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Ärger mit NetCologne: Bonner Digital-Firma hat nach Umzug keinen Internetanschluss

Ärger mit NetCologne : Bonner Digital-Firma hat nach Umzug keinen Internetanschluss

Die Bonner Firma „Infoware“ wartet seit ihrem Umzug in die Nordstadt am 22. November auf die Internet- und Telefonverbindung. Für eine Digital-Firma kommt das einer Katastrophe gleich. Schuld sei die Telekommunikationsfirma „NetCologne“, die wiederum sieht das anders.

Die Bonner Firma „Infoware“ ist vor mehr als zwei Wochen von Hochkreuz in die Nordstadt umgezogen. Dort vermisst sie etwas für eine Digital-Firma mehr als Essenzielles: Eine funktionierende Internet- und Telefonverbindung. Schon seit Frühling sei der Umzug des mittelständischen Unternehmens im Bereich der GPS-Navigationstechnologie beschlossene Sache, gibt der Managing Director der Firma Thomas Schulte-Hillen bekannt. Seitdem seien Mitarbeiter in Kontakt mit der Telekommunikationsfirma „NetCologne“, die bis zum 22. November für den Umzug der Telefon- und Internetverbindung sorgen sollte. Bei Infoware ging man davon aus, dass beide Verbindungen zeitgleich umgelegt werden. „Es kam dann ein Mitarbeiter vom NetCologne vorbei, um den Telefonanschluss zu installieren, er wusste aber nichts vom Internet“, berichtet Schulte-Hillen. Das Problem: Es handelt sich bei Telefonie und Internet um zwei separate Produkte der Firma NetCologne. Als diese zusicherte, zum 22. November die Telefonverbindung zu installieren, ging man bei Infoware davon aus, dass die Internetverbindung mitgemeint ist.

Auftrag sei zu spät eingereicht worden, so NetCologne

NetCologne betont nun, eine solche Zusage nicht gemacht zu haben: „Der Auftrag wurde schriftlich am 5. November für Ende November eingereicht“, berichtet Jennifer Becker von der Pressestelle. Für einen solchen Auftrag müsse man allerdings sechs Wochen vor dem gewünschten Umzugstermin schriftlich benachrichtigt werden. Hier seien es nur vier Wochen gewesen. Thomas Schulte-Hillen findet diese Argumentation nicht nachvollziehbar: „Wir standen monatelang mit den Leuten von NetCologne in Kontakt und haben klargemacht, wann wir umziehen. Da sollte doch allen Beteiligten klar sein, dass wir als Digital-Firma auch das Internet rechtzeitig brauchen“, findet er. NetCologne beharre dennoch darauf, keinen Termin für die Installation des Internets zugesagt zu haben. „Juristisch mag das korrekt sein, faktisch ist es aber ein Unternehmen, das ja auch einen Versorgungsauftrag hat“, betont der Managing Director. „Das ist ja so als würde man jemandem sagen: ‚Sie kriegen frisches Wasser, aber kein Abwasser‘. Es geht ja darum ob diese Firma weiterarbeiten kann oder nicht“, so Schulte-Hillen.

Internet ist aktuell nur mit einer Mobilfunkkarte möglich

Tatsächlich sind große Teile der Arbeit in der Firma zurzeit lahmgelegt. Zwar habe man sich um eine Übergangslösung in Form einer Mobilfunkkarte bemüht, die immerhin eine Internetverbindung im neuen Firmensitz herstellt, mit deren Hilfe beispielsweise Mails beantwortet werden können. Die großen Datenserver vor Ort können damit aber nicht laufen. Die Navigations-App der Firma, mit der zum Beispiel Lkw ausgestattet werden, funktioniere über einen Internetserver, der in Rechenzentren positioniert ist. Diese sind zwar nicht von dem Internetproblem betroffen, Infoware beschäftigt allerdings etwa 20 Softwareentwickler an ihrem Standort in Bonn, die mit den Servern kommunizieren müssen, um diese weiterzuentwickeln. „Diese Arbeit ist zurzeit praktisch nicht möglich“, sagt der Managing Director.

Wann das alle wieder funktionieren wird, sei offen: „Wir wissen es nicht. Wir kriegen ab und zu wohlklingende Mails, in welchen gesagt wird, dass jemand in den nächsten Tagen kommt, um die Verbindung herzustellen. Das tritt dann aber nicht ein.“ Daher möchte Infoware im Notfall nun auch vor Gericht ziehen und einen Schadensersatz in Höhe von 2740 Euro täglich geltend machen. NetCologne kündigt an, den Internetanschluss nun schon am Mittwoch anzuschließen.