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Bonner Personenschifffahrt fährt mit Einschränkungen - Touren ohne Stopps

Rheintouren erstmal ohne Stopps : Bonner Personenschifffahrt fährt wieder mit Einschränkungen

Die Bonner Personenschifffahrt hat am Freitag ihren Betrieb mit großen Einschränkungen wieder aufgenommen. Die Nachfrage ist an diesem Wochenende nur schleppend angelaufen.

Bedienen nur mit Mundschutz: „Es gibt Schlimmeres“, meinte eine Angestellte der Bonner Personenschifffahrt auf dem Schiff Moby Dick, während sie Getränkebestellungen zu Tischen auf dem Oberdeck brachte. Immerhin kann sie das jetzt wieder tun: Seit Freitag fahren die Schiffe wieder auf dem Rhein, wenn auch unter Auflagen. Für die Bonner Ursula Wittig und Heinz-Günter Hamann war das eine gute Sache, denn so konnten sie ihren Besuchern aus Thüringen, die noch nie auf dem Rhein waren, am Samstagvormittag Stadt und Umgebung von dieser besonderen Perspektive aus zeigen.

Wir machen das immer, wenn Besuch da ist“, sagten sie. Und einmal in der Saison auch so. „Dann fahren wir mit dem Fahrrad hin und mit dem Boot zurück.“ Das geht in diesem Jahr nicht: Die Schiffe legen am Brassertufer ab und auch nur dort wieder an – zumindest vorerst. Zwischenstopps sind noch nicht vorgesehen, man fährt nach Königswinter und zurück und genießt die Aussicht, die auch auf dieser kurzen Strecke schon schön ist.

Ein Halt in Königswinter ist laut Clemens Schmitz vom BPS-Vorstand der nächste Schritt, auf den man hofft. „Wir tasten uns ran.“ Zunächst bis Pfingsten verkehren nur die Moby Dick und die Poseidon regelmäßig. Je nach Anfrage können noch zwei weitere Fahrten hinzukommen. Und die Anfrage lief bei den Premierefahrten am Freitag nur schleppend. Gleich die erste Fahrt der Poseidon fiel mangels Fahrgästen aus. Aber es geht aufwärts. „Man sieht uns wieder“, so Schmitz. Damit würden auch die Buchungen zunehmen, Christi Himmelfahrt sei schon ganz gut angefragt.

Viele freie Tische an Bord der Moby Dick

An Bord der Moby Dick waren am Samstag um 11 Uhr noch viele der Tische frei. Sabine Wahl und Peter Boucsein hatten sich spontan entschieden mitzufahren. „Wir wollten eigentlich Anfang Mai nach Holland fahren.“ Das fiel aus, die Schifffahrt auf dem Rhein, die erste seit längerer Zeit, war ein kleiner Ersatz. Da nahmen sie auch die Einschränkungen in Kauf: Mund-Nasen-Schutz, den sie wenigstens an ihrem Tisch abnehmen durften, Angabe der Kontaktdaten beim Ticketkauf und Abstand halten.

Eigentlich waren zu wenige Passagiere auf dem Schiff: 20 bis 30 Personen müssten laut Schmitz schon mitfahren, damit sich so eine Fahrt rechnet. Statt der üblichen 200 Personen auf dem Oberdeck und ebenso vielen im Salon dürfen nur jeweils 90 Menschen dort mitfahren. Aber bei schönem Wetter wollten ohnehin alle nach oben, bei Regen dagegen nach unten. Mit anderen Worten: „Mehr als 90 Personen können wir effektiv nicht mitnehmen.“

Alles nicht leicht momentan, die Absage aller Feuerwerks-Events am Rhein macht es nicht besser, aber immerhin fahren die Schiffe wieder. Wer schon Tickets etwa für die Rhein-in-Flammen-Flotte gebucht hatte, wird aufs nächste Jahr umgebucht. Für andere bereits gebuchte Fahrten werden Gutscheine ausgebeben. Das vom Bundestag kürzlich geänderte Gutscheingesetz kommt der BPS zugute. Schmitz bittet um Verständnis. „Es ist in dieser Lage nicht einfach, Geld zu erstatten. Wir leben mit den Einnahmen auch über den Winter. Gleich zu Beginn einer Saison Gelder zurückzuerstatten, ist schwierig bis unmöglich.“

Bis einschließlich Pfingsten fährt die Moby Dick um 11 und 14 Uhr, die Poseidon um 10 und 13 Uhr ab, bei Bedarf werden nachmittags noch zwei weitere Fahrten der Filia Rheni und der Rheinprinzessin angeboten. Tickets können online gebucht werden: www.bonnschiff.de.