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Streit um VRS-Umsteigeverbot auf Kurzstrecken: Bonner Koalition will alte Ticket-Regelung zurück

Streit um VRS-Umsteigeverbot auf Kurzstrecken : Bonner Koalition will alte Ticket-Regelung zurück

Die verkehrspolitischen Sprecher der Bonner Koalition fordern nicht nur eine Aufhebung des Umsteigeverbots auf der Kurzstrecke. Sie wollen auch Tarifungerechtigkeiten zwischen den Kommunen beseitigen.

Die Bonner Koalition spricht sich für eine Rückkehr zur alten Regelung für das Kurzstreckenticket im öffentlichen Nahverkehr aus. Wie berichtet, war in der Verbandsversammlung des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) ein Umsteigeverbot beschlossen worden, dem alle Mitglieder der Verbandsversammlung zugestimmt hatten und das seit dem 1. Januar im gesamten VRS-Gebiet gilt. Mit dem Jahreswechsel dürfen bis zu vier Haltestellen (die Einstiegshaltestelle zählt nicht mit) nur noch auf einer Bahn- oder Buslinie zurückgelegt werden. Das hat bei Fahrgästen in Bonn und Köln für Unverständnis gesorgt, weil es einer versteckten Preiserhöhung gleichkomme.

Die verkehrspolitischen Sprecher von CDU, Grünen und FDP fordern nun nicht nur, das Umsteigen für Kurzstreckenfahrer wieder zu gestatten, sondern auch eine Tariflösung, die „die größten Tarifungerechtigkeiten zwischen den Städten und ihren Nachbarkommunen beseitigt“, so Bert Moll (CDU), Rolf Beu (Grüne) und Frank Thomas (FDP). Sie schlagen dazu „eine auf die Entfernung der Fahrtstrecke basierende Tarifierung als Grundlage vor“. Gerade durch den Gemeindegrenzen überschreitenden öffentlichen Nahverkehr komme es teilweise zu erheblichen Fahrpreisunterschieden zwischen 16 Cent und 1,90 Euro pro Fahrkilometer.

Chancen auf Aufhebung des Umsteigverbots stehen gut

Zudem regt das Trio spezielle Angebote für Touristen und Kongressgäste an. Mit diesen Vorschlägen soll sich der Planungsausschuss in seiner nächsten Sitzung befassen. Einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag haben die Koalitionäre eingereicht. Tarifänderungen sind allerdings keine reine Angelegenheit der Bonner Kommunalpolitik. Sie haben nur ein Mitspracherecht über die Verbandsversammlung. Die Aussichten, das Umsteigeverbot aufzuheben, stehen gut, da auch die Kölner Politiker von dem im vergangenen September gefassten Beschluss abrücken. Wie SWB-Sprecher Werner Schui auf GA-Anfrage mitteilte, werden sich die Stadtwerke bis zu einer weiteren Entscheidung „kulant“ im Umgang mit der immer noch gültigen Regel zeigen.