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Bonn - Wie die Stadt sich gegen künftige Fluten schützen will

Katastrophenschutz in der Stadt : Wie Bonn sich gegen künftige Fluten schützen will

Beim Starkregen Mitte Juli ist Bonn glimpflich davongekommen - im Gegensatz zum Ahrtal und der Voreifel. Dennoch beschäftigt sich die Stadt nun mit der Unwetterkatastrophe, um in Zukunft gewappnet zu sein.

Die Flutkatastrophe und ihre Folgen mit vielen Toten und Schäden in Milliardenhöhe hat auch den Stadtrat in seiner Sondersitzung am Montagabend beschäftigt. Obgleich nicht so verheerend wie an der Ahr und Swist, so hatte der Starkregen auch in Bonn zu vielen Schäden geführt. Zudem mussten Bewohner wie in Lessenich mit Hilfe der Einsatzkräfte aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden. Die Ratskoalition aus Grünen, SPD, Linke und Volt hat nun einen Antrag gestellt, in dem sie unter anderem fordert, zu prüfen, ob der Beirat für den ehrenamtlichen Bevölkerungs- und Katastrophenschutz eine Sondersitzung durchführen soll.

„Wir wollen mit diesem Antrag in einen Diskussionsprozess einsteigen“, erklärte Nico Janicke (SPD) das Anliegen. So soll die Verwaltung die politischen Gremien auch über die langfristigen und komplexen Auswertungen und Schlussfolgerungen der Ereignisse aus dem Hochwasserereignis vom 14. Juli unterrichten. Sie soll außerdem Klimaanpassungsmaßnahmen zügig vorzubereiten und umzusetzen. Wichtige Bausteine wären dabei die Erstellung des Freiraumkonzeptes und das Konzept der wassersensitiven Stadt – Stichwort Schwammstadt. Entsiegelungsmaßnahmen, Schaffung von Retentionsräumen und Regenrückhaltebecken seien dabei wichtige Bausteine.

Folgen hoher Niederschläge darstellen

Außerdem soll die Verwaltung darstellen, welche Folgen Niederschlagsraten auf Bonn haben könnten, wie sie etwa im Kreis Ahrweiler und im Kreis Euskirchen gemessen wurden. Es soll dargelegt werden, mit welchen Fristen vor einem solchen Ereignis gewarnt werden kann und inwieweit die Bevölkerung zielgerichtet informiert werden kann. Zudem wollen die Antragsteller wissen, wie der Schutz der Bonner und der Infrastruktur, insbesondere im Umfeld kleinerer Wasserläufe um die Bonner Hochlagen wie zum Beispiel auf dem Venusberg oder im Ennert, bei Starkregenereignissen unverzüglich und auch langfristig verbessert werden könne.

Ein Antrag, der durchweg auf positive Reaktionen der Fraktionen stieß und einvernehmlich bei Enthaltung des Bürger Bundes Bonn angenommen wurde.

OB dankt allen Flut-Helfern

Stadtbaurat Helmut Wiesner und Stadtdirektor Wolfgang Fuchs sagten alle relevanten Informationen zu dem Thema zu. „Wir werden darüber weiter in den Fachausschüssen diskutieren“, sagte Fuchs.

Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) hatte sich zuvor öffentlich bei allen Helferinnen und Helfern aus Bonn für ihren Einsatz für die Flutopfer bedankt. Ausdrücklich lobte sie auch ihre eigene Verwaltung, die schnell und unbürokratisch unmittelbar nach der Flutkatastrophe an vielen Stellen geholfen habe - unter anderem durch die zügige Einrichtung eines Callcenters für Wohnungssuchende und Anbieter. „Die Bonnerinnen und Bonner haben eine unglaublich große Solidarität gezeigt. Wir hatten in kurzer Zeit rund 20.000 Wohnungsangebote vorliegen.“

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