Erster großer Streik der Nachkriegszeit Im Langen Eugen in Bonn bekommen sie vor 50 Jahren kalte Füße

Bonn · Im Februar 1974 erlebte Bonn den ersten großen Streik der Nachkriegszeit im öffentlichen Dienst. Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft hatte auch die acht Mitarbeiter der Klimatechnik im Abgeordnetenhochhaus aufgefordert, umgehend ihre Arbeit einzustellen.

Lachen sich ins Fäustchen: Streikende Busfahrer der Stadtwerke 1974 vor den stillgelegten Bussen am Busdepot in Friesdorf.

Lachen sich ins Fäustchen: Streikende Busfahrer der Stadtwerke 1974 vor den stillgelegten Bussen am Busdepot in Friesdorf.

Foto: GA Archiv

Dicke Luft im Langen Eugen am 11. Februar 1974. Dazu bekommen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages allmählich kalte Füße. Im öffentlichen Dienst in Deutschland kommt es an diesem Montag zum ersten massiven Streik in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft hat auch die acht Mitarbeiter der Klimatechnik im Abgeordnetenhochhaus aufgefordert, umgehend ihre Arbeit einzustellen. Die Angesprochenen haben daraufhin kurzerhand die gesamte Klimatechnik des Hauses abgeschaltet. Im Foyer zeigt das Thermometer 15 Grad. Mancher Abgeordnete spendiert seinen Mitarbeitern literweise Hochprozentiges, um sie innerlich zu wärmen oder wenigstens bei Laune zu halten.