Sondermarkenset zu Asterix Bonner gestaltete Briefmarken des tapferen Galliers

BONN · Der Diplomdesigner Thomas Steinacker ist für die Gestaltung von Briefmarken zuständig und hat im Post Tower ein Sondermarkenset zu Asterix gestaltet.

 Der Briefmarkenblock zeigt eine gallische Dorfszene.

Der Briefmarkenblock zeigt eine gallische Dorfszene.

Foto: 2015 LES ÉDITIONS ALBERT RENÉ / GOSCINNY - UDERZO

Asterix macht Probleme. Soll er nach links oder rechts schauen? Oder direkt in die Augen des Betrachters? Darf er laufen oder sich in eine Hallo-hier-komm-ich-Pose schmeißen? Am Ende stützt er die Hände in die Hüften und präsentiert sich so, wie viele Fans den tapferen Gallier seit Jahrzehnten kennen. Mit der Gestaltung der aktuellen Sondermarken mit Asterix und seinen Freunden hat sich Grafiker Thomas Steinacker im Post Tower viel Mühe gegeben. Er hat die Szenen im Markenblock komponiert und jede Menge witzige Sachen eingebaut, verrät auch ein paar Geheimnisse.

Der Diplomdesigner ist seit April 2014 bei der Deutschen Post DHL für die Gestaltung von Briefmarken zuständig. Studiert hat er an der Gesamthochschule Wuppertal und später viel für die klassische Werbung, aber auch Behörden gearbeitet. "Asterix ist die erste Marke, die ich zu großen Teilen selbst gestaltet habe", sagt der 51-Jährige, der mit seiner Frau und den beiden Söhnen (13, 17) in Neunkirchen-Seelscheid wohnt.

Da passt es bestens, dass die drei Männer selbst Riesenfans der französischen Comics sind. "Die Trabantenstadt" und "Asterix auf Korsika" sind Steinackers Lieblingshefte. Klar, dass der gerade erschienene 36. Band "Der Papyrus des Cäsar" gekauft und gelesen wird.

Prozess über 2 Jahre

Die Idee mit der Asterix-Briefmarke stammt von Lutz-Hermann Richter, Chef der Abteilung Postwertzeichen. Etwa zwei Jahre dauert es, bis alles fertig ist und die erste Marke durch die Druckwalzen läuft. So musste die Post zunächst bei den Franzosen die Rechte kaufen, bevor sich Steinacker und Kollegin Bettina Walter um die Gestaltung kümmern konnten.

Neben den Nischenprodukten für Philatelisten (Ersttagsbrief, Erinnerungsblatt und Ausgabe mit Stempeln) sollten es ein Zehner-Markenset und ein sogenannter Block mit dem Maßen 18 mal zwölf Zentimeter werden. Der besteht aus einer klassischen Dorfszene, wie sie Leser regelmäßige als Bankett am Ende der Comics finden. Daraus lassen sich gestanzt Asterix und Obelix (je 62 Cent) und Hund Idefix (21 Cent) herauslösen.

Der ganze Block entspricht mit 1,45 Euro dem Porto eines Großbriefes und kann als Ganzes aufgeklebt werden. "Ich darf nicht selbst zeichnen", sagt Steinacker. Alle Figuren und Szenen stammen aus der Feder der Zeichner von "Les éditions Albert René". Allerdings hat er viel geknobelt, wie das ganze Bild stimmig ist, aber gleichzeitig auch eine Handlung auf die Marke passt, die für sich sprechen kann.

Enge Abstimmung mit den Franzosen

Per E-Mail kamen ständig neue Entwürfe aus dem Nachbarland, an denen Steinacker dann digital am Computer feilte. So rennt Obelix nun mit einem Wildschwein zu Falballa, um sie zu bezirzen. Idefix freut sich über seinen Knochen im Maul. Bei der Pose von Asterix dauerte es, bis sie Steinacker gefiel.

Die Ideen der Zeichner passten ihm nicht; mal stimmte die Haltung nicht, auch durfte der Held nicht aus der Marke und damit später aus einem Brief hinauslaufen. Der Grafiker hat aber auch etwas gelernt, denn - beim Teutates - Asterix darf als Rechtshänder sein Schwert immer nur links tragen. Aus drei der vielen Figurvariationen hat der 51-Jährige letztlich seinen Asterix komponiert, mit dem am Ende auch die Franzosen leben konnten.

"Die Räumlichkeit war mir ganz wichtig", sagt Steinacker, der entsprechend die ersten Entwürfe verändert hat. Da kocht Miraculix seinen Zaubertrank, Barde Troubadix hängt gefesselt im Baum, und Majestix lässt sich durchs sommerliche Dorf tragen. Verleihnix und Automatix schreien sich an. Die Franzosen sind Steinacker da ursprünglich etwas zu friedlich. "Ich bin ein großer Fan der Streitereien." Wer genau hinschaut, erkennt seine Idee, den Briefträger Rohrpostix, der Granitplatten ausfährt, in die Szene zu integrieren.

"Der muss natürlich rein." So ist also ein weltweit einzigartiger Block in limitierter Auflage entstanden, der im April fertig war. Auch am Markenset hat Steinacker viel gearbeitet, das Titelmotiv und die Zaubertrankszene ausgewählt sowie den Text auf der Rückseite verfasst. Nun steht ein neues Briefmarken-Projekt an: der 200. Geburtstag von Ernst Litfaß.

So entstehen Briefmarken

Die Post gestaltet etwa die Hälfte aller Marken, die jährlich herauskommen, selbst. Das darf sie seit 1. Januar 2013. Für den Rest - und früher komplett - ist das Bundesministerium der Finanzen zuständig. Das hat auch damit zu tun, dass es sich bei den Marken um ein Zahlungsmittel handelt.

Entsprechend werden sie auch in Wertpapierdruckereien gedruckt, etwa in der Bundesdruckerei. Die Anzahl der jeweiligen Briefmarken ist festgelegt. Die Asterix-Auflage ist limitiert. Generell teilt die Post die Höhe der Auflage erst nach drei Jahren mit, "um den Sammlermarkt nicht zu beeinflussen", sagt Alexander Edenhofer, Sprecher von Deutsche Post DHL.