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Bonn: SPD schickt Kunze und Möhlenkamp für die Landtagswahl ins Rennen

Kür der SPD-Landtagskandidaten : Bonner SPD schickt Kunze und Möhlenkamp für die Landtagswahl ins Rennen

Die Bonner SPD schickt Gabriel Kunze (40) ein zweites Mal im Wahlkreis II ins Rennen um das Landtagsmandat. Für den Wahlkreis I nominierte die Partei am Samstagnachmittag die Juristin Magdalena Möhlenkamp (34). Die Landtagswahl ist am 15. Mai 2022.

Die ersten Plakate für die Bundestagswahl hängen, da küren die Bonner Parteien bereits ihre Direktkandidaten für den Landtag. Die SPD hat am Samstag in der Hardtberghalle Magdalena Möhlenkamp (34) und Gabriel Kunze (40) ins Rennen um einen Platz im Düsseldorfer Landtag geschickt. Die Landtagswahl ist nächstes Jahr am 15. Mai. 165 Sozialdemokraten waren in die Halle gekommen. Abgestimmt werden durfte nur für den Kandidaten, in dessen Wahlkreis man zu Hause ist.

Es war ein spannendes Rennen, das die Partei auch live per Video streamte. Für den Wahlkreis II (Bad Godesberg, Hardtberg und südliches Bonn) waren gleich vier Kandidaten – alles Männer - angetreten. Die Nase vorn hatte im zweiten Wahlgang der frühere Unterbezirksvorsitzende Gabriel Kunze mit 44 zu 37 Stimmen, die der 21-jährige Luca Samlidis einfuhr. Entsprechend der Wahlstatuten der SPD hätten alle vier Bewerber noch einmal antreten können. Parteivorsitzender Enrico Liedtke (31) und der pensionierte Kriminalbeamte Hermann-Josef Borjans (62), die im ersten Wahlgang hinter Samlidis und Kunze lagen, zogen jedoch zurück. Sie hatten 26 beziehungsweise acht Stimmen erhalten. Samlidis, in Bonn einer der führenden Köpfe der Fridays-for-Future-Bewegung, hatte da noch mit 32 Stimmen knapp vor Kunze gelegen, der 29 Voten erhielt.

Im Wahlkreis Bonn I, der den Bonner Norden, Teile des Bonner Westens sowie Beuel umfasst, setzte sich Magdalena Möhlenkamp klar im ersten Wahlgang mit 56 Stimmen gegen ihre Mitbewerberin Isabell Lisberg-Haag (58) durch, die gerade mal auf zwölf Voten kam.

Zweiter Landtagswahlkampf für Kunze

Für Kunze, der hauptamtlich Geschäftsführer des Kinder- und Jugendrings ist sowie sich ehrenamtlich als stellvertretender Bezirksbürgermeister in Bad Godesberg engagiert, ist es der zweite Landtagswahlkampf. Er war bereits 2017 angetreten, als seine Parteigenossin Renate Hendricks auf eine erneute Direktkandidatur verzichtete. Hendricks war mit einer kurzen Unterbrechung seit 2005 Mitglied der SPD-Landtagsfraktion und hatte 2012 den Wahlkreis, der bis dahin stets in CDU-Hand war, direkt geholt. 2017 unterlag Kunze dem CDU-Kandidaten Christos Katzidis. Im Wahlkreis I siegte der Beueler und aktuelle CDU-Ratsfraktionschef Guido Déus.

Am Samstag sprach sich Hendricks für die Wahl Samlidis aus. Sie hatte alle sechs Kandidaten ausdrücklich gelobt, gab allerdings nur dem jungen Samlidis aufgrund seines Engagements für den Klimaschutz die Chance, den Wahlkreis wieder direkt holen zu können. Fürsprecher für Samlidis war auch Bonns Bezirksbürgermeister Jochen Reeh-Schall. Er habe wegen Samlidis eine eigene Kandidatur verworfen, sagte er.

Kunze freute sich nach seiner Wahl über das Vertrauen, das ihm seine Partei ein zweites Mal entgegengebracht habe. „Als stellvertretender Bezirksbürgermeister bin ich gut vernetzt und setze mich hier vor Ort für gute Politik ein. Unser Land braucht wieder eine Landesregierung, die das Soziale in der Politik ernst nimmt. Wir brauchen gute soziale Angebote für Jung und Alt, indem wir Jugendzentren, Kitas, aber auch Altenpflegeheime und Nachbarschaftstreffs ausbauen und stärken“, sagte er.

Jessica Rosenthal gratulierte den Kandidaten

Magdalena Möhlenkamp ist noch recht neu auf der Bonner Politbühne und freute sich ebenfalls über ihre Nominierung. „Nicht erst seit der Corona-Pandemie stehen wir vor großen Herausforderungen. Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit. Immer weniger Menschen können sich bei uns ein Zuhause leisten. Das müssen wir als SPD ändern“, sagte sie. Die 34-jährige Juristin, die in Düsseldorf in einer Anwaltskanzlei arbeitet, kommt aus dem Bonner Norden und ist Mitglied im Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Jurist:innen (AsJ) der SPD.

Jessica Rosenthal, Vorsitzende der Bonner SPD und Direktkandidatin für den Bundestag, gratulierte den gewählten Kandidaten. Sie hatte sich zuvor für ihren Co-Vorsitzenden Liedtke ausgesprochen. Rosenthal, auch Bundesvorsitzende der Jusos,   steht auf der NRW-Landesliste der SPD auf Platz 20. Bei der letzten Bundestagswahl 2017 konnten die ersten 15 Kandidierenden über die NRW-Landesliste in den Bundestag einziehen. Damals holte die SPD 20,5 Prozent. Die Landesliste für die Landtagskandidaten der SPD wird wohl erst nach der Bundestagswahl erstellt werden. Für die beiden Bonner Kandidaten dürfte es schwierig werden, einen aussichtsreichen Listenplatz zu ergattern, sind Kenner der Politszene überzeugt.