Mordkommission ermittelt in Bonn Auszubildende soll Neugeborenes getötet haben

Update | Bonn · Nachdem eine junge Bonnerin ins Krankenhaus eingeliefert worden war, entdeckte die Polizei ihr totes Neugeborenes in ihrer Wohnung. Nun ermittelt eine Mordkommission. Was über den Fall bekannt ist.

 Die Polizei hat in der Wohnung einer Bonnerin ein totes Neugeborenes entdeckt. Sie wurde vorläufig festgenommen.

Die Polizei hat in der Wohnung einer Bonnerin ein totes Neugeborenes entdeckt. Sie wurde vorläufig festgenommen.

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Eine Bonnerin steht im Verdacht, ihr Neugeborenes getötet zu haben. Wie die Polizei mitteilt, ist die 21-Jährige vergangenen Samstag vorläufig festgenommen worden, nachdem ihr totes Baby in ihrer Wohnung in der Bonner Weststadt gefunden worden war. Erst Anfang März gab es einen Fall, bei dem eine Mutter im Verdacht steht, ihre sechsjährige Tochter erstickt zu haben.

In der Nacht zum 6. April war die 21-Jährige, die noch in der Ausbildung ist, mit erheblichen Beschwerden in die gynäkologische Abteilung eines Bonner Krankenhauses eingeliefert worden. Der Rettungsdienst hatte sie in ihrer Wohnung nach einem Notruf abgeholt, Hinweise auf das tote Kind gab es zu diesem Zeitpunkt nach GA-Informationen noch nicht – die Mutter hatte das Neugeborene offenbar versteckt. Im Elisabeth-Krankenhaus wurde sie anschließend operiert. „Da die behandelnden Ärzte Hinweise für einen frischen Geburtsvorgang bei der jungen Frau feststellten, informierten sie unverzüglich die Bonner Polizei“, erklärt ein Polizeisprecher. Daraufhin entdeckten die Beamten gegen 2 Uhr bei der Durchsuchung der Wohnung ein lebloses Neugeborenes, das nach bisherigen Erkenntnissen kurz nach der Geburt verstorben sein muss. „Rettungskräfte konnten nur doch den Tod des Babys feststellen.“

Mordkommission ermittelt

Aufgrund der Gesamtumstände hat nun eine Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Tobias Nieswand mit Staatsanwalt Matthias Borgfeldt die Ermittlungen zu dem Geschehen übernommen. Nach den Ergebnissen der ersten rechtsmedizinischen Untersuchungen des Babys ist die 21-Jährige vorläufig festgenommen worden. Wie die Polizei mitteilt, gebe es keine Hinweise auf dritte Personen, die in den Fall verwickelt sein könnten. Nach GA-Informationen lebt die 21-Jährige alleine in der Wohnung des Mehrfamilienhauses. Auf Antrag der Bonner Staatsanwaltschaft erließ der zuständige Richter gegen sie einen Haftbefehl wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes. „Die 21-Jährige ließ sich bislang nicht zur Sache ein. Die Ermittlungen dauern weiter an“, so ein Polizeisprecher.

Anfang März gab es eine ähnliche Tragödie

Erst Anfang März gab es eine ähnliche Tragödie, bei der ein Kind starb: Eine 46 Jahre alte Mutter steht im Verdacht, ihre sechsjährige Tochter in Rüngsdorf erstickt zu haben. Nach der Tat stieg sie offenbar in den nahe gelegenen Rhein, um sich das Leben zu nehmen. Passanten retteten sie aus dem Fluss, später erzählte sie den Rettungskräften, dass sich ihre Tochter zu Hause befinde. Als die Retter in der Wohnung eintrafen, entdeckten sie das leblose Kind auf dem Boden. Sofort wurde die Tochter, während sie noch reanimiert wurde, in das Kindernotfallzentrum des Uniklinikums Bonn gebracht, wo sie jedoch verstarb. Auch hier geht die eingerichtete Mordkommission davon aus, dass es keine Beteiligung Dritter gab. Die Mutter wurde wegen des Verdachts auf Totschlag vorläufig festgenommen und sitzt weiterhin in Haft, wie Martin Kriebisch, Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, mitteilt. „Die Ermittlungen dauern an.“

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