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Straßenmusikfest im Zentrum: Bonner Innenstadt: Klingt gut

Straßenmusikfest im Zentrum : Bonner Innenstadt: Klingt gut

Live-Musik, wohin man ging: Beim ersten Bonner Straßenmusikfest haben am Samstag viele lokale Bands die Stadt an mehreren Plätzen ein wenig bunter und lebendiger gemacht und bewiesen, dass auch der öffentliche Raum erfreulich gut klingen kann.

Im Bonner Loch sowie auf dem Bottler- und dem Marktplatz hatte das Kulturamt zusammen mit der Musikstation des Kleinen Muck, der Viertelbar und der Jazzbäckerei kleine Bühnen aufgebaut, auf denen von 14 bis 19 Uhr für Stimmung gesorgt wurde; dazu gesellte sich die Jazztube in den U-Bahn-Stationen Universität/Markt sowie Hauptbahnhof und am Abend der Alte Zoll. Jazz, Rock, Pop, Folk und Weltmusik - für jeden Geschmack war etwas dabei.

Im "Klanggrund" konnten sich Fans einer etwas härteren Gangart wohlfühlen. So ließ es die junge Bornheimer Formation "Wasted Future" mit ihrer Mischung aus Rock, Punk und Rap richtig krachen - wenn denn der Bass mitspielte. Die Stufen des Bonner Lochs waren vor allem mit jungen Menschen gefüllt, die gezielt die verschiedenen Bands unterstützen wollten, doch auch viele Passanten blieben stehen, um für ein paar Minuten zuzuhören.

"Ich finde diese Aktion klasse"

Auch Rolf Kewitz gehörte dazu. "Ich finde diese Aktion klasse", sagte er. "Vor allem freut mich, dass das Bonner Loch auf diese Weise aufgewertet wird. Sonst ist das ja eher ein Platz, den man meidet, aber heute kommen die Leute bewusst her."

Gute Stimmung herrschte auch am Bottlerplatz, wo Bands wie das türkische Indie-Folk-Duo Kent Coda oder das Bonner Kollektiv Blümchenknicker ganz entspannt dem Sommer eine Stimme gaben. "Ich werde wohl noch einige Zeit bleiben, die Musik hier interessiert mich am meisten", sagte Sabine Büttner, die kein Verständnis für potenzielle Lärmbeschwerden hat.

"Wir sind hier mitten in der Stadt, und zwar tagsüber. Da fände ich es albern, wenn sich jemand beschweren würde." Ähnlich sah es Ludwig Both, der sich für noch mehr Musik im öffentlichen Raum aussprach.

"Dieses Straßenmusikfest ist eine großartige Idee. Ich würde mir wünschen, dass es ein paar mehr Jam-Sessions geben würde, vor allem abseits von Blues und Jazz. Gerade im Sommer muss so etwas draußen stattfinden können", war der Student überzeugt.

"So etwas braucht Bonn einfach"

Auch Peter Suckow freute sich über die Belebung der Stadt. "So etwas braucht Bonn einfach", kommentierte der 70-Jährige, während er zusammen mit seiner Frau Albina der vielseitigen Gitarren-Musik des Café Gitane lauschte. "Wenn man ansonsten in die Stadt geht, ist man ja nach 20 Minuten mit dem Bummel fertig. Jetzt aber bleiben die Leute stehen uns lassen sich Zeit. Ich bin mir sicher, dass es gerade für die Gastronomie am Marktplatz sehr rentabel ist."

Eine Vermutung, die Eddy Hanné bestätigt: Der Kellner des Cafés und Restaurants Miebachs gesteht zwar, dass er die Musik nur am Rande mitkriege. "Aber ich weiß, dass sich viele extra wegen der Musik bei uns hingesetzt haben. Mir sind nur positive Reaktionen zu Ohren gekommen."

Das Straßenmusikfest hat seine Feuerprobe bestanden, zumal auch das Wetter mitspielte. Ab 19 Uhr verlagerte sich das Geschehen an den Alten Zoll, wo das Popcamp des Deutschen Musikrats das Trio Coucou sowie die faszinierende Bautzener Band Strandlichter präsentierte. Für den Abschluss des Tages sorgte die World Beat Party auf der MS Beethoven.