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Angriff mit Schreckschusswaffe: Bonner Pärchen soll 48-Jährigen ausgeraubt haben

Angriff mit Schreckschusswaffe : Bonner Pärchen soll 48-Jährigen ausgeraubt haben

Ein Räuberpärchen soll bei einem Überfall in Mehlem 1200 Euro erbeutet haben. Dabei verletzte der männliche Täter das Opfer mit einer Schreckschusswaffe.

Am Abend des 17. Dezember vergangenen Jahres gegen 19 Uhr klingelte es an der Wohnungstür eines 48-jährigen Mehlemers. Der Wohnungsinhaber öffnete allerdings nicht selbst und ein Besucher, der für ihn die Tür aufmachte, muss nicht schlecht gestaunt haben: Er schaute nämlich direkt in eine sogenannte „Sido-Maske“ in Form eines silbernen Totenschädels ohne Unterkiefer. Neben dem Maskierten stand noch eine Frau und die beiden ungebetenen Gäste hatten es offenbar auf das Bargeld des 48-jährigen Wohnungsinhabers abgesehen.

Von diesem Szenario geht jedenfalls die Bonner Staatsanwaltschaft aus, voraussichtlich ab Anfang kommenden Jahres muss sich das Duo nun wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Bonner Landgericht verantworten, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag bestätigte. Im Zuge der Ermittlungen soll die Frau Hinweise darauf gegeben haben, dass das Opfer Kokain und Heroin aus der Wohnung heraus verkauft haben könnte.

Angreiferin sprüht Pfefferspray ins Gesicht des Opfers

Offenbar waren die beiden Angeklagten unvermittelt an dem verblüfften Besucher vorbei in das Wohnzimmer des Apartments gestürmt. Dort soll die Frau dem Hausherrn dann ohne weitere Vorwarnung Pfefferspray in das Gesicht gesprüht haben und ihn mit den Worten „Gib die Kohle her!“ zur Herausgabe von Bargeld aufgefordert haben. Außer dem Mann, der dem Räuberpaar die Tür geöffnet hatte, sollen sich zur dieser Zeit noch zwei weitere Besucher in der Wohnung aufgehalten haben. Einem von ihnen fiel laut Anklage plötzlich auf, dass der Mann mit der Maske offenbar bewaffnet war: „Der hat ’ne Knarre“, warnte er die Anwesenden und verließ mit den beiden anderen Besuchern fluchtartig die Wohnung.

Nun war das Räuberduo mit dem Opfer zwar alleine. Obwohl er wegen der Pfefferspray-Attacke nicht mehr viel sehen konnte, setzte sich der 48-Jährige aber mit einem offenbar bereitliegenden Teleskopstab zur Wehr und griff seinerseits den Maskenträger an. Der richtete daraufhin seine Waffe auf das Gesicht des Angreifers und drückte ab. Allerdings versagte die Waffe und es war nur das Klicken des Abzugs zu hören. Der zweite Schussversuch verlief ebenso erfolglos. Erst beim dritten Mal löste die Patrone aus. Zum Glück handelte es sich aber nur um eine Schreckschusswaffe und so kam das Überfallopfer im wahrsten Wortsinn mit einem blauen Auge davon.

Die Mittäterin nutzte wohl die Situation, um sich in der Zwischenzeit das auf dem Sofa liegende Portemonnaie des Opfers mit 1200 Euro in bar zu schnappen, gemeinsam trat das Pärchen dann die Flucht ins Treppenhaus an. Dort wurden später Blutspuren gefunden, die offenbar von dem männlichen Räuber stammen. Es handelte sich dabei wohl um die Folgen des Teleskopstock-Angriffs.

Offenbar meldete sich das Opfer erst zwei Tage nach der Tat bei der Polizei, wie ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft bestätigte. Er kenne die Frau schon länger, soll das Opfer den Ermittlern gesagt haben. Er habe 2500 Euro geerbt und die Frau habe wohl davon gewusst. Weil er aber selbst kein unbeschriebenes Blatt sei, habe er zunächst gezögert, zur Polizei zu gehen. Offenbar hatte der männliche Räuber seine Maske nach dem Überfall im Treppenhaus verloren. Mithilfe anhaftender Spuren konnte ihn die Polizei schließlich in diesem August ausfindig machen und verhaften.