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Kooperation mit der Telekom: Bonner Nordstadt soll schnelles Internet bekommen

Kooperation mit der Telekom : Bonner Nordstadt soll schnelles Internet bekommen

Mit 250 Kilometern Glasfaserkabel wollen die Stadt und Deutsche Telekom Bonn zur „digitalen Vorzeigestadt“ machen. Für 12.300 Haushalte in der Nordstadt soll das Internet deutlich schneller werden.

„Das ist ein guter Tag für die Stadt“, war sich Oberbürgermeister Ashok Sridharan am Mittwoch sicher. Gerade hatte er im Stadthaus mit Telekom-Vorstand Timotheus Höttges eine Absichtserklärung zum Glasfaserausbau unterzeichnet. Inhalt: Für 12.300 Haushalte in der Nordstadt soll das Internet deutlich schneller werden.

„Man kehrt ja zuerst vor seinem eigenen Hof“, begründete Höttges den angestrebten Glasfaserausbau. Deshalb solle es in Bonn einen deutlichen Sprung nach vorne geben. Höttges: „Wir wollen, dass Bonn deutschlandweit in punkto Infrastruktur eine digitale Vorzeigestadt ist. Deshalb starten wir am Sitz des Telekom Konzerns mit Glasfaserausbau bis in die Wohnungen.“ Die Vorvermarktung soll im September beginnen, der Baubeginn sei für Anfang November geplant. Der Start für das schnellere Internet ist für den Jahreswechsel 2021/22 angesetzt. 250 Kilometer Glasfaserkabel sollen dafür noch verlegt werden.

Einer staatlichen Förderung bedürfe es nicht, so Höttges: „Wir machen das aus eigenen Mitteln.“ Deshalb wünscht sich der Manager, dass der Konzern durch den Ausbau viele neue Kunden gewinnen könne, die die Infrastruktur nutzen werden: „Wir hoffen, dass die Bürger sich nicht nur Digitalisierung wünschen, sondern die Digitalisierung auch nutzen werden.“

Neben den Tausenden Haushalten in der Nordstadt will die Telekom auch 54 Schulen mit Glasfasern ausstatten. Laut Höttges ist das auch dringend notwendig. „Gerade der Schulsektor hat in der Digitalisierung versagt“, urteilt er und ergänzt: „Die meisten Lehrer haben mit den Schülern nur E-Mail-Kontakt. Das ist ein Armutszeugnis für Deutschland.“ Als Anekdote am Rande erwähnte Höttges, dass die Telekom während der Corona-Krise den Schulen eine kostenlose Cloud zur Verfügung gestellt habe. 53.000 Lizenzen seien deutschlandweit kostenlos zur Verfügung gestellt worden. In Bonn hätten die Schulen dies NRW-weit am meisten genutzt. Für den Ausbau sei aber auch eine gute Zusammenarbeit mit der Politik notwendig. „Der größte Kostenfaktor beim Ausbau ist der Tiefbau“, so Höttges. 1,2 Meter müssten in der Regel tief gebaut werden, um die Glasfasern zu verlegen. Höttges würde den Ausbau mit Blick auf die Kosten am liebsten mit einem Trenching-Verfahren vorantreiben. Anstatt eines Baggers komme dabei eine spezielle Fräsmaschine zum Einsatz, die nur einen schmalen Schlitz in den Boden schneidet. Danach werde die Fuge wieder mit stabilisierendem Beton zugegossen.