Pistorius als Bonner Superintendent eingeführt

Pfarrer Dietmar Pistorius ist schon seit einem halben Jahr der Bonner Superintendent, am Samstag wurde er nun standesgemäß ins Amt eingeführt. Seine Predigt hatte er unter das Motto „Suchet der Stadt Bestes“ gestellt.

Die offizielle Einführung des neuen Superintendenten der Bonner Protestanten war überfällig: Immerhin ist Dietmar Pistorius schon seit einem halben Jahr im Amt. Aber dem ursprünglichen Termin Mitte März machte der Corona-Lockdown einen Strich durch die Rechnung. Am Samstag wurde dieses Ereignis mit einem Gottesdienst auf dem „Xtra-Platz“ vor der Kreuzkirche nachgeholt.

Pistorius wurde von Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, eingeführt, der mahnte: Die Kirche habe heute einen schwierigeren Stand. Man müsse „in veränderter gesellschaftlicher Situation anders Kirche sein“.
Die Gläubigen müssten zusammenhalten, mahnte Pistorius in seiner Predigt. Die Stadt sei ihr Ort des Glaubens, und der werde besonders gebraucht für eine Kirche, „der man ja in den letzten Monaten so gerne die Systemrelevanz abgesprochen hat“.

Seine Predigt hatte er unter das Motto „Suchet der Stadt Bestes“ gestellt, denn dieser Appell „bringt Kirche und Stadt, Gemeinde und Gesellschaft zusammen“. Dafür müsse man sich dem Unbekannten öffnen, Berührungsängste abbauen und dürfe nicht zurückblicken. Man müsse im Hier und Jetzt gemeinsam leben. „Darum: Seid Zeitgenossen!“

Pistorius ist 55 Jahre alt, kommt aus Trier und hat Theologie in Wuppertal und Heidelberg studiert, außerdem Kulturmanagement an der Fernuniversität Hagen. Nach Stationen in Heidelberg wurde er Hilfsprediger an der Bonner Lutherkirche. Seit 2000 ist er Pfarrer an der Johanneskirche, der evangelischen Stadtkirche in Troisdorf im Kirchenkreis An Sieg und Rhein. Pistorius arbeitet nebenberuflich als systemischer Supervisor und Coach und ist seit 2016 zertifizierter Mediator.

Foto: Stefan Knopp

Mit der Musikerin Anne Kordes-Pistorius hat er vier Kinder. Im November 2019 wählte ihn die Kreissynode nach bundesweiter Ausschreibung zum ersten hauptamtlichen Superintendenten im Evangelischen Kirchenkreis Bonn. Er folgt Eckart Wüster nach, der Anfang des Jahres nach 20 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Auf dem Platz vor der Kreuzkirche hatten sich viele Gläubige versammelt, natürlich mit Anmeldung. Der „Xtra-Platz“ dient als Ort für Kulturveranstaltungen, unter anderem spielte die Band Druckluft dort und am Samstagabend präsentierten Steve Crawford & Sabrina Palm Scottish Folk. Das kommt gut an. Kristina Jacobi von der Kreuzkirchengemeinde freute sich, dass der eingezäunte Platz etwas mehr Aufmerksamkeit auf die Kreuzkirche lenkt. „Ohne Zaun wäre es natürlich hübscher.“ Aber für die Einhaltung von Sicherheitsabständen und Coronaauflagen sei das notwendig. „Es ist ein guter Versuch, mehr Leute an Veranstaltungen teilhaben zu lassen“, meinte sie.

„In der Kirche ist das ja sehr beschränkt.“
Karl Wilhelm Starcke lobte die Idee, die den Besuch von Gottesdiensten und Veranstaltungen erleichtere. „Ich bin froh, dass man wieder an so etwas teilhaben kann“, sagte er. „Und ich wünschte mir, dass so innovative Vorschläge öfters umgesetzt würden.“