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Bonner Innenstadt: Zukunft des Cityrings ist unklar

Verkehrsführung in der Innenstadt : Zukunft des Bonner Cityrings ist unklar

Die Testphase für die Verkehrsführung des Bonner Cityrings läuft Ende März aus. Das ruft die Politik auf den Plan - und dort gibt es höchst unterschiedliche Vorstellungen, wie es weitergehen soll.

Kaum absehbar ist, wie es nach dem offiziellen Ende des Verkehrsversuchs mit dem Cityring weitergehen wird. Die Verwaltung hat aus wirtschaftlichen Gründen vorgeschlagen, den Versuch auch über den 31. März hinaus fortzusetzen, bis der Stadtrat Mitte Juni über das weitere Vorgehen entscheidet. Im März sollen weitere Verkehrszählungen stattfinden, die Ergebnisse sollen dann in den politischen Gremien diskutiert werden.

Die Stadt will den Versuch aber in zwei Fällen abwandeln: Zum einen schlägt sie die Aufhebung des Rechtsabbiegegebots für Autos aus südlicher Richtung von der Kaiserstraße in die Nassestraße vor – so sollen Verkehrsteilnehmer über eine Schleife wieder auf die Kaiserstraße gelangen. Die Grünen verfolgten das Ziel, die Strecke als Bypass zur B 9 unattraktiv zu gestalten. Zum anderen will die Verwaltung die Sperrung der Stockenstraße aufheben.

Zwei Änderungsanträge für den Stadtrat

Für den Stadtrat am Donnerstag werden nach bisherigem Stand zwei Änderungsanträge vorliegen. Bert Moll, planungspolitischer Sprecher der CDU, kündigte an, den Versuch bis auf die Regelung für Radfahrer auf der Kaiserstraße mit einer Spur für den Öffentlichen Personennahverkehr und einem eigenen Radweg Ende März enden lassen zu wollen. Damit wäre Autofahrern die Durchfahrt durch die Stockenstraße wieder gestattet und auch das Rechtsabbiegen vom Belderberg in die Rathausgasse wieder möglich.

Die Schleife an der Kaiserstraße habe sich nicht als zielführend erwiesen. „Wir haben den Bürgern versprochen, den Testbetrieb am 31. März zu beenden“, teilte Moll mit. Die CDU wolle, dass die Verwaltung prüft, ob und wie für Rathausgasse, Stockenstraße, Am Hof und auch die Wesselstraße eine Verkehrsberuhigung mit Tempo 20 möglich wäre. Einen Radweg entlang des Hofgartens hält die Fraktion für sinnvoll.

Die Grünen als Koalitionspartner wollen sowohl die Straße Am Hof als auch die Rathausgasse für den Fahrradverkehr freigeben. „Die bisherigen Maßnahmen des Verkehrsversuchs bezüglich der Rathausgasse, nämlich das Rechtsabbiegeverbot vom Belderberg und die Sperrung der Stockenstraße, vermindern maßgeblich den Autoverkehr in der Rathausgasse“, erklärte Fraktionssprecher Hardy Lohmeyer. Das sei eine gute Voraussetzung, um für Radfahrer eine attraktive Route vom Kaiserplatz zum Rheinufer zu schaffen. Dafür müsste die Busspur vor der Universität weg, Busse, Autos und Lieferverkehr müssten sich eine Spur zu teilen.