Mitgliedschaft ausgeschlossen Bonner Studentenverbindung Staufia grenzt sich gegen die AfD ab

Bonn · Die Bonner Staufia hat beschlossen, dass die Mitgliedschaft in ihrer katholischen Studentenverbindung unvereinbar mit einer Parteimitgliedschaft in der AfD ist. Politischer Extremismus habe in ihrem Haus nichts zu suchen, waren sich Studenten und Alte Herren einig.

Demonstrationen gegen Rechtsextremismus wie hier in Bonn waren laut Staufia Anlass, sich selbst zur AfD zu positionieren.

Demonstrationen gegen Rechtsextremismus wie hier in Bonn waren laut Staufia Anlass, sich selbst zur AfD zu positionieren.

Foto: Benjamin Westhoff

Die Katholische Studentenverbindung Staufia hat beschlossen, dass ihre Mitglieder nicht gleichzeitig Mitglied der AfD sein dürfen. „Die Positionen der AfD sind mit den Werten der KDStV Staufia unvereinbar“, so die Verbindung. Die Staufia, 1905 in Bonn gegründet, hat ein Haus an der Baumschulallee und bietet dort auch Zimmer für Studenten an.

In ihrer Pressemitteilung bezieht sich die Staufia auf die Demonstrationen der vergangenen Wochen: „Seit mehreren Wochen sind die Bürgerinnen und Bürger aufgewacht und gehen mit den unterschiedlichsten Aktionen gegen Rechtsextremismus auf die Straße. Dabei sprühen die Demonstrantinnen und Demonstranten über vor Fantasie, um ihre Meinung kundzutun.“ Dennoch stelle sich die Frage: „Nur demonstrieren, was dann?“

Studenten und Alte Herren sind sich einig

Auch die Mitglieder der Staufia hätten sich diese Frage gestellt und sie mit einem Unvereinbarkeitsbeschluss zur AfD beantwortet, heißt es in der Pressemitteilung: „Studenten und Alte Herren waren sich einig, dass demokratische Studentenverbindungen unmöglich zu rechtsextremistischen Organisationen wie der AfD oder ihrer Jugendorganisation passen.“ Die Staufia will mit ihrem Beschluss, der auch auf der Internetseite veröffentlicht ist, zeigen, „dass dieser politische Extremismus ‚auf unserem Haus‘ nichts zu suchen hat, dass wir uns von den menschenverachtenden Aktionen dieser Gruppierung und ihrer Mitglieder distanzieren, dass wir für Offenheit und Toleranz stehen, wie es unser christliches Menschenbild vorgibt“.

Die Studentenverbindung hofft, dass ihre Aktion Nachahmer findet, innerhalb der Verbindungen in Bonn und darüber hinaus, aber auch an den Universitäten und am Arbeitsplatz. „Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit mit Studentinnen und Studenten aus dem Ausland an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zusammen zu studieren und zu arbeiten. Wir wollen weiterhin in einem demokratischen Rechtsstaat leben“, so die Staufia.

(koe)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort