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Bonn: Polizei verzeichnet wieder mehr Einsätze

Lage in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis : Polizei verzeichnet wieder mehr Einsätze

Die Polizei in der Region passt ihren Dienst an die Corona-Lockerungen an. Zuletzt war die Kriminalität stark zurückgegangen. Inzwischen haben die Beamten in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis wieder mehr zu tun.

Mit den Lockerungen der Corona-Einschränkungen für die Bevölkerung kehrt auch die Polizei mehr und mehr aus dem Krisenmodus zurück. Zuletzt hatte die Bonner Polizei wegen der Corona-Krise weniger Straftaten, Einsätze und Verkehrsunfälle als im gleichen Zeitraum im Vorjahr gemeldet. Nun kehren die Dienststellen in Bonn und dem Rhein-Sieg Kreis langsam zur Normalität zurück. Das bestätigen die Pressestellen der Behörden. Es gibt erste Anzeichen dafür, dass auch Konflikte mit dem Gesetz wieder häufiger werden. So teilt Polizeipressesprecher Simon Rott mit: „Derzeit verzeichnen wir wieder einen Anstieg der Einsatz-, Kriminalitäts- und Verkehrsunfallzahlen. Wir bereiten daher die Rückkehr in einen lageangepassten Dienstbetrieb vor.“

„Lageangepasst“ - das bedeutet, dass auch mehr Beamte wieder auf die Wachen zurückkehren sollen. Derzeit arbeiten viele Polizisten - etwa die Pressestelle - abwechselnd im Homeoffice und im Büro.

Dabei soll die weiterhin bestehende Infektionsgefahr nicht vernachlässigt werden. Rott sagt: „Wir gehen davon aus, dass die Corona-Pandemie bis zum wirksamen Einsatz eines Impfstoffes auf die Dienstgestaltung der Behörde weiter Einfluss haben wird.“

Die Kölner Polizei hatte am Sonntag, 24. April, mitgeteilt, dass die Einsätze dort noch fünf bis zehn Prozent unter dem üblichen Einsatzniveau liegen. Wie sich die Einsatzzahlen im Rhein-Sieg-Kreis seit Beginn der Lockerungen Anfang Mai entwickelt haben, konnte die Behörde nicht mitteilen. Statistische Auswertungen erfolgen dort nur monatlich.

Kriminalitätslage passt sich an die Lockerungen an

Gründe für die wieder ansteigenden Kriminalitätszahlen nennt der Michael Esser, stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei Köln: „Insbesondere die Fälle von Wohnungseinbrüchen, Raubstraftaten und Taschendiebstählen haben sich in den letzten Wochen zum Teil halbiert. Leider scheint sich auch die Kriminalitätslage den Lockerungen 'anzupassen' - die Fallzahlen steigen langsam wieder an." Die Zahlen liegen derzeit im Vergleichszeitraum allerdings noch immer unterhalb des Vorjahres."

Weniger Kriminalität während des Lockdowns

Vor Beginn der Lockerungen Anfang Mai waren die Delikte im Rhein-Sieg-Kreis zurückgegangen. Im April 2020 wurden nur 61 Einbruchsdelikte gemeldet - im Vorjahr waren es 67. Die Straßenkriminalität ging von 370 Fällen im Vorjahresmonat auf 281 im April 2020 zurück. Deutlich ist auch der Rückgang an Fahrraddiebstählen im Bereich der Behörde. 2019 wurden im April 92 gestohlene Räder gemeldet - im vergangenen Monat waren es nur 28.

8773 Mal wurden die Beamten in Bonn zwischen dem 23. März und dem 6. Mai zu Einsätzen gerufen. Das, so hatte die Behörde Anfang Mai mitgeteilt, seien rund 1800 Einsätze weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Auch die Zahl der Straftaten war zurückgegangen, und zwar um ein Drittel. Dabei weist die Polizei darauf hin, dass es sich lediglich um Trends handele. Die absoluten Zahlen würden erst zu einem späteren Zeitpunkt erfasst.

Seit Anfang März wurden bei fünf Bonner Polizisten Covid-19-Infektionen bestätigt, alle sind wieder gesund. Polizeipressesprecher Simon Rott sagt: „Das Hygienekonzept hat sich bewährt.“