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Stadtblühen in der Altstadt: Bonner machen ihr Veedel schön

Stadtblühen in der Altstadt : Bonner machen ihr Veedel schön

Zum ersten Stadtblühen lockten am Samstag rund 45 Anwohner und Initiativen mit Bastelaktionen, Flohmarktständen und einem geführten Pflanzenspaziergang viele Bonner in die Altstadt.

Immer mehr Bewohner der Altstadt und des Mackeviertels pflegen die Beete im öffentlichen Raum. Aus kleinen „Müllkippen“ werden Kleinstgärten, die mit viel Hingabe und Kreativität begrünt werden. Zum ersten Stadtblühen lockten nun etwa 45 Anwohner und Initiativen mit Bastelaktionen, dem „bookbike“, Flohmarktständen und einem geführten Pflanzenspaziergang viele Bonner in die Altstadt.

Anlässlich des Straßenfestes fanden am Samstag auch kleine Straßenkonzerte von Musikern aus dem Stadtviertel statt. Die Idee zum Straßenfest hatte Organisatorin Lisa Seiler bereits im Winter. Finanzielle Unterstützung bekam sie durch den Quartiersfonds des Quartiersmanagements Mackeviertel, mit dem auch bewohnerschaftliche Projekte unterstützt werden.

„Schon Anfang letzten Jahres ist mir aufgefallen, dass immer mehr Bewohner in der Bonner Nordstadt ihre Baumscheiben begrünen. Ich weiß noch, wie die erste Anwohnerin der Adolfstraße mit ihren Kindern eines Tages die betonharte Erde bearbeitete, daraus tatsächlich lockeren Boden machte und den bepflanzte“, berichtete Seiler.

Schnell wurden auch andere Nachbarn angesteckt. Gerade im Lockdown seien so viele neue Beete entstanden. „Inzwischen müssten es über 100 Baumscheiben in der Altstadt und im Mackeviertel sein, die von Anwohnern und dem Arbeitskreis Grünes Mackeviertel bepflanzt wurden.“

Besonders im Frühjahr sollen die Beete Spaziergängern einen tollen Anblick bieten. „Weshalb das Fest eigentlich für Anfang Mai geplant war. Wegen des Lockdowns mussten wir es dann aber verschieben“, erklärte Seiler.

Das Stadtblühen fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Mit dem Fest erhofft sich die Organisatorin, dass noch mehr Menschen Baumscheiben begrünen oder die Begrünung mal wieder aufzufrischen. „Stadtblühen könnte neben Ständen und Aktionen auch ein Tag des gemeinsamen Gärtnerns sein. Das Quartiersmanagement bietet zu diesem Zweck zum Beispiel eine Pflanzentauschbörse an. Und der Arbeitskreis Grünes Mackeviertel, der bereits über 20 Beete bepflanzt hat, freut sich auch über neue Helfer.“

Seiler selbst hat vor ihrem Haus seit etwa einem Jahr begrünte Baumscheiben. Eine Nachbarin habe die Beete bepflanzt. „Ich selbst bin nicht wirklich eine gute Gärtnerin. Ich versuche meinen Beitrag zu einem grünen Wohnumfeld zu leisten, indem ich dieses Fest organisiere, Nachbarn von der AK Grünes Mackeviertel erzähle und Förderungen für Beetbegrünungen beantrage“, sagte Seiler.

Neben den Vorteilen für Pflanzen und Insekten sieht Seiler in begrünten Baumscheiben einen weiteren entscheidenden Vorteil: „Es sammelt sich deutlich weniger Müll an diesen Stellen. Einige der heute grünen Flecken waren vor ein paar Monaten noch Aschenbecher und Müllkippen.“

Zudem trugen die bepflanzten Baumscheiben zu einem schönen, sauberen Wohnumfeld bei, über das sich viele Anwohner freuen. „Gerade an den neuralgischen Partypunkten der Altstadt ist das eine enorme Verbesserung – und das auf eine einfache, friedliche Art.“ Der derzeitigen Verkehrssituation an der Viktoriabrücke weicht die Bonnerin übrigens mit dem Rad aus. „Ich fahre ausschließlich Fahrrad, habe keinen Führerschein, den Behelfsfahrradweg finde ich auch in Ordnung“, sagte Seiler.

Weitere Informationen zur Pflanzentauschbörse und eine Karte, in der die Baumscheiben eingezeichnet sind, findet man unter www.stadtbluehen.de