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Bonn: Sportausschuss stimmt Interimsbad zu - Schwimmhalle am Sportpark Nord

Schwimmhalle am Sportpark Nord : Interimsbad in Bonn nimmt weitere Hürde

Wenn der Sportpark Nord und das Frankenbad saniert werden, soll es in Bonn ein provisorisches Schwimmbad geben. Das Projekt hat nun die nächste Hürde genommen.

Die Stadt wird die Verhandlungen mit den Schwimm- und Sportfreunden Bonn (SSF) um die Einzelheiten zum Bau eines Interimsbads am Sportpark Nord weiter vorantreiben können. Zwar fehlt schlussendlich noch die Zustimmung des Stadtrats am 24. Juni, aber der Sportausschuss hat am Donnerstagabend einstimmig einer entsprechenden Verwaltungsvorlage zugestimmt.

Aus ihr geht hervor, dass die SSF ein überdachtes temporäres 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen und ein Lehrschwimmbecken für rund acht Millionen Euro aus eigenen Mitteln anschaffen und betreiben. Die Stadt hingegen würde dem Verein im Gegenzug eine geeignete Fläche kostenlos zur Verfügung stellen. Noch nicht entschieden ist, ob es der Parkplatz am Sportpark Nord wird oder die sogenannte Werferwiese, die neben dem Fecht-Club nahe der Straße Auf dem Huckstein liegt.

Die Ersatzstätte soll das Schul- und Vereinsschwimmen während der anstehenden Sanierungen des jetzigen Schwimmbads im Hauptgebäude am Sportpark und dem Frankenbad sichern, für „voraussichtlich fünf bis sechs Jahre“, schätzt die Verwaltung. Dass eine solche Lösung unumgänglich ist, zu dieser Einsicht kam die Verwaltung schon in ihren Ausführungen zur Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft, die der Stadtrat 2020 beschlossen hat.

Bad im Sportpark kommt nicht mehr durch den Tüv

Notwendig ist dieses Zusatzbad, weil schon im kommenden Jahr, so prognostiziert das Bäderamt, der Tüv den Betrieb im Bestandsbad am Sportpark wegen technischer Mängel nicht mehr genehmigen wird. Sodann soll möglichst hurtig die Sanierung beginnen. Die Planungskosten für die barrierefreie Modernisierung des Hauptgebäudes mit einem Erweiterungsbecken samt technischer Anlagen liegt bei etwa zwei Millionen Euro, Pi mal Daumen liegen die Planungskosten in der Regel bei zehn Prozent der Gesamtkosten.

Das Frankenbad soll ebenfalls saniert werden. An einem detaillierten Bäderkonzept, das in jedem Stadtbezirk weiterhin ein Hallenbad vorsieht – als Neubau oder Sanierung im Bestand – arbeitet das Bäderamt noch. 130 Millionen Euro sind für die Umsetzung der Neuordnung veranschlagt. Das Bündnis von Grünen, SPD, Linken und Volt stimmte dem Beschluss im Sportausschuss nur unter der Maßgabe zu, dass die Interimslösung und Sanierung am Sportpark „die Modernisierung des Frankenbads nicht verzögern darf“, so Tobias Haßdenteufel von den Linken. Sollte der Umbau an der Kölnstraße länger dauern und sich mit dem Baubeginn am Frankenbad überschneiden, habe die Stadt in der noch zu treffenden Vereinbarung mit den SSF festzuschreiben, dass in dem temporären Becken neben Schulen auch die Öffentlichkeit schwimmen dürfe.

Stadt will Interimsbad später kaufen

Sobald das Becken nicht mehr gebraucht wird, will die Stadt es den SSF abkaufen. Eine mögliche Weiterverwendung wäre, so die Verwaltung, am Ennertbad möglich. Laut Beschluss zur künftigen Bäderlandschaft soll dort neben dem Freibad ein Hallenbad entstehen, danach würde die Beueler Bütt geschlossen und abgerissen. Das Hallenbad an der Goetheallee hat derart große Schäden am Mehrzweckbecken, dass die Stadt es nach fachkundigem Rat eines Ingenieurbüros weiter untersuchen lässt. Der Einsatz zur Hallenbadsaison ist fraglich. Bäderamtsleiter Stefan Günther konnte im Ausschuss keine Neuigkeiten zum Zustand vermelden: „Dem Städtischen Gebäudemanagement liegt noch kein Konzept für die Instandsetzung vor.“

Eben der schlechte Zustand vieler Bonner Bäder, der auch an anderen Stellen in der Vergangenheit zeitweise Schließungen nach sich zog, war es, über den der Ausschuss bissig debattierte. Nicole Bonnie (CDU) und Florian Bräuer (FDP) hatten vergeblich um Zustimmung für ihren Antrag geworben, das Bäderamt möge einen Plan B ausarbeiten für den Fall, dass weitere Bäder in die Knie gehen sollten. „Wir wollen vor allem das Schul- und Vereinsschwimmen sicherstellen“, begründete Bräuer. Im September mit Beginn der Hallensaison werde es zu spät sein. Sollten nicht ausreichend Bäder für Herbst und Winter zur Verfügung stehen, könne analog zum Friesdorfer Bad über eine weitere Traglufthalle nachgedacht werden. Einen „völlig sinnlosen Antrag“ sah Haßdenteufel in diesem Vorschlag. Über die Zustände der Bäder informiere das Bäderamt ohnehin. „Und wie stellen Sie sich den Kauf einer solchen Traglufthalle vor, die gibt es nicht im Baumarkt.“ Bonnie urteilte später ähnlich scharf über die Maßgabe des Bündnisses zum Frankenbad.