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Bonn: Provisorische Schwimmhalle am Sportpark Nord

Interimsschwimmhalle am Sportpark Nord : Bonn bekommt provisorisches Bad für zehn Millionen Euro

Wie soll das Schul- und Vereinsschwimmen in Bonn gewährleistet werden, wenn der Sportpark Nord und das Frankenbad saniert werden? Die Stadt plant eine zehn Millionen Euro teure Zwischenlösung. Wie soll diese aussehen?

Die Stadtverwaltung hat am Mittwoch erklärt, wie sie das Schul- und Vereinsschwimmen gewährleisten will, wenn die der Sportpark Nord und das Frankenbad saniert werden. Vorgesehen ist ein Interimsbad, wie es die Stadt bereits in ihrem Bäderkonzept in Aussicht gestellt hatte. Kosten soll die Zwischenlösung rund zehn Millionen Euro.

Für den Bau und Betrieb des temporären Bades hat die Stadt offenbar die Schwimm- und Sportfreunde Bonn (SSF) als Kooperationspartner gewonnen, die der Hauptnutzer der Bahnen im Sportpark Nord sind. Die SSF hätten ihre Bereitschaft bekundet, so die Stadt am Mittwoch, dieses Interimsbad auf dem Gelände an der Kölnstraße „in eigener Regie und auf eigene Kosten zu errichten und während der Sanierungszeit des Sportparks Nord zu betreiben“. Die Verwaltung soll nun prüfen, ob die dafür erforderliche Fläche dem Verein kostenlos zur Verfügung gestellt werden kann. Teil zwei der Verabredung sieht sodann vor, dass die Stadt den SSF das Interimsbad abkauft, sobald das Ersatzbad im Sportpark Nord wieder nutzbar ist. Dann soll die Stadt es weiterbetreiben, solange das Frankenbad saniert wird. Eine entsprechende Vorlage mit diesen Prüfaufträgen liegt dem Stadtrat für die Sitzung am 24. Juni vor.

Bekanntlich hatte der Rat in seiner Sitzung am 18. Juni 2020 den Rahmenplan zur Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft beschlossen. Als ersten Schritt lässt die Stadt angesichts erheblicher technischer Mängel das Gebäude des Sportparks Nord einschließlich der Schwimmhalle sanieren.

Das Interimsbad war von Anfang an Bestandteil des städtischen Bäderkonzepts für den Fall, dass Sportpark Nord und Frankenbad saniert werden würden. Die Alternative, ein neues Hallenbad auf den Flächen des Römerbades und die Einstellung des Bäderbetriebs im Frankenbad, hatte die Politik mehrheitlich abgelehnt.

„Wir sind sehr froh, dass uns nach längeren Vorbereitungen der Durchbruch gelungen ist“, sagte SSF-Vorstand Harald Göbel am Mittwoch dem General-Anzeiger und nannte den aktuellen Entwurf die vom Verein „favorisierte Lösung“. Ende Juni soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung den Weg für einen Bauantrag ebnen. Parallel dazu werde man die Lösung abschließend betriebswirtschaftlich bewerten.

Unklar ist derzeit noch, an welcher Stelle das Ersatzbad stehen könnte. Auch hierfür gibt es nach Auskunft der Stadt zwei Varianten. Zum einen ist der Parkplatz vor dem Haupteingang zum Stadion als Standort denkbar, zum anderen die sogenannte Werferwiese. Das Bad soll über ein 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen sowie ein Lehrschwimmbecken verfügen und somit dem Schul- und Vereinsschwimmen gerecht werden.

Bis Sportpark Nord und Frankenbad saniert sind, soll das Interimsbad für fünf bis sechs Jahre betrieben und danach abgebaut werden. Allerdings soll es so konzipiert werden, dass die Becken und Teile der Anlagentechnik nach dem Rückbau an einem anderen Standort wiederverwendet werden können, etwa bei der später geplanten Erweiterung des Ennertbades um ein Hallenbad.

Mit dem 130 Millionen Euro schweren Gesamtkonzept sollen die Bonner Bäderlandschaft neu geordnet und die Hallenbäder saniert werden. Vorgesehen ist ein Hallenbad je Stadtbezirk. Der Versuch, ein neues Schwimmbad im Wasserland zu bauen, war an einem Bürgerentscheid gescheitert. Die Kosten für den Neubau waren auf 60 Millionen Euro veranschlagt, die Fertigstellung für dieses Jahr in Aussicht gestellt worden.