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Bonn: Wie die GehCheck-App Fußgängern helfen soll​

Qualität der Gehwege : Wie die GehCheck-App Fußgängern in Bonn helfen soll

Eine neue App soll dabei helfen, die Situation der Fußgänger zu verbessern. Dabei soll auf Mängel von Gehwegen in Bonn hingewiesen werden. Jeder kann sich daran beteiligen.

Die Qualität und Sicherheit von Gehwegen unterscheidet sich von Ort zu Ort teils erheblich. Eine neue App soll jetzt dabei helfen, die Situation von Fußgängern zu verbessern – auch in Bonn. Um möglichst viele Menschen anzusprechen, die dabei helfen sollen, die Gehwege zu klassifizieren, sei die neue GehCheck-App leicht zu bedienen und kostenfrei, erklärt Roland Stimpel vom Vorstand des Fachverbands Fußverkehr Deutschland, dem Betreiber der App. Die Daten würden anonym erhoben. Zur Registrierung brauche es nur eine E-Mail-Adresse. Die App könne über die üblichen Stores geladen werden.

Alle Einträge lassen sich demnach transparent über eine interaktive Deutschlandkarte ansehen. Mit der Zeit soll so ein umfassendes Bild davon entstehen, wo die Fußgängerzonen funktionieren und wo noch Nachholbedarf besteht. Dabei sollen nicht nur technisch affine Nutzer angesprochen werden, sondern möglichst viele unterschiedliche Gruppen von Menschen jeden Alters, um ein möglichst vollständiges Gesamtbild der Fußgänger Situation zu erhalten. In Unterkategorien können auch Fotos hochgeladen werden, es kann auf Hindernisse oder Defekte hingewiesen werden, ganz subjektiv.

Rund 600-mal sei die App bisher bundesweit heruntergeladen worden, sagt Stimpel. Manche nutzten sie kaum bis gar nicht, andere hätten schon 100 Meldungen gemacht. In vielen Städten gebe es Ortsgruppen des des Fachverbands Fußverkehr Deutschland, in Bonn bisher noch nicht. Doch das ist aus Sicht von Stimpel auch nicht nötig, da jeder die App auslesen könne. Das könne eine Schule sein, die den Schulweg sicherer machen möchte, oder auch kleine Gruppen bis hin zu Einzelpersonen, können diese Daten nutzen, um auf Missstände oder besonders schöne Wege hinzuweisen. Niemand müsse dafür dem Verein beitreten. Einen empirischen, wissenschaftlichen Anspruch stellt der Verein nicht an die App. Es gehe darum, Meldungen zu sammeln und allen zur Verfügung zu stellen.

Dennoch sollen sie auch Städteplanern in Zukunft ermöglichen, ihre Pläne besser an die Bedürfnisse der Bewohner anzupassen. Dabei sammelt die App Daten, um die größeren und größten Ballungsräume für Fußgänger ausfindig zu machen und gegebenenfalls mit entschleunigenden Mitteln einzugreifen. Andererseits könnten bei Neubauten diese Ballungsräume berücksichtigt und geschützt werden, um die Fußgänger-Routen nicht unnötig komplizierter zu machen.

Entwickelt wurde die App von dem Darmstädter Unternehmen Werdenktwas GmbH, welches sich im Bereich Digitalisierung der Bürgerbeteiligung bereits einen Namen gemacht hat – beispielsweise mit dem sogenannten Mängelmelder, mit dem aufmerksame Bürger Schäden im öffentlichen Raum melden können. Nach ersten erfolgreichen Tests in Städten wie Köln, Essen, Erfurt oder Kassel sollen nun auch die Bonner von der neuen App profitieren. Das Umweltbundesamt förderte die Entwicklung dieser App im Rahmen eines Forschungsprojektes.