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Bonner Innenstadt: So viele Fußgänger sind im "Lockdown light" unterwegs

Messungen in der Fußgängerzone : So entwickelt sich die Zahl der Fußgänger in Bonn im „Lockdown light“

Mit dem „Lockdown light“ im November sollten die Kontakte im öffentlichen Raum reduziert werden. Doch wie hat das funktioniert? Ein Überblick über die Zahlen von Fußgängern, Radfahrern und Autos.

Nachdem die Bonner Fußgängerzone im ersten Lockdown im Frühjahr diesen Jahres wie leergefegt war, sind die Besucherzahlen im Laufe des Jahres wieder rasant angestiegen. Zwischenzeitlich war die Fußgängerzone in etwa von so vielen Passanten besucht wie vor der Corona-Krise. Mit dem „Lockdown light“ im November im Zuge dessen das öffentliche Leben mehr und mehr eingeschränkt und Kontakte im öffentlichen Raum minimiert wurden, sollte die Zahl der Corona-Neuinfektionen gesenkt werden. Doch hatten die Einschränkungen auch Einfluss auf die Zahl der Passanten in der Bonner Innenstadt?

Zahl der Passanten hat im November abgenommen

Aktuelle Daten aus der Bonner Innenstadt zeigen, dass der Appell der Politik, zu Hause zu bleiben, in Teilen Wirkung gezeigt hat. Der Blick auf die Bonner Einkaufsstraßen: Wurden in den ersten drei Oktoberwochen noch insgesamt 439.979 Passanten in der Sternstraße gezählt, waren es in den ersten drei Novemberwochen und somit zu Beginn des „Lockdown light“ nur 331.262.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auf der Bonner Poststraße ab. In den ersten drei Oktoberwochen waren hier noch 566.002 Menschen gemeldet worden. Im November waren im selben Zeitraum nur noch 438.273 Passanten unterwegs.

Noch deutlicher wird die Entwicklung, wenn man den Blick ein Jahr zurück wirft, beispielsweise in der Remigiusstraße. Während am Samstag, 23. November 2019 noch 66.469 Passanten gezählt wurden, waren es vergangenen Samstag (21. November) nur 30.853, also weniger als die Hälfte.

Anzahl der Fahrradfahrer bleibt ungefähr gleich

An der Zahl der Fahrradfahrer in Bonn lässt sich in 2020 kein großer Unterschied zum Vormonat Oktober konstatieren. Während im Oktober durchschnittlich 6738 Fahrradfahrer pro Tag die Kennedybrücke in Richtung Innenstadt und Beuel passierten, überquerten im November 6811 Fahrradfahrer die Brücke. Im November 2019 waren es pro Tag durchschnittlich 6.721 Räder.

Am Wilhelm-Spiritus-Ufer hat der Fahrradverkehr im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls zugenommen. Während im November vergangenen Jahres durchschnittlich 1824 Radler pro Tag Richtung Norden und Süden unterwegs waren, sind es im November diesen Jahres bereits 2439 Fahrräder pro Tag.

„Lockdown light“ reduziert Verkehr auf den Autobahnen

Die Verkehrsmenge auf den Autobahnen hat sich im „Lockdown light“ reduziert, wie Straßen.NRW Mitte November mitteilte. Während vor und in den Herbstferien die Verkehrsbelastung auf den Autobahnen das Vorjahres-Niveau beinahe erreicht habe, habe es im November rund 25 Prozent weniger Verkehr als im Vorjahr gegeben. Auch der üblicherweise nach den Herbstferien beginnende „Novemberstau“ sei weitgehend ausgefallen. „Zu dieser Zeit waren die Verkehrsstärken schon so weit reduziert, dass die üblichen Effekte kaum Auswirkungen hatten“, sagt Jan Lohoff, Leiter der Straßen.NRW-Mobilitätszentrale. Normalerweise kommen in den dunklen Jahreszeiten größere Abstände, eine vorsichtige Fahrweise und mehr Unfälle als Stauverursacher hinzu.

Im Vergleich zum Lockdown im Frühjahr, lässt sich der Rückgang im November allerdings als milde beschreiben: „Im Vergleich zur Entwicklung Ende März, als der Verkehrsrückgang auf den betrachteten Strecken bis zu 80 Prozent betragen hat, haben wir es derzeit mit nur einer leichten Delle zu tun“, erklärt Christopher Laux aus der Straßen.NRW-Verkehrszentrale in Leverkusen.

Grundlage der Passantenzahlen sind Messungen der hystreet.com GmbH mit Sitz in Köln. Das Kölner Start-Up führt mit Laserscannern an drei Standorten der Bonner Innenstadt rund um die Uhr Messungen durch. Das Radverkehrsaufkommen in Bonn misst das Technikunternehmen Eco-Counter. Derzeit sind in Bonn 15 Dauerzählstellen eingerichtet.