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Bonn: Zigarette soll Auslöser für Brand in der Ermekeilkaserne sein​

Verletzte erlitten Rauchvergiftung : Zigarette soll Auslöser für Brand in der Ermekeilkaserne sein

Das Feuer in der Ermekeilkaserne in der Bonner Südstadt am 25. Mai ist offenbar durch eine in Brand geratene Matratze verursacht worden. Elf Zimmer sind aktuell unbewohnbar. Verletzte konnten nach wenigen Stunden das Krankenhaus verlassen.

Das Feuer in der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) für Geflüchtete in der Ermekeilkaserne am 25. Mai ist offenbar durch eine brennende Matratze in einem der Zimmer verursacht worden. Auslöser für den Brand selbst sei nach aktuellem Stand eine heruntergefallene Zigarette gewesen, heißt es von der Bezirksregierung Köln, die die Einrichtung betreibt. Die Ermittlungen dauern demnach an. Die Polizei sprach damals von mehreren Verletzten mit Rauchgasvergiftungen.

Auch vier Mitarbeiter erlitten Rauchvergiftungen

Wie die Feuerwehr mitteilte, hatte zunächst eine automatische Brandmeldeanlage Alarm geschlagen. Bei Eintreffen der Feuerwehrleute hatten bereits Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, der das Gelände überwacht, mit Feuerlöschern gegen das Feuer angekämpft und dieses eingedämmt. Dadurch sei der Brand auf das Zimmer begrenzt worden. Die Mitarbeiter hätten sich dabei Rauchgasvergiftungen zugezogen, vier von ihnen wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Die Feuerwehr kontrollierte den betroffenen Bereich mit einem Trupp unter Atemschutz und mittels einer Wärmebildkamera. Mit einem Belüftungsgerät wurde der stark verrauchte Flurtrakt sowie die angrenzenden Zimmer von Rauchgasen befreit.

Ermekeilkaserne ist seit 2015 Flüchtlingsunterkunft

Das Gelände der Ermekeilkaserne wird seit 2015 als Notunterkunft für Geflüchtete genutzt. Zahlreiche Bewohner des Areals wurden evakuiert und befanden sich zur Einsatzzeit im Innenhof des Areals. Die Feuerwehr war mit 30 Feuerwehrleuten im Einsatz.

In vergangener Zeit hatte es immer wieder Brände in Bonner Notunterkünften gegeben. So hatte es im Oktober 2021 in der Sammelunterkunft im Kessenicher Rheinweg gebrannt. Ein 39-jähriger Bewohner war daraufhin wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen worden. Im November brannte es dort erneut, aus Panik sprang ein Mann aus dem Fenster. Auch hier vermuten die Behörden, dass der Brand gelegt worden war.

Bundesweit erregte ein Fall in der Asylbewerberunterkunft an der Deutscherrenstraße in Bad Godesberg Aufsehen. Zwei Männer hatten dort aus Frust über ihren abgelehnten Asylantrag und aus Rache ein Feuer gelegt. Im Internet kursierte ein Video, das einen jungen Mann zeigte, der eine Papiertüte anzündete und diese auf einen Berg alter Matratzen warf.

(ga)