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Schandflecke in der Innenstadt: Bonner ärgert sich über große Verteilkästen der Telekom

Schandflecke in der Innenstadt : Bonner ärgert sich über große Verteilkästen der Telekom

Während sich Bonn trotz Corona-Krise für das Beethovenjubiläum rüstet und sich aufhübscht, hat die Telekom große Verteilkästen aufstellen lassen. Das ärgert einen Anwohner, weil mehrere touristische Ziele betroffen sind.

Bonn rüstet sich trotz Corona-Krise für das Beethovenjubiläum und hübscht sich auf – beispielsweise in der Bonngasse. Dort legte ein örtliches Garten- und Landschaftsbauunternehmen vor wenigen Wochen „Hovens Beet“ an (der GA berichtete). Große Bäume in Holzkübeln, Staudenpflanzen und Bänke zaubern so in direkter Nähe zum Beethovenhaus einen temporären Garten in die City.

Eine tolle Idee, findet Axel Mörer, der in der Bonngasse lebt und Sprecher des Allgemeinen Fahrradclubs Bonn/Rhein-Sieg ist. Dennoch wünscht er sich, dass auch andere diesem Beispiel folgen und helfen, die Stadt herauszuputzen – zum Beispiel die Deutsche Telekom. „In den letzten Monaten wurden riesige Verteilerkästen in der Innenstadt aufgebaut, die sprachlos machen. Während Inhaber historischer Häuser jeden Anstrich mit der Stadt abstimmen müssen, verschandelt die Telekom derzeit Plätze und Gassen der Innenstadt – und keiner gebietet Einhalt“, beklagt Mörer.

Besonders ärgerlich ist für ihn, dass diese monströsen Verteilkästen ausgerechnet an touristisch besonders interessanten Standorten stehen. „Dabei liegen unter Marktplatz, Friedensplatz und Münsterplatz Tiefgaragen. Könnte da die Verteilertechnik nicht eine Etage tiefer eingebaut werden?“ Und so falle jetzt der Blick der Bonner und ihrer Gäste, die vom Beethovenhaus aus über die Bonngasse zum Markt schlendern, direkt auf einen riesigen, grauen und verschmierten Telekom-Kasten. „Vor dem ehemaligen Brauhaus Zum Bären, vor der Metropol-Fassade, selbst in eine Nische der Namen-Jesu-Kirche wurden sie aufgebaut – scheußlich“, ärgert sich Mörer.

Gegenüber dem GA bestätigte die Telekom, dass im Zuge des Nahbereichsausbaus in der Zeit zwischen Juni und Dezember sogenannte „Multifunktionsgehäuse“ (MFG) aufgestellt wurden. Diese „variieren in der Größe, abhängig von der Anzahl der jeweils zu versorgenden Kunden. Da diese MFG zusätzliche Systemtechnik beherbergen, ist der Platzbedarf beziehungsweise das Gehäuse größer, als bei den bisher genutzten Kabelverzweigern. Denn nur mit den MFG können überhaupt erst die schnellen Internetanschlüsse ermöglicht werden“, erklärt George-Stephen McKinney von der Unternehmenskommunikation.

Bei der Standortwahl würden verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. „Nach Möglichkeit überbauen wir bereits vorhandene Kabelverzweiger, indem wir die zusätzliche Technik dorthin verlegen beziehungsweise unterbringen und das neue Verteilergehäuse errichten. Ergo wird der ohnehin genutzte und bereits mit dem Wegebaulastträger (Stadt Bonn) abgestimmte Standort verwendet“, so der Sprecher. Würden neue Standorte benötigt, würde das bei der Stadt beantragt. Der Netzausbau der Bonner Nahbereiche sei fast abgeschlossen und aktuell werden keine neuen Kästen aufgestellt, versichert er.

Einig sind sich Mörer und der Unternehmenssprecher, dass es ärgerlich ist, wenn die Kästen innerhalb weniger Tage mit Graffiti beschmiert werden. „Leider betrifft das nicht nur die Telekom, sondern sämtliche Versorgungsunternehmen, die Technik im öffentlichen Raum aufstellen müssen. Diese Form von Vandalismus zu verhindern, ist kaum möglich“, ergänzt McKinney. Er verweist allerdings auf die Möglichkeit, dass Privatleute in Absprache mit dem Unternehmen Verteilerkästen gestalten können. Die Voraussetzungen dafür sind in einem Flyer (Aus Grau wird Bunt) zusammengefasst.

Weitere Informationen gibt es unter www.telekom.com.