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Geschenk zum Dreikönigstag: Bonner Namen-Jesu-Kirche bekommt eine Krippe

Geschenk zum Dreikönigstag : Bonner Namen-Jesu-Kirche bekommt eine Krippe

Andreas Etienne sammelt seit über 60 Jahren Krippen. Der Leiter des Hauses der Springmaus besitzt rund 120 verschiedene figürliche Darstellungen der Weihnachtsgeschichte. Eine besondere hat er jetzt der Namen-Jesu-Kirche geschenkt.

Pünktlich zum Dreikönigstag sind Caspar, Melchior und Balthasar in die Namen-Jesu-Kirche eingezogen: Umgeben von Tempelsäulen stehen die drei Weisen aus dem Morgenland in prunkvollen Gewändern vor der Krippe, dem darin liegenden Jesuskind zugewandt. Die Krippe mit den großen Figuren hat die Namen-Jesu-Kirche als Geschenk von Andreas Etienne erhalten. Der Leiter des Hauses der Springmaus ist seit über 60 Jahren Krippensammler und besitzt rund 120 verschiedene figürliche Darstellungen der Weihnachtsgeschichte aus ganz Europa.

Das Ensemble, das er jetzt als Dauerleihgabe der Namen-Jesu-Kirche überlassen hat, ist ein Gipsabdruck eines Originals von Jakob Holtmann. Das Original hatte der Dombaumeister in den Jahren 1919 bis 1929 für den Dom Sankt Peter in Osnabrück geschnitzt. Auf einen der zahlreich angefertigten Gipsabdrücke war Etienne vor knapp 30 Jahren auf einer Krippenausstellung in der Eifel aufmerksam geworden: „Ich war gleich begeistert und hatte mir gesagt, die muss ich haben“.

Etienne traf sich daraufhin mit dem damaligen Besitzer, einem Heizungsmonteur, der die Krippe einige Jahre zuvor dem Küster der Krefelder Kirche abgekauft hatte. „Der Heizungsmonteur und der Küster hatten sich damals auf einen Kasten Bier geeinigt“, sagt Etienne lachend. Für einen vermutlich deutlich höheren Betrag hatte Etienne die Krippe schließlich dem Heizungsmonteur abgekauft, um sie daraufhin von einer Restauratorin aufarbeiten zu lassen.

Während die Figuren der original Krippe Holtmanns mehrmals übermalt wurden, sind die Figuren bei Etiennes Krippe noch in den Originalfarbtönen erhalten. Doch das war nicht der einzige Grund, weshalb der Kabarettist die Figuren unbedingt erwerben wollte: „Hier handelte es sich um eine ganz klassische, neugotische Krippe mit fein gemalten Gesichtern: Das war für mich die Vollendung meiner Kindheitserinnerungen“, berichtet Etienne.

Tatsächlich war er schon im Kindesalter fasziniert von der in Szene gesetzten Weihnachtsgeschichte. „Wenn ich ein Schäfchen zu meiner Krippe erhalten hatte, war dies für mich ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk“, berichtet er. Vor sieben Jahren hatte Etienne der Namen-Jesu-Kirche erstmals eine Krippe als Ausstellungsstück zur Verfügung gestellt. „Als ich gesehen habe, welche Freude die Kirchenbesucher an der Krippe hatten, beschloss ich, der Kirche jedes Jahr eine zur Verfügung zu stellen“, sagt Etienne.

Dass es sich dieses Jahr erstmals nicht um eine Ausleihe, sondern um eine Dauerleihgabe handelt – und zudem eine große Kirchenkrippe anstatt der kleineren Hauskrippe aufgestellt werden konnte – freut die Kirchengemeinde natürlich sehr. „Wir wissen die Schenkung sehr zu würdigen. Die Krippe gibt den Kirchenbesuchern ein Stück Geborgenheit und bietet ihnen die Möglichkeit des Innehaltens“, sagt Alexander Eck, Rektor Ecclesiae. Sehr zu schätzen weiß er auch die mühevolle Arbeit von Renate Chrispeels: Die Krippenbauerin hat die Figuren mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt, indem sie eine beeindruckende Kulisse mit Säulen und Ruinen gebaut hat. „Maria und Josef sind jetzt hier angekommen“, freut sich Chrispeels.

Am Freitag, 8. Januar, feiert die Namen-Jesu-Kirche um 18 Uhr einen Gottesdienst anlässlich des Dreikönigstages. Besucher werden gebeten, sich unter ☎ 02 28/ 38 92 83 30 anzumelden. Die Kirchenkrippe kann noch bis Mariä Lichtmess am 2. Februar besichtigt werden.