1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Einstimmiger Beschluss: Bonn will die 60-Prozent-Quote bei U3-Kinderbetreuung

Einstimmiger Beschluss : Bonn will die 60-Prozent-Quote bei U3-Kinderbetreuung

Einstimmig sprach sich der Jugendhilfeausschuss dafür aus, zukünftig für 60 Prozent der unter Dreijährigen (U 3) in Bonn Kindertagesstätten- und Tagespflegeplätze zu bieten.

Das wäre eine Steigerung von 13,2 Prozent gegenüber derzeit 46,8 Prozent, mit denen Bonn NRW-weit schon gut abschneide, rechnete Verena Lautz (CDU) vor. Ihre Fraktion gibt den Antrag nun mit den Grünen und der FDP an den Rat weiter. „Wir wollen damit für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen“, erklärte Dorothea Schmitz (Grüne). Die Verwaltung solle nun also die Voraussetzungen für den nach Meinung der Jamaika-Koalition bedarfsgerechten Ausbau von U 3-Plätzen und die finanziellen Aufwendungen dafür darstellen, so Achim Schröder (FDP).

Der Bund und das Land NRW sollten sich weiterhin an den Investitions- und den laufenden Betriebskosten beteiligen, steht im Antrag weiter. Das müsse von der Verwaltung über den kommunalen Spitzenverband kommuniziert und in Zusammenhang mit dem Kinderförderungsgesetz gesetzt werden.

Seit August 2013 besteht durch Änderung dieses Gesetzes ein Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder einer Kindertagespflege für alle Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben. Zudem sind auch Kinder unter einem Jahr zu fördern. Laut Verwaltung stehen im aktuellen Kindergartenjahr 4013 U 3-Plätze zur Verfügung, davon 2913 in Tageseinrichtungen und 1100 in der Tagespflege. Damit seien also für 46,8 Prozent der 8582 Kinder im Alter von vier Monaten bis unter drei Jahren Betreuungsangebote in öffentlich geförderten Tageseinrichtungen oder in der Tagespflege vorhanden.

Die SPD kam im Ausschuss mit ihrem Änderungsantrag zu einem Punkt nicht durch. Darin hatte sie den Wunsch geäußert, die Trägervielfalt in der Bonner Kita-Landschaft zu erhalten und dabei neue Trägerschaften im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens auszuwählen. Innerhalb des Verfahrens solle durch ein Punktesystem noch mehr Transparenz geschaffen werden, forderte Dörthe Ewald von der SPD. Ihr Parteikollege Gabriel Kunze betonte, im Sinne der Kinder und Jugendlichen müsse vorrangig die Qualität des pädagogischen Konzepts vor dem Preis entscheiden.

Sie befinde sich hier wohl im falschen Film, wie könne die SPD den Antrag der Jamaika-Koalition nicht würdigen, kritisierte CDU-Politikerin Lautz. Wichtig sei doch jetzt der Ausbau auf 60 Prozent U 3-Plätze und nicht ein Nebenschauplatz. Man sei hier in keinem „Wunschkonzert“, sondern „finanziell gefesselt“, erwiderte auch Achim Schröder (FDP). Dörte Ewald (SPD) wehrte sich im Namen ihrer Fraktion: Man schließe sich ja dem Antrag an, wolle aber zukünftig bei Entscheidungen über Trägerschaften die Bewerbungsunterlagen der Kandidaten einsehen.