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Dürre hat keine Chance: Bonner Initiative "Maxgarten" kümmert sich um Pflanzen

Dürre hat keine Chance : Bonner Initiative "Maxgarten" kümmert sich um Pflanzen

Anwohner im Bonner Norden beherzigen den städtischen Aufruf, sich bei Trockenheit und Hitze um öffentliches Grün zu kümmern. Vor zwei Jahren hat sich die Initiative "Maxgarten" zusammengeschlossen.

Die heißeste Zeit scheint vorbei zu sein. Garteninitiativen in Bonn können also durchatmen. Zwischenzeitlich hatte die Hitze Pflanzen so stark gefährdet, dass die Stadtverwaltung die Bürger zur Bewässerung aufgerufen hatte. Damit das Grün den Sommer übersteht, engagiert sich unter anderem die Initiative „Maxgarten“, die seit zwei Jahren den Spielplatz im Mackeviertel liebevoll gießt und pflegt. „Wir möchten Kinder für die Natur begeistern“, sagt Mitorganisatorin Lisa Meier. Dazu gehöre auch das gemeinsame Gießen mit ihrer zweijährigen Tochter Emmi.

Ende 2017 entwickelten Eltern im Mackeviertel die Idee, ein Gartenprojekt rund um den neu eröffneten Spielplatz zu starten. „Wir wollten verschiedene Generationen zusammenbringen“, erzählt Meier, „darunter auch kleine Kinder und Senioren.“ Mittlerweile stehen ein Sport-, ein Spielbereich und drei Hochbeete zur Verfügung, in denen etwa Erdbeeren, Bohnen, Salat und Kräuter wachsen. „In den letzten zwei Jahren ist sehr viel passiert“, sagt die 33-Jährige. Dass der Maxgarten weiter eine Attraktion für die Anwohner ist, verdanke man einem „bunten Haufen“ von etwa fünf Personen, die sich regelmäßig um die Anlage kümmerten. „Hier kann jeder seine Stärken einbringen“, sagt Meier. Als Spielplatzpatin ist sie auch Bindeglied zwischen Stadt und Bewohnern.

Regelmäßig kümmert sich die Initiative darum, dass das Grün in und um die Spielfläche genügend Wasser bekommt. Hitze und Trockenheit der vergangenen Monate hatten zu akutem Wassermangel geführt. Auch die Verwaltung hatte dazu aufgerufen, Pflanzen und Bäume in der Stadt zu wässern. Mehr als 40 bis 60 Kannen pro Gießtermin würden für die Pflanzen gebraucht, erklärt Edith Berkenkopf, die auch Teil des Teams ist.

Mehr Unterstützung von Stadt erhofft

Während der heißen Phase trafen sich die Engagierten teilweise jeden Tag. „Das sprengte eigentlich schon unsere Kapazitäten“, sagt Berkenkopf. „Wir können jede Unterstützung gebrauchen“, ergänzt Lisa Meier. Jeder könne bei der Maxgarten-Initiative seine Stärken einbringen. Würden die Pflanzen nicht gegossen, sehe es für die Grünflächen nämlich schlecht aus. „Dann würde hier gar nichts wachsen.“ Geholfen wird der Garteninitiative vom Quartiersmanagement des Mackeviertels. Seit Oktober ist die 27-jährige Aline Niski für den Maxgarten zuständig und dient als Impulsgeberin. Auch kleinere Anschaffungen bis zu 200 Euro könnte die Initiative über das an die Stadt angegliederte Büro beantragen. „es gibt kein eigenes Budget“, so Meier.

Über den Sommer haben Besucher des Spielplatzes zwischen Pflanzen, Spielgeräten und Sportangeboten aber eines vermisst: eine Wasserpumpe, die für den Garten eine „große Attraktion“ war, wie Meier sagt. Technische Defekte hatten dazu geführt, dass für die Kinder keine Wasserspiele in der Sonne möglich waren. „Das ist total schade“, sagt Meier.

Auch das Gießen der Pflanzen war nur durch die Unterstützung des gegenüberliegenden Maxhostels möglich, das „von Anfang an Partner“ des Projekts ist. „Das ist denen hoch anzurechnen“, lobt Berkenkopf. Von der Stadt hätten man sich aber mehr erhofft: „Wir fühlen uns da ein bisschen alleine gelassen.“ Vor einigen Tagen war es dann aber so weit: die Wasserpumpe konnte wieder in Betrieb genommen werden – zur besonders großen Freude von Emmi und ihren Freunden.