1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Bonn: Polizei überprüft Drogendealer, Waffenbesitzer, Rotlichtmilieu - zahlreiche Verstöße

Drogendealer und Waffenbesitzer überprüft : Polizei stellt zahlreiche Verstöße bei Schwerpunktkontrollen fest

Die Polizei in Bonn ist am Donnerstag zu großangelegten Kontrollen ausgerückt, die Schwerpunkte lagen auf Straßenkriminalität, Waffenbesitz und dem Rotlichtmilieu. Mehrere Menschen wurden festgenommen.

Die Bonner Polizei ist am Donnerstag zu großangelegten Kontrollen ausgerückt: Rund 150 Einsatzkräfte überprüften in Bonn und der Region mutmaßliche Drogendealer, Waffenbesitzer und das Rotlichtmilieu. Zu den Schwerpunkten zählten der Bad Godesberger Kurpark, der Stadtteil Tannenbusch und die Bonner City mit Hofgarten, Kaiserplatz und Altem Zoll. Es gab aber auch Verkehrskontrollen.

Bis 18 Uhr fertigten die Einsatzkräfte fünf Strafanzeigen wegen Drogendelikten und stellten Marihuana sicher. Zwei Männer (35, 39) wurden wegen des Verdachts des Drogenhandels vorläufig festgenommen. Die Polizei beobachtete den 35-Jährigen gegen 14 Uhr am Friedensplatz, wie er den Geldschein eines Radfahrers einsteckte. Bei der Kontrolle fanden die Beamten nach Angabe der Polizei rund 170, in Plastikflaschen versteckte, Konsumeinheiten Marihuana (je ein Gramm). Außerdem stellten sie mehrere Mobiltelefone und 510 Euro mutmaßliches Dealgeld sicher. Bei einer Wohnungsdurchsuchung konnten weitere 810 Euro sichergestellt werden. Bei dem 39-Jährigen wurden etwa 90 Gramm Marihuana gefunden. Er wurde gegen 15 Uhr bei einem mutmaßlichen Drogenhandel beobachtet, die beiden Käufer (16, 25) wurden ebenfalls von der Polizei festgestellt.

Gegen Abend kontrollierte die Polizei dann einen 38-Jährigen an der Poppelsdorfer Allee, der später wegen Drogenbesitzes vorläufig festgenommen wurde. Die Ermittlungen dauern derzeit noch an.

Mit Haftbefehl wegen Steuerhinterziehung wurde außerdem ein 56-Jähriger gesucht. Auch er wurde festgenommen und bereits in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Bei der Kontrolle von sechs bordellartig betriebenen Wohnungen wurde ein Ermittlungsverfahren gegen eine 50-Jährige eingeleitet. Wie die Polizei angibt, steht sie im Verdacht, einer illegalen Beschäftigung nachgegangen zu sein.

Von 31 kontrollierten Fahrzeugführern waren zwei ohne Fahrerlaubnis unterwegs. Die Beamten ahndeten außerdem 15 Verkehrsordnungswidrigkeiten. Fünfmal verbot die Polizei dem Fahrer die Weiterfahrt, in sechs Fällen war die Ladung nicht richtig gesichert.

 Die Polizei stellte 170 Konsumeinheiten Marihuana sicher, die in Plastikflaschen versteckt waren.
Die Polizei stellte 170 Konsumeinheiten Marihuana sicher, die in Plastikflaschen versteckt waren. Foto: Polizei Bonn

Erstmalig auch Waffenbesitz kontrolliert

Der sogenannte „Fahndungs- und Kontrolltag“ war die bislang größte Aktion der Bonner Polizei in diesem Jahr, bei der sie vom Ordnungsamt, der Steuerfahndung und der Bundespolizei unterstützt wurden. Im Kurpark fuhren gleich mehrere Mannschaftsbusse vor und überprüften Personen, die ihnen verdächtig erschienen. „Solche Kontrollen sind ein strategischer Schwerpunkt unserer Behörde. Damit erhöhen wir den Druck auf Störer und Straftäter“, sagte Polizeipräsident Frank Hoever. Daneben sei es auch ein erklärtes Ziel, das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu stärken. 90 Sondereinsätze dieser Art habe es seit Januar gegeben. Für die Passanten war der Anblick der Polizisten gewöhnungsbedürftig. „Aber es ist gut, dass sie Streife gehen. Es ist nur die Frage, ob sich jemand davon abschrecken lässt“, sagte eine junge Frau im Hofgarten. Großangelegte Kontrollen soll es laut Hoever von nun an zweimal im Jahr geben.

Erstmals ging es dabei um Waffenbesitzer, von denen es im Bereich des Präsidiums, das neben dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis auch die Kommunen Bad Honnef und Königswinter umfasst, etwa 5500 gibt. Bei der Polizei sind etwa 27.000 Waffen registriert. Bei den Kontrollen traf die Polizei insgesamt 57 registrierte Waffenbesitzer an. In einem Fall wurden Ermittlungen aufgenommen, weil eine nicht registrierte Waffe gefunden wurde. „Es ist unsere Aufgabe, zu überprüfen, ob sie richtig und sicher aufbewahrt werden“, erläuterte Hoever. Wer beispielsweise das Jagdgewehr hinter dem Sofa und nicht in einem speziellen Waffenschrank aufbewahrt, dem kann wegen einer möglichen Unzuverlässigkeit die Besitzerlaubnis entzogen werden. Zudem drohen Ordnungsgelder und in gravierenden Fällen sogar Strafanzeigen. Laut Hoever sollen die 58 Beamten im Bezirksdienst künftig mehr Zeit eingeräumt bekommen, um Waffenbesitzer zu Hause aufsuchen zu können.