Geplanter Gleisausbau in Bonn Stadt soll Linksabbiegerspur für Autos an Oxfordstraße erhalten

Bonn · Die Stadtwerke Bonn wollen in den kommenden Jahren die Gleisanlagen am Landgericht viergleisig ausbauen. Das hat auch Folgen für den Straßenverkehr. Dazu hat der Stadtrat nun eine erste Entscheidung getroffen.

 Der Linksabbieger für Autos auf der Oxfordstraße in Richtung Wilhelmstraße soll im Zuge des geplanten Gleisausbaus nun doch möglichst erhalten werden.

Der Linksabbieger für Autos auf der Oxfordstraße in Richtung Wilhelmstraße soll im Zuge des geplanten Gleisausbaus nun doch möglichst erhalten werden.

Foto: Benjamin Westhoff

Ein größeres Bauprojekt steht in den nächsten Jahren in der Bonner Innenstadt in Höhe des Landgerichts an: Die Stadtwerke wollen an der Oxfordstraße/Ecke Wilhelmstraße die Abzweiganlage erweitern und viergleisig ausbauen. Grund: Über den Knotenpunkt vor dem Landgericht müssen sämtliche Straßenbahnen und Stadtbahnen fahren. Schon heute ist der Knotenpunkt ein Nadelöhr, weil nur zwei Gleise zur Verfügung stehen. Vor dem Hintergrund geplanter Taktverdichtungen und den Einsatz zusätzlicher Bahnlinien sollen deshalb zwei weitere Gleise hinzukommen. Der Haken: Um den notwendigen Platz für die zusätzlichen Gleise zu schaffen, müssten für die Autos in der Folge zwei Abbiegespuren entfallen, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Doch der Stadtrat entschied in seiner Sitzung am Donnerstagabend anders.

Denn: Betroffen von der Baumaßnahme wäre einerseits die Linksabbiegespur von der Oxfordstraße in die Wilhelmstraße und andererseits in der Gegenrichtung die Linksabbiegespur von der Oxfordstraße in Richtung Florentiusgraben/Sterntorbrücke, die viele Autofahrer laut Verwaltung auch nutzten, um die Einfahrt zur Friedensplatztiefgarage zu erreichen. Nach einer Zählung aus November 2022 sind das etwa 1400 Fahrzeuge am Tag. Allerdings könnten sie auch auf der gegenüberliegenden Seite der Oxfordstraße in diese Garage einfahren. Die Verwaltung und Stadtwerke hatten deshalb vorgeschlagen, dass die Autos, die aus Richtung Westen nach Norden abbiegen wollen, künftig bis zur Kennedybrücke fahren sollen und dann über eine Blockumfahrt über Boeselagerhof, Rheingasse auf den Belderberg nach links in Richtung Bertha-von-Suttner-Platz geführt werden sollen.

Das hätte jedoch nach Auffassung der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg zur Folge, dass Autofahrer einen etwa 1450 Meter langen Umweg in Kauf nehmen müssten. Dann erst würden sie die Rechtsabbiegemöglichkeit in die Wilhelmstraße erreichen. Bei den von der Verwaltung gezählten rund 950 Autos, die die Abbiegespur zum Landgericht täglich nutzten, wären das 1378 zusätzliche Pkw-Kilometer mit entsprechend mehr CO2-Ausstoß, hatte die IHK ausgerechnet.

Ein Einwand, der bei der Ratskoalition aus Grünen, SPD, Linken und Volt offensichtlich auf offene Ohren gestoßen ist. „Wir sehen die Notwendigkeit eines viergleisigen Ausbaus ein, doch halten wir es für schwierig, wenn für Autos keine Abbiegemöglichkeit mehr in Richtung Norden mehr bestehen würde“, begründete Gabi Mayer (SPD) einen gemeinsam mit der CDU erarbeiteten Änderungsantrag für die Ratssitzung, dem schließlich bis auf den Bürger Bund Bonn (BBB) alle Ratsfraktionen zustimmten.

Demnach soll die Planung zum viergleisigen Ausbau der Abzweiganlage Landgericht fortgeführt werden. Dabei soll davon ausgegangen werden, dass sowohl das Linksabbiegen von Linienbussen in die Thomas-Mann-Straße, als auch des Individualverkehrs in die Wilhelmstraße zukünftig möglich bleibt. Sollte dies aufgrund eines zu engen Straßenraums nicht gewährleistet werden können, solle eine Linksabbiegemöglichkeit in Richtung Nordstadt in Höhe Kölnstraße oder Sandkaule untersucht werden, um eine Blockumfahrt an der Oper vorbei möglichst zu vermeiden.

Jürgen Wehlus (CDU) forderte zudem, dass die Verwaltung ebenfalls prüfen solle, wie und ob der viergleisige Ausbau möglicherweise mit den Plänen für eine Sanierung oder einen Neubau des Stadthauses kollidieren könnte. Auch solle die Verwaltung regelmäßig über alle weiteren Planungsschritte für die Gleiserweiterung in der Bezirksvertretung Bonn sowie in den Fachausschüssen berichten.

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