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Bonn: Viktoriabrücke wieder geöffnet - Flanieren auf der autofreien Brücke

Brückenhälften gekoppelt : Viktoriabrücke ist wieder für den Verkehr geöffnet

Mehr als vier Tage lang war die Viktoriabrücke in Bonn wegen Bauarbeiten für Autos gesperrt. Am Wochenende spazierten oder radelten viele Bonner über die Großbaustelle. Seit Dienstagmorgen ist die Brücke wieder offen.

Das schöne Herbstwetter und die autofreie Viktoriabrücke nahmen am Wochenende viele Bonner als Gelegenheit, in aller Ruhe auf der Großbaustelle zu spazieren oder zu radeln. Schließlich ist das ein einmaliges Erlebnis. Mancher wanderte nicht nur über die Brücke, sondern auch rundherum, um den Fortschritt der Sanierung zu begutachten.

Zwar war die Einsatzleitstelle der Polizei auf mögliche Probleme durch die Vollsperrung vorbereitet, auf Nachfrage gab es Samstag und Sonntag aber weder Beschwerden, noch waren Einsätze notwendig. Staus auf der Umleitungsstrecke über Propsthof und Südunterführung waren nicht nennenswert. Offenbar hätten sich die Autofahrer durch die frühzeitige Information auf die Lage eingestellt und eine andere Route gewählt. Dass dennoch der eine oder andere vor der gesperrten Brücke lande, sei nicht auszuschließen.

Bis zum Dienstagmorgen war die Viktoriabrücke für den Autoverkehr gesperrt. Die Brücke wurde gegen 7.30 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben, teilte die Stadt Bonn am Dienstagmorgen mit. Grund für die Sperrung waren Bauarbeiten. Seit Freitag wurden die beiden Brückenhälften gekoppelt. Für das Erhärten des einzubauenden Betons musste die Verkehrsbelastung von der Brücke genommen werden, um Schwingungen zu vermeiden, erklärte die Stadt. Am Montagnachmittagwurde die Druckfestigkeit des Betons erfolgreich geprüft. Da sie ausreicht, konnte die Brücke am Dienstagfrüh für den Kfz-Verkehr wieder geöffnet werden.

Ende des Jahres soll das Brückenbauwerk nach dann fünfeinhalb Jahren fertig sein und in Betrieb gehen können. Die Kostenprognose alleine für Abriss und Neubau der Brücke lag ursprünglich bei 12,5 Millionen Euro und ist auf mittlerweile 37,5 Millionen Euro gestiegen.

Die Brücke stellte sich, so das Tiefbauamt, in Teilen als maroder heraus als die Voruntersuchungen vermuten ließen. Hinzu kamen die explorierenden Baupreise. Für das Großprojekt Viktoriabrücke, zu dem eine noch nicht gebaute Rampe von der Brücke zum Verteilerkreis Alter Friedhof ebenso gehört, wie die noch nicht erfolgte Verbreiterung und Verlängerung des Rad- und Fußgängertunnels an der Herwarthstraße, waren vor Beginn der Baustelle 24,6 Millionen Euro veranschlagt. 2019 kündigte die Stadt einen Kostensprung auf 45 Millionen Euro an. Die Summe wird nach aktuellem Stand kaum ausreichen.

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