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Bonn: Wenige Maikäfer in der Region - gefährlich für Menschen?

Auffällige Brummer : Wie verbreitet sind Maikäfer im Bonner Raum?

Sie sind rund drei Zentimeter groß, ihre Fluggeräusche leicht zu hören: Maikäfer sind aktuell wieder in einigen Regionen unterwegs. Wie verbreitet sind die auffälligen Brummer in Bonn und der Region? Und sind sie gefährlich?

In diesen Tagen können sie wieder zu hören und zu sehen sein: Maikäfer sind in Nordrhein-Westfalen teils weit verbreitet. Die wegen ihrer Größe und ihren Fluggeräuschen auffälligen Jumbos unter den Käfern zeigen sich für einige Wochen ab Mai, daher auch der Name. „Die Ausbreitung und Vermehrung kann regional recht unterschiedlich sein“, teilt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) auf Anfrage mit.

In Bonn kommt der Maikäfer eher selten vor. Es gebe kaum Maikäferfunde im Bonner Raum, erklärt Peter Schmidt von der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft. Es handele sich meist um Einzelmeldungen, ein großes Vorkommen habe es hier noch nicht gegeben. Maikäfer seien „wärmeliebende Tiere“, sagt Schmidt. Sie treten eher in warmen Hängen, auf Obstwiesen oder Wildwurfwiesen, aber auch am Waldrand oder in lichten Wäldern auf. „Maikäfer brauchen einen offenen Boden, eine offene Vegetation“, erklärt der Experte.

Den finden sie in den Wäldern in Bonn ebenfalls nicht. „Wir haben in diesem Jahr noch nichts festgestellt“, sagt Stephan Schütte, Forstamtsleiter des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft. Statt sandige und lockere Böden gebe es beispielsweise im Kottenforst vor allem schwere lehmige Böden, erklärt Schütte. Kein guter Untergrund für die Maikäfer. Hinzu komme die Kälte in den vergangenen Monaten, die den Waldboden noch gefestigter gemacht habe und somit noch unattraktiver macht für die Käfer. Auch wenn in den vergangenen Jahren mehr Maikäfer beobachtet wurden, „grundsätzlich sind sie im Kottenforst weniger verbreitet“, sagt Schütte.

Die Bodenbeschaffenheit ist wichtig für die Tiere, da sie die meiste Zeit ihres Lebens unterirdisch als Larven leben. Zwischen drei und fünf Jahre leben sie unter der Erde, sagt Peter Schmidt. Die Käfer selbst, die sich ihrem Namen entsprechend meist im Mai aus dem Erdboden graben, leben nicht lange, nur rund ein bis zwei Monate fliegen sie umher und vermehren sich erneut. Diese Zyklen machen sich auch beim Auftreten bemerkbar. „Es gibt immer so Wellen“, sagt Schmidt. Es entwickeln sich immer viele Maikäfer gleichzeitig, die dann „wellenartig“ hervorkommen. Bei einem vierjährlichen Zyklus etwa folgt auf drei Jahre mit niedrigem Aufkommen ein Jahr mit deutlich mehr Käfern, das sogenannte Maikäferjahr. „Deswegen hat man nicht jedes Jahr viele Tiere“, sagt er. Ein solches großes Vorkommen habe es im Bonner Raum aber noch nicht gegeben.

Von den drei Maikäfer-Arten kommt der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) in NRW am häufigsten vor. Der Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) sowie der Melolontha pectoralis, der keinen deutschen Namen hat, sind die beiden selteneren Vertreter der Gattung, heißt es beim Lanuv. Grundsätzlich sei der Feldmaikäfer im Tiefland in NRW weit verbreitet, in den Mittelgebirgslagen etwas weniger. Ein Vorkommen gebe es im Münsterland. Die letzten Maikäferjahre seien immer mit den Jahren der Sommer-Olympiade korreliert, sagt Wilhelm Deitermann, Pressesprecher des Landesamts.

Feldmaikäfer können mehr als drei Zentimeter lang werden, der Kopf, der Thorax sowie der Hinterleib sind größtenteils schwarz, Beine, Flügeldecken und die fächerartigen Fühler sind meist rotbraun. Trotz ihrer Größe und ihrer deutlich hörbaren Fluggeräusche stellen die Tiere aber keine Gefahr für den Menschen dar, sagt Peter Schmidt.