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Wettbewerb Jugend Forscht: Bonner Mathe-Student ganz vorn

Wettbewerb Jugend Forscht : Bonner Mathe-Student ganz vorn

Manche "Jugend-forscht"-Projekte sind so speziell, dass sie fast nur Fachleute verstehen können und selbst die sich schwertun, sofern sie sich nicht sorgfältig vorbereitet haben. Wie das von Nils Waßmuth.

Mit seinen "primitiven Nullteilern der Sedenionen" bekam er am Freitag den ersten Preis in der Kategorie Mathematik/Informatik beim Regionalwettbewerb Bonn/Köln in der Bonner Uni verliehen.

56 Kinder und Jugendliche zwischen neun und 19 Jahren traten einzeln oder gruppenweise in den nach Altersklassen unterteilten Wettbewerben "Jugend forscht" und "Schüler experimentieren" an. Alle hatten Schaubilder, Präsentationen oder Experimente vorbereitet. Manche, wie Stefan Minkov, Stefan Genchev und Simeon Indzhov vom Galabov-Gymnasium in der bulgarischen Hauptstadt Sofia sich sogar in feine Jackets geworfen. "Es geht ja auch darum, einen professionellen Eindruck zu hinterlassen, da muss man chic sein", sagte Stefan Minkov.

Der 19-jährige Nils Waßmuth, der an der Bonner Uni Mathematik studiert, fiel da völlig heraus. Auf der blauen Pinnwand hatte er weiße Plakate aufgehangen, die er mit seinen mathematischen Beweisen vollgeschrieben hatte. Wer eine individuelle Erklärung brauchte, bekam seine kleine Tafel zu sehen, die auf dem Tisch lag und bei Bedarf vollgeschrieben wurde. "Ehrlich gesagt ist mir nichts besseres für die Präsentation eingefallen, es ist sehr funktional", sagte er.

Das überzeugte die 18-köpfige Jury offensichtlich, auch fachlich. Bei seinen Erläuterungen musste er viel Fachwissen voraussetzen, "weil Mathematik ein so breites Feld" sei. Auf das Thema hatte ihn eine Freundin gebracht, vorher behandelte er es schon in seiner Facharbeit. "Ich habe über zwei Jahre immer phasenweise daran gearbeitet, richtig los ging es jetzt nach den Klausuren", erklärte Nils Waßmuth.

Auffällig viele, nämlich zwölf der insgesamt 30 Gruppen, kamen aus Bad Münstereifel. "Diese Schulen legen viel Wert auf 'Jugend forscht'", sagte Andrea Grugel von der Bonner Uni. Es gebe entsprechende Förderprogramme. Beispielsweise hat das Rösrather Freiherr-vom-Stein-Gymnasium eine eigene AG für den Wettbewerb und schickte diesmal drei Projekte ins Rennen. Seit vier Jahren wird der Regionalwettbewerb an der Uni ausgetragen und bezieht das gesamte Umland mit ein.

Bonn ist die erste und in NRW immer noch die einzige Hochschule, die dazu einlädt. "Sonst sind es eher Unternehmen wie Bayer in Leverkusen", so Grugel. Für die Universität sei es eine gute Möglichkeit, Hemmschwellen der Schüler abzubauen und Nachwuchs zu gewinnen. "Hier kommt jeder mit jedem ins Gespräch, die Öffentlichkeit ist ausdrücklich erwünscht."

Das schätzen die Jugendlichen, die sich während der Ausstellung austauschen können. Einige treten sogar mehrmals hintereinander an. Die Sieger kommen weiter in den Landeswettbewerb.