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Offensive gegen Hotelketten: Bonner Hoteliers gründen Bündnis "Die Originale"

Offensive gegen Hotelketten : Bonner Hoteliers gründen Bündnis "Die Originale"

Familiengeführte Häuser in Bonn wollen sich gegenüber den Betreibern von Hotelketten besser positionieren und haben deshalb ein Bündnis geschlossen. Auf der Tourismus Börse in Berlin wollen sie für sich werben.

14 Hoteliers aus Bonn haben sich zu einer Kooperation „die Originale – Echte Bonner Hotels“ zusammengeschlossen, um „ein klares Bekenntnis zu ihren Bonner Wurzeln“ abzugeben. Neu ist die Zusammenarbeit der Hotels nicht, erklärt Michael Schlößer, Vorsitzender des Bonner Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), dem General-Anzeiger. Er selbst ist als Betreiber mehrerer Hotels in Bonn, darunter das Basecamp, Mitglied der Initiative.

Schon seit 1999 arbeiteten viele der Hotels zusammen und betrieben Erfahrungsaustausch, damals noch unter dem Namen „Arbeitskreis Bonner Stadthotels“. Heute sind „Die Originale“ mit 14 Hotels und 550 Zimmern und Appartements laut Schlößer Deutschlands größte städtische Kooperation inhabergeführter Hotels. Als Grund für die Initiative nannte er vor allem die wachsende Zahl von Häusern von Hotelketten auch in Bonn, die ihre Zimmer in etwa in der Preiskategorie anböten wie die meisten der Familienbetriebe in der Stadt. So hat vor wenigen Monaten ein „Motel One“ an der Berliner Freiheit eröffnet, ein weiteres Hotel dieser Kette entsteht derzeit vor dem Hauptbahnhof.

„Das ist natürlich gut für die Stadt, ich kann verstehen, dass die Wirtschaftsförderung froh darüber ist“, sagt Schlößer. Andererseits bedrohe diese Entwicklung die familiengeführten Hotels, und dem wolle man etwas entgegensetzen. Jedes dieser Hotels sei ein Original. Oftmals seien die Inhaber wie er echte Bonner, die ihren Gästen über das normale Freizeit- und Kulturangebot hinaus wertvolle Tipps und Informationen für den Bonn-Aufenthalt bieten könnten. Zudem würde der Zusammenschluss gemeinsame Marketingmaßnahmen ermöglichen, die für jeden Einzelnen nur schwer zu leisten wären.

Bis 2020 steigt die Zahl der Betten auf 10.265

So sind „Die Originale“ auf der Reisemesse ITB in Berlin ebenso vertreten wie auf Stadt- und Bürgerfesten in Bonn. Sie geben eine eigene Gästekarte heraus und führen Gespräche mit nationalen und internationalen Reiseveranstaltern. Gemeinsam mit mehr als 25 Partnern aus Bonn und der Region, darunter Restaurants sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen, bieten „die Originale“ mit ihrer Gästekarte zahlreiche Mehrwerte und Vergünstigungen für den Bonn-Aufenthalt.

Die Betreuung der Hotelkooperation sowie die Durchführung der Maßnahmen erfolgt durch die Rheinland Tourismus GmbH, um das ganze auf professionellere Füße als bisher zu stellen, erklärt Schlößer. Und was ist mit der Tourismus- und Congress GmbH (T&C), die immerhin auch mit städtischen Geldern finanziert wird? „Die machen eine gute Arbeit bei der T&C, aber wir wissen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, damit man uns so unterstützt, wie wir es uns vorstellen“, sagt Schlößer.

Im Grunde sehe er da die Stadt in der Verantwortung. Sie müsse die T&C personell und finanziell besser ausstatten. Nach Information von Thomas von dem Bruch, Geschäftsführer der Rheinland Tourismus GmbH, verzeichnete der Bonner Hotelmarkt im Zeitraum von 2007 bis 2017 eine im Wesentlichen konstante Anzahl an Betrieben (94 beziehungsweise 95 Betriebe), aber einem überproportionalen Anstieg der Betten, deren Zahl von 7565 auf 9015 Betten stieg. Für den Zeitraum bis 2020 sei ein weiterer Anstieg auf 10.165 Betten zu erwarten. Die strukturellen Verschiebungen fielen zumeist zugunsten größerer Betriebe aus und zwar der Marken- und Kettenhotellerie. Den steigenden Anteil der Marken- beziehungsweise Kettenhotellerie prognostiziert die Rheinland Touristik in Bonn von 37 Prozent in 2007 auf 56 Prozent im Jahr 2020.