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Bonn: Radroute durch Rheinaue - Opposition spricht sich für Alternative aus

Radwege in Bonn : Opposition spricht sich für andere Radroute durch die Rheinaue aus

Bürger Bund Bonn und CDU sprechen sich für einen anderen Routenverlauf aus, nachdem der Naturschutzbeirat die bisherige Planung gestoppt hat. Der VCD regt eine Anpassung an, um Fördergelder des Landes nicht zu gefährden.

Nachdem der Naturschutzbeirat die Verbreiterung des linksrheinischen Radwegs durch den Freizeitpark Rheinaue abgelehnt und damit vorerst gestoppt hat, hat der Bürger Bund Bonn (BBB) im Planungsausschuss versucht, das konkrete Projekt zu begraben und die Verwaltung mit einer Alternativplanung zu beauftragen.

Marcel Schmitt begründete den Dringlichkeitsantrag damit, dass zu erwarten sei, dass die Verwaltung eine Vorlage für die nächste Ratssitzung vorbereitet, um den Beschluss des Beirats zu umgehen und die landschaftsrechtliche Befreiung auf anderem Weg zu erreichen. „Die Verwaltung sollte eine alternative Route durch die Rheinaue finden, bei der ein Kahlschlag vermieden wird“, sagte Schmitt. Ohnehin sei es wünschenswert, eine reine Radroute zu finden, auf der keine Fußgänger kreuzten. Den BBB-Antrag verwies eine Mehrheit im Planungsausschuss in den Mobilitäts- und Verkehrsausschuss, der nach Ansicht von Peter Kox (SPD) dafür zuständig sei.

Gleichwohl war während der Debatte um diesen Tagesordnungspunkt herauszuhören, dass die politische Zustimmung für die bisherige Ausbauplanung zu bröckeln scheint. Wie berichtet, sollten demnach 44 Bäume fallen, um den Radweg auf einer Strecke von 3,7 Kilometern auf durchgehend vier Meter zu verbreitern. Die Verwaltung hielt das angesichts der Verbesserungen der Radinfrastruktur in der Abwägung für angemessen.  Dem Naturschutzbeirat war dieses Opfer zu groß. Das Land würde den Ausbau mit 2,3 Millionen Euro fördern, wenn der Radweg bis Oktober 2022 fertiggestellt ist.

Bert Moll von der CDU unterstützte den BBB in der Sache: „Wir brauchen Alternativen durch das Gelände der Rheinaue.“ Die Petra-Kelly- und Ludwig-Ehrhard-Allee sei als Radstrecke nicht geeignet.

Auch der Fahrradclub ADFC fordert nach dem Votum des Naturschutzbeirats weitere Vorschläge der Verwaltung. Der Verkehrsclub VCD schlägt ein Anpassen der bisherigen Planung vor, bei der nach Angaben seines Vorsitzenden Rainer Bohnet ein Drittel weniger Bäume fallen würde. So könnten die erheblichen Fördermittel des Landes von 2,3 Millionen Euro möglicherweise noch abgerufen werden.

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