1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Bonn: Stadt verzichtet auf Förderung vom Land NRW - Stärkung der Innenstädte und Zentren

Stärkung der Innenstadt : Stadt Bonn verzichtet auf Förderung vom Land

Die Stadt Bonn verzichtet zum größten Teil auf eine Förderung des Landes NRW. Es handelt sich um das Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren. Der Grund: Die Projekte passen nicht zu den Anforderungen der Stadt, so die Verwaltung.

Das Land NRW gibt Geld zur Stärkung der Innenstädte und Zentren, und die Stadt verzichtet darauf: Den Bonner CDU-Landtagsabgeordneten Guido Déus und Christos Katzidis stieß es jüngst sauer auf, dass die Verwaltung „zum wiederholten Mal“ keinen Antrag für die Förderung gestellt hatte. Das hat laut Presseamt seine Gründe, so die Reaktion am Dienstag. Viele Bedingungen im Sofortprogramm träfen auf Bonn einfach nicht zu.

Das sei vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und den unternehmerischen Problemen der Galeria Karstadt Kaufhof im Sommer 2020 von der Landesregierung aufgelegt worden. Bei der Prüfung „stellte sich heraus, dass zahlreiche Punkte in diesem Programm auf Bonn nicht zutrafen“, teilt Markus Schmitz vom Presseamt mit. So verfüge die Stadt über keinen großflächigen Ladenleerstand, leerstehende Ladenlokale würden oft schnell wieder vermietet. Auch ein leerstehendes Warenhaus (gemeint ist Karstadt) sei zu diesem Zeitpunkt bereits wieder in der Vermietung gewesen, sodass da Hilfe nicht nötig war. Die Verwaltung halte zudem die Subventionierung von Ladenmieten für einen deutlichen Eingriff in den Immobilienmarkt.

Geld kam fürs Zentrenmanagement

Sinnvoll ist laut Stadt der Punkt „Einführung eines Zentrenmanagements“, woraufhin man beim ersten Aufruf für drei Stadtbezirkszentren je 100.000 Euro beantragt habe – die höchstmögliche Förderung. Im Dezember 2020 kam der Bewilligungsbescheid. „Das Zentrenmanagement hat im April 2021 seine Tätigkeit in Bad Godesberg, Beuel und auf dem Hardtberg aufgenommen. Die drei Gewerbevereine freuen sich über die Unterstützung der Zentrenmanagerin“, erinnert Schmitz und dabei an den erfolgreichen unternehmerischen Adventskalender, den es in diesem Jahr wieder geben soll.

Im Herbst kam, weil noch Geld vorhanden war, die Verlängerung des Sofortprogramms. Für Bonn kam nach Prüfung die Förderung von Umbauten von Ladenlokalen und eine Bezuschussung zum (temporären) Aufstellen von Stadtbäumen hinzu. Der Haken bei Letzterem: Nur die Lieferung und die Aufstellung der Bäume werden bezuschusst, nicht jedoch die Pflege über fünf Jahren hinweg. Das hätte Bonn pro Baum 10.000 Euro gekostet, „die nicht zur Verfügung stehen“, so Schmitz. „Sponsoren konnten nicht gefunden werden.“ Die Verwaltung beschreite ansonsten alternative Förderwege wie die Städtebauförderung und das Bundesprogramm zur „Stärkung der Innenstädte und Zentren“ durch das Ministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.