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Mehr Impfungen pro Tag: Bonner Impfzentrum erhöht Kapazitäten auf 1800 Termine

Mehr Impfungen pro Tag : Bonner Impfzentrum erhöht Kapazitäten auf 1800 Termine

Das Bonner Impfzentrum hat zwei neue Impfstraßen eröffnet. Jeden Tag werden nun 1800 Menschen immunisiert. Für Warteschlangen sorgt die Registrierung, die durch verschiedene Impfgruppen kompliziert wird.

Das Bonner Impfzentrum im WCCB läuft auf Hochtouren: Die kurzfristige Erweiterung des Impfangebots mit Astrazeneca hatte am Osterwochenende auch in der Bundesstadt den erwarteten Ansturm zur Folge. Die Impfungen für über 60-Jährige mit Astrazeneca begannen am Ostersonntag, die rund 7000 zur Verfügung stehenden Impf-Paare sind nahezu ausgebucht. Täglich finden 720 Astrazeneca-Impfungen im WCCB statt.

Die Feuerwehr eröffnete zu den bereits bestehenden acht Impfstraßen zwei weitere, sodass 1800 Termine pro Tag abgearbeitet werden konnten. Während viele Bonner Probleme damit hatten, über das überlastete Buchungsportal der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Termine zu vereinbaren, gab es im Impfzentrum einen Flaschenhals bei der Registrierung. Durch immer neue Impfgruppen, die nach Alter, Beruf oder auch Vorerkrankung eingeteilt sind und vom Land und der KV vorgegeben werden, zieht sich der Papierkram in die Länge. So sehr, dass es zu Warteschlangen vor dem Gebäude kam. Die Feuerwehr reagierte gewohnt pragmatisch: Damit niemand im Schneeregen stand, wurden Zelte aufgestellt. Laut Feuerwehrchef Jochen Stein ist man jedoch zuversichtlich, dass sich diese Wartezeiten bald wieder „einrütteln“. „Dann, wenn die Impfaktion mit Astrazeneca für die Menschen über 60 abgeschlossen ist und die Impfungen in den Arztpraxen beginnen.“

Viele verschiedene Impfgruppen sorgen für Papierkram

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Impfgruppen, die sich von Region zu Region unterscheiden. In Bonn sind in den 34 verschiedenen Berufsgruppen bisher etwa 15 800 Impfungen durchgeführt worden. Die restlichen noch etwa 1000 Termine sind weitgehend ausgebucht. Seit einer Woche läuft das städtische Impf-Angebot für Personen mit Vorerkrankungen, zunächst für Personen ab 70 Jahren, dann seit Mitte vergangener Woche ab 50 Jahren. Aktuell sind etwa 1800 Impfungen durchgeführt, fast alle verbleibenden 1200 Termine sind gebucht. Diese Sonderaktion, die aus übrig gebliebenen Kontingenten der Gruppe Ü-80 besteht, endet am 7. April. Danach können sich diese Personen in den Arztpraxen impfen lassen.

Bettlägerige Menschen der Pflegegruppen 4 und 5 mit maximal zwei Angehörigen werden derzeit durch mobile Teams zu Hause geimpft. Auch sie werden ab 7. April von Hausärzten betreut. Die Impfungen der über 80-Jährigen laufen bis Anfang Mai.

Termine für 79-Jährige ab Dienstag möglich

Ab Dienstag startet landesweit die Terminvereinbarung für Personen, die 79 Jahre alt sind, über die Kassenärztliche Vereinigung (www.116117.de und 0800/116 117 01). Die Impfungen beginnen ab Donnerstag. Buchung der Lebenspartner soll möglich sein. Die Stadt hat nach eigener Aussage Betroffene angeschrieben. Sollte man kein Schreiben erhalten haben, könne man dennoch Termine buchen.

Insgesamt sind in Bonn mit Stand Sonntagabend 4. April 56 670 Erstimpfungen durchgeführt worden.  Stand Montag gibt es in Bonn 752 bestätigte Coronavirus-Fälle. In den vergangenen sieben Tagen sind 418 Neuinfektionen aufgetreten. Die Inzidenz liegt bei 126,8. Nach wie vor handele es sich um ein diffuses Infektionsgeschehen, Schwerpunkte oder Ausbrüche gebe es laut Stadt nicht.

Aus Sicht des Stadtordnungsdienstes verliefen die Ostertage sehr ruhig. Es wurden lediglich 19 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung geschrieben. Die Menschen in der Bonner Innenstadt hielten sich an die Maskenpflicht und die Abstandsgebote. Am Donnerstag und am Samstag war die Fußgängerzone gut besucht, es gab Warteschlangen vor Testzentren und Geschäften.