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Bonn: Stadt kann Wettbewerb für neue Rheinpromenade ausschreiben

Bonner Verkehrausschuss : Stadt Bonn kann Wettbewerb für neue Rheinpromenade ausschreiben

Der Bonner Verkehrsausschuss ebnet den Weg zur Umgestaltung der Rheinuferpromande. Streitpunkt bei den Rahmenbedingungen im Ausschuss ist einmal mehr der Autoverkehr. Die Verwaltung kann nun die europaweite Ausschreibung für einen städtebaulichen Wettbewerb vorbereiten.

Der Bonner Verkehrs- und Mobilitätsausschuss hat den Weg geebnet für eine Umgestaltung der linksrheinischen Rheinuferpromenade im Abschnitt zwischen den Straßen Rosental und Zweiter Fährgasse. Vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats kann die Verwaltung die europaweite Ausschreibung für einen städtebaulichen Wettbewerb vorbereiten, an dem 15 Büros mit Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern teilnehmen können, die auch den Opernvorplatz in den Blick nehmen sollen.

Die Rahmenbedingungen umschreibt die Stadtverwaltung dabei mit den Worten: „Ziel des Wettbewerbs und der Entwurfsaufgabe ist es, die gesamte Uferzone einschließlich der Straßenräume mit einer hohen Aufenthaltsqualität, insbesondere unter den Aspekten Klimaanpassung und zukunftsweisende Mobilität, als einen neuen ,Rheinuferboulevard Bonn’ zu gestalten.“

In die Skizzierung des Auftrags sind auch Anregungen von Bürgern eingeflossen, die die Teilnehmer einer Online-Veranstaltung der Stadt geäußert hatten. Dort klang vor allem der Wunsch nach einer auto- und barrierefreien Promenade an. Einmal mehr war die Frage nach der künftigen Verkehrsführung auch Streitpunkt im Verkehrsausschuss am Dienstag. Die dortigen Bündnisfraktionen von Grünen, SPD, Linken und Volt setzten in einem Änderungsantrag durch, dass der gesamte Planungsbereich (insgesamt 55 000 Quadratmeter) grundsätzlich den Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein soll, Ausnahmen in Schrittgeschwindigkeit für Anwohner, Busse zu Schiffsanlegern und Kunden der Operngarage ausgenommen. In diesem Punkt ging der Beschluss über den Vorschlag der Verwaltung hinaus, der zwar eine fußgänger- und radfreundliche Gestaltung vorsah, aber die Möglichkeit eines Einbahnstraßenverkehrs offen gelassen hätte.

„Die Einbahnstraße ist zu kurz gesprungen“, sagte Rolf Beu von den Grünen. Gabi Mayer (SPD) sieht in der Planung eine „einzigartige Chance, eine Zone mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen“. Jürgen Wehlus von der CDU allerdings warnte davor, auf diesem Abschnitt praktisch überhaupt keinen regulären Autoverkehr mehr zuzulassen. „Wir haben zwar mit der B9 eine leistungsstarke Parallelstraße. Aber wenn die Koalition auf dieser Straße, wie angekündigt, eine Protected Bike Lane einrichten will, wird es dort enger.“ Jeglicher Bypass für die B9 falle so weg. Letztlich votierte der Ausschuss gegen die Stimmen von CDU und BBB bei Enthaltung der FDP für den Änderungsantrag des Bündnisses.

Mit einer Entscheidung des Stadtrat ist bald zu rechnen. Die Verwaltung betont in ihrer Vorlage die Dringlichkeit, um die an Fristen gebundenen erheblichen Fördergelder des Landes im Rahmen des Masterplans Innere Stadt nicht zu gefährden. Insgesamt prognostiziert die Stadt Gesamtkosten von 13,5 Millionen Euro, von denen das Land zwölf Millionen übernehmen würde. Ab Ende 2023 sollen die ersten Bagger rollen. Bis 2027, so die Planung, die neue Rheinpromenade fertig sein.

Der verkehrspolitische Sprecher des ADFC, Werner Böttcher, teilte am Freitag mit, er plädiere für eine vorzeitige Verkehrsberuhigung, beispielsweise in Form eines Pilotversuchs.