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Bonn: Stadtrat beschließt Tempo 30 auf zwei Hauptstraßen

Rat beschließt Geschwindigkeitsbegrenzung : Tempo 30 auf zwei Bonner Hauptstraßen

Im Laufe des Novembers soll auf der Königswinterer Straße und der Servatiusstraße Tempo 30 eingeführt werden. Die Pilotprojekte in Auerberg und Dransdorf führt die Stadt fort.

Die Stadt will im Laufe des Novembers Schilder auf zwei Bonner Hauptstraßen aufstellen, die die Geschwindigkeit dort auf 30 km/h begrenzen. Das Tempolimit ist in Friesdorf auf der Servatiusstraße und in direkter Verlängerung auf der Bernkasteler Straße zwischen der Einmündung Schwalbengarten und der Friesdorfer Straße auf etwa 1,5 Kilometer Länge geplant. Ebenso soll künftig maximal 30 Stundenkilometer auf der in Beuel liegenden Königswinterer Straße zwischen den Einmündungen Auf dem Grendt und Mehlemstraße, einer etwa zwei Kilometer langen Strecke, gelten.

Grundlage für den Ratsbeschluss in jüngster Sitzung ist das Gutachten „Lärmaktionsplan – Pilotprojekt Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen“. Für die Verwaltungsvorlage stimmte die Koalition aus Grünen, SPD, Linken und Volt sowie Ratsfrau Paula Erdmann von Die Partei. Dominik Maxein (Volt) sagte, es müsse das Ziel der Politik sein, vom Lärm in der Stadt herunterzukommen.

Großteil der Opposition befürchtet Schleichverkehre

CDU, FDP, AfD und der Bürger Bund Bonn (BBB) lehnten die Vorlage hingegen ab. Liberale und BBB befürchten Schleichverkehre in bewohnte Seitenstraßen. Jürgen Wehlus von der CDU erinnerte daran, dass die Verwaltung bisher nicht ihren Ankündigungen nachgekommen sei, die Ergebnisse eines laufenden Tests mit Tempo 30 An der Josefshöhe in Auerberg und Auf dem Hügel in Dransdorf mitzuteilen. Diese Informationen seien für weitere Entscheidungen aber notwendig. Die Stadt hat bisher lediglich mitgeteilt, sie sehe positive Effekte und bemerke eine Lärmminderung.

In Friesdorf will die Stadt die Einführung mit einem Monitoring begleiten, um herauszufinden, ob Verkehre ausweichen auf Im Bachele und die Kessenicher Straße. Die Verwaltung geht aber davon aus, dass die genannten Straßen weiterhin attraktiver sein werden als Alternativstrecken.

Auf die Frage des BBB, was die Stadtwerke Bus und Bahn zu Auswirkungen auf die Pünktlichkeit ihrer Linienbusse sagten, antwortete Planungsdezernent Helmut Wiesner, die SWB seien grundsätzlich skeptisch bei Tempo 30. Wenig begeistert war das kommunale Nahverkehrsunternehmen seinerzeit allerdings auch bei Einführung einer Bussen und Radfahrern vorbehaltenen Umweltspur auf der Kaiserstraße. Nach einer Evaluation lagen die Verzögerungen lediglich im Sekundenbereich.

Laufende Pilotversuche werden fortgesetzt

Die Tempo-30-Pilotversuche An der Josefshöhe und Auf dem Hügel will die Stadt fortsetzen und kündigt einen Erfahrungsbericht an. Bis Ende des Jahres will sie weitere Vorschläge für eine Ausweitung von Tempo 30 unterbreiten. Wie berichtet, sind die einzelnen Bezirksvertretungen aufgefordert, Ideen einzubringen, wo geeignete Standorte wären. Einen Antrag der Stadt an das Bundesverkehrsministerium, in Bonn als Pilotstadt flächendeckend Tempo 30 bis auf wenige Ausnahmen auf einigen Hauptstraßen einzurichten, hatte das Ministerium mit Verweis auf die in der Straßenverkehrsordnung vorgesehene Regelgeschwindigkeit von 50 km/h in Ortschaften abgelehnt.

Berlin teilte mit, Bonn solle die erweiterten gesetzlichen Spielräume nutzen, um Geschwindigkeitsbegrenzungen zu nutzen. Nach Auffassung der Stadt, wäre eine Ausweitung nun nicht mehr nur bei erheblichen Gefahren möglich wie beispielsweise an Unfallhäufungsschwerpunkten. Auch einfache Gefahren könnten Tempo 30 rechtfertigen. Lärmschutz der Anwohner und Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten können weitere Gründe sein. Die Stadt erhoffe sich von einer reduzierten innerörtlichen Regelhöchstgeschwindigkeit positive Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit, den Verkehrsfluss sowie Lärm- und Schadstoffemissionen.

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