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Bonn-Röttgen: Geldautomat auf Aldi-Parkplatz gesprengt

Geldautomat in Bonn-Röttgen gesprengt : Polizei findet mutmaßliches Fluchtfahrzeug von Tatverdächtigen

Bisher Unbekannte haben am Samstag einen Geldautomaten auf einem Supermarkt-Parkplatz in Röttgen gesprengt und flohen danach. Nun hat die Polizei ein mutmaßliches Fluchtfahrzeug gefunden.

Die Polizei hat nach der Sprengung eines Geldautomaten in Bonn-Röttgen in der Nacht zum Samstag „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ das Fluchtfahrzeug der unbekannten Tatverdächtigen gefunden. Wie die Polizei am Montag bekanntgab, hatten die Einsatzkräfte am Samstagvormittag auf einem Feld am Rulandsweg bei Alfter-Heidgen einen silberfarbenen Motorroller entdeckt, mit dem die Unbekannten mutmaßlich zuerst vom Tatort geflüchtet sind. Die Polizei geht davon aus, dass sie dann im Bereich der Kreuzung Kottenforststraße und Heerstraße/Grüner Weg in ein dort bereitstehendes Fahrzeug gestiegen und so davon gefahren sind.

Wie die Polizei am Montag weiter mitteilte, wurde zwischen 3.30 und 4.30 Uhr in Bonn-Röttgen im Bereich der Witterschlicker Allee ein weißer Kleintransporter gesehen, welcher auf dem Parkstreifen in der Nähe zur Einmündung der Reichsstraße stand. Bei diesem Fahrzeug hielten sich zwei oder drei Personen auf. Nach Polizeiangaben könnten es sich bei den Unbekannten möglicherweise um weitere Tatverdächtige handeln.

Die Unbekannten hatten in der Nacht zum Samstag um kurz vor vier Uhr einen Geldautomaten der VR-Bank Bonn nahe einem Discounter in der Reichsstraße gesprengt. Wie die Polizei mitteilte, hörten Zeugen gegen 3.50 Uhr am Morgen den Knall und alarmierten die Beamten über den Notruf. Kurz darauf sahen sie zwei Männer auf einem Motorroller vom Tatort auf der Reichsstraße (L261) in Richtung Meckenheim wegfahren.

Die Polizei leitete umgehend eine Großfahndung ein, die jedoch erfolglos blieb. Das angrenzende Gebäude blieb unbeschädigt. Zum Tathergang war am Sonntag nichts bekannt. Wie die Polizei am Montag erläuterte, ist es den Unbekannten nicht gelungen, Bargeld zu erbeuten. Unmittelbar am Tatort soll später eine Tasche mit einer „verdächtigen Substanz“ gefunden und im Beisein der Feuerwehr durch einen Experten kontrolliert gesprengt worden sein. Zur Spurensicherung am Tatort wurde auch das Landeskriminalamt hinzugezogen.

Der Anwohner und ehemalige GA-Fotograf Max Malsch berichtete am Sonntag, er sei um kurz vor vier Uhr von einem lauten Schlag aus dem Schlaf gerissen worden, zudem habe es einen Lichtblitz gegeben. Als er daraufhin an sein Fenster trat und hinausblickte, habe er bereits den Alarmton des Automaten gehört. In den umliegenden Häusern seien ebenfalls Menschen auf ihre Balkone gekommen, die von dem Knall aufgeweckt wurden. Sein Sohn, der im selben Haus im Umfeld des Automaten wohnt, habe Malsch außerdem von einer Druckwelle infolge der Explosion berichtet, welche im Erdgeschoss des Hauses zu bemerken gewesen sei.

Auf einem privaten Smartphone-Video, das auch der Polizei vorliegt, ist eine dichte Rauchwolke im Bereich des Parkplatzes zu erkennen. Dann ist auf dem Video zu sehen, wie zwei Männer auf einem Motorroller den Ort des Geschehens in Richtung Meckenheim verlassen. Die Polizei hatte in einer ersten Pressemitteilung von einem Motorrad als Fahrzeug berichtet. Einige Anwohner hatten nach GA-Informationen überdies einen zweiten Knall kurz nach dem ersten gehört. Dies konnte die Polizei am Sonntag allerdings nicht bestätigen.

Gesucht werden demnach Zeugen, die in der Zeit von 3.30 bis 4 .15Uhr am frühen Samstagmorgen in Bonn-Röttgen oder Alfter-Heidgen verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben, welche mit dieser Tat in Verbindung stehen könnten. Außerdem bittet die Polizei um Hinweise, falls auf der Landstraße 261 in Fahrtrichtung Meckenheim ein mit zwei Personen besetztes Motorfahrzeug gesehen wurde.

In der jüngeren Vergangenheit haben mehrfach Sprengungen von Geldautomaten in Bonn und der Region für Aufsehen gesorgt – so wie zuletzt im Oktober 2021, als bei einer spektakulären Explosion die Filiale der Volksbank in Wachtberg-Adendorf nahezu zerstört wurde. Ein Volksbank-Sprecher ging im Anschluss von einem Schaden im hohen sechsstelligen Bereich aus.

Die bis heute unbekannten Täter hatten am frühen Morgen des 13. Oktober gegen 3.30 Uhr den Geldautomaten der Bankfiliale in der Töpferstraße gesprengt. Durch die Wucht der Detonation wurden auch umliegende Häuser in Mitleidenschaft gezogen. So gingen am Haus gegenüber der Filiale Scheiben und die Haustür zu Bruch. Ein direkt vor dem Bankgebäude geparkter Geländewagen wurde stark beschädigt. Verletzte gab es zum Glück nicht.

Im Oktober 2020 war auf der Ellerstraße in Bonn ein Geldautomat gesprengt worden. Davor hatte im April 2020 die Sprengung eines Automaten an der Kennedyallee in Bad Godesberg für großen Schaden gesorgt. Im Zeitraum von Oktober 2015 bis März 2016 gab es eine Serie von fünf Sprengungen, ebenfalls in Bad Godesberg. Die Täter wurden damals nach dreimonatiger Ermittlungszeit festgenommen.

(ga)