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Bonn - Polizei - Brennpunkt: Hier kontrolliert die Polizei häufig

Aggressive Grundstimmung bei Jugendlichen : An diesen Brennpunkten in Bonn kontrolliert die Polizei besonders häufig

Erst Stuttgart, jetzt Frankfurt: Auch in Bonn nimmt die Polizei und das Ordnungsamt eine aggressive Grundstimmung wahr. Seit Wochen sind die Beamten verstärkt im Einsatz. Brennpunkte sind die Innenstadt, die Rheinaue und besonders das Rheinufer.

Polizeikontrollen, Platzverweise, aggressive Grundstimmung – auch in Bonn sind Polizei und Ordnungsamt seit einigen Wochen verstärkt im Einsatz. Mehrere Hundert Personen wurden kontrolliert, insgesamt 168 Platzverweise ausgesprochen und mehrere Personen in Gewahrsam genommen. Brennpunkte sind laut Polizei die Rheinaue, die Innenstadt und vor allem das Rheinufer. Das entwickelt sich in den Sommermonaten zunehmend zu einem Treffpunkt von Gruppen feiernder Jugendlicher. „Ich verstehe, dass junge Menschen irgendwo feiern wollen, wenn Clubs und Diskotheken geschlossen sind. Aber das darf nicht zu Lasten anderer gehen. Am Brassertufer trifft sich nicht nur die Partyszene, sondern auch Störer und Straftäter. Alkohol wird massiv konsumiert, es kommt zu Streitereien, Pöbeleien, Diebstählen und wildem Urinieren“, sagt Polizeipräsident Frank Hoever.

„Immer häufiger sieht sich die Polizei zudem Respektlosigkeiten, Anfeindungen und körperlicher Gewalt ausgesetzt“, sagt Polizeisprecher Frank Piontek. Während eines Einsatzes im Juni wurde ein Polizist mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Besonders der Uferabschnitt nahe der Kennedybrücke rückt in den Fokus der Polizei. Dort feiern Jugendliche an den Wochenenden oft bis tief in die Nacht. Anwohner beschweren sich wiederholt über Lärm, Belästigung und Verschmutzungen. Die Polizisten fanden mehrmals bei verschiedenen Personen Drogen. Doch vor allem nehmen die Einsatzkräfte verstärkt eine aggressive Grundstimmung wahr. Zudem beobachte die Polizei, dass sich Leute einmischen, die drumherumstehen. Diese heizten die Stimmung auf und versuchten, den Polizeieinsatz zu stören oder zu verhindern.

Um sich vor möglichen Angriffen zu schützen, gibt es Schulungen für die Beamten. Dabei gehe es nach Angaben des Bonner Polizeipräsidenten um den Umgang mit den Angriffen, bei denen immer häufiger Messer eine Rolle spielen. Anfang Juli stellte die Polizei bei einem ihrer Einsätze am Rheinufer neben einigen Päckchen Rauschgift auch ein Butterflymesser sicher.

Damit sich Krawalle wie in Frankfurt nicht in Bonn wiederholen, wird die Polizei die Einsätze an den besagten Brennpunkten an den Wochenenden fortsetzen. Nach wie vor hat die Polizei den Kaiserplatz und Hofgarten, aber auch den Bertha-von-Suttner-Platz im Blick. „Wir werden weiterhin frühzeitig und konsequent gegen Unruhestifter und Straftäter vorgehen“, sagt Polizeisprecher Piontek.