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15 Jahre Nightfever: Bonner Gläubige feiern ungewöhnlichen Gottesdienst

15 Jahre Nightfever : Bonner Gläubige feiern ungewöhnlichen Gottesdienst

Bei Nightfever laden Gläubige spontan Menschen auf der Straße ein, mit ihnen einen Gottesdienst zu feiern. Das Format feiert nun das 15-jährige Bestehen in St. Remigius.

Volles Haus in St. Remigius: Zum 15-jährigen Bestehen der Nightfever-Initiative feierte der Kölner Weihbischof Rolf Steinhäuser zusammen mit 107 Kirchenbesuchern am Samstagabend eine Dankmesse. Wegen der Corona-Schutzbestimmungen wurde die Zeremonie auch per Livestream im Internet übertragen. „So ein Abend ist eine gute Möglichkeit, die beiden Grunddinge der Kirche, also das Sammeln und Senden, zusammen zu bringen“, sagte Steinhäuser.

Im Oktober vor fünfzehn Jahren haben Katharina Fassler und Andreas Süß mit Studierenden, Priesteramtskandidaten, Gemeinschaften und Orden die erste Nightfever gefeiert. Nach dem Kölner Weltjugendtag war es ihr Wunsch, dass möglichst viele Menschen die Barmherzigkeit Gottes erfahren. „Inzwischen hat sich Nightfever durch die Begeisterung vieler junger Menschen in 27 Länder an über 4300 Abenden an 455 Orten auf der ganzen Welt ausgebreitet“, berichtete Andreas Süß.

Das Besondere an Nightfever sei, dass junge Ehrenamtliche selbstständig einen spirituellen Abend gestalten und durch diese Verantwortung auch mehr in Kirche hineinwachsen, so der Pfarrer. „Sie erleben, dass sich durch ihre Unterstützung die Kirche jung, froh, offen und einladend gestaltet.“ Bei der Nightfever, die in der Regel einmal im Monat stattfindet, sollen Menschen, die eigentlich eine andere Abendplanung hatten, von der Straße spontan in die Kirche eingeladen werden. „Um zu sehen, dass der Glaube etwas Wunderbares ist und Freude und Gelassenheit schenken kann“, erklärte Süß. „Es ist für uns eine große Freude, zu sehen, dass sich viele Menschen am Nightfever-Abend einladen und berühren lassen“, ergänzte Carola Nussbaum (27), eine der beiden Leiter von Nightfever in Bonn.

Die Abende hätten Nussbaum innerlich gestärkt, weil sie so mehr Gott begegnen konnte und weil sie hier „eine tolle Gemeinschaft mit anderen jungen Menschen“ kennengelernt habe, so die Theologiestudentin. „Ich habe so viel geschenkt bekommen und möchte jetzt etwas zurückgeben, sodass auch andere diese Begegnungen machen können.“

Student Kilian Volmer (20) kommt seit zwei Jahren zu Nightfever. „Ich finde, dass es eine schöne Gelegenheit ist, zur Ruhe zu kommen“, sagte er. Und sein Glaube werde durch das ruhige Gebet gestärkt. „Man kann hier sein Anliegen vor Gott tragen und kommt danach gestärkt aus der Kirche.“

Eine innere Ruhe habe auch Johanna Frank (20) bei ihrer ersten Begegnung mit Nightfever verspürt. „Ich wurde von Freunden eingeladen und habe hier viel Liebe, Freude und Frieden verspürt, sodass ich total erfüllt nach Hause gegangen bin.“ Nun will die Studentin andere Menschen zum Gebet einladen, weil die Erlebnisse prägend seien. „Es gibt immer wieder Momente, wo ich berührt bin und weiß, dass bei Gott meine Heimat ist“, so Frank.