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„Augen auf und Tasche zu!“: Bonner Polizei klärt Passanten zu Taschendieben auf

„Augen auf und Tasche zu!“ : Bonner Polizei klärt Passanten zu Taschendieben auf

„Augen auf und Tasche zu!“ Unter diesem Motto steht die landesweite Aktionswoche der Polizei, bei der Beamte des Kriminalkommissariats Prävention und Opferhilfe am Freitag auf dem Bonner Münsterplatz Passanten informierten. Sie gaben Tipps gegen die Tricks von Taschendieben.

Es ist der „Klassiker“ wie Herbert Müller-Wrede schildert. Der Bonner war mit seiner Frau in einem Lokal in Köln, als sie feststellte, dass ihre Tasche samt Inhalt verschwunden ist.

„Sie hatte sie hinten am Stuhl hängen“, erzählte Müller-Wrede am Infomobil. Alles sei darin gewesen, Papiere und vor allem der Hausschlüssel. „Kaum auszudenken, dass wir in unserem Haus hätten überfallen werden können. Wir haben direkt die Schlösser austauschen lassen“, erzählte der Bonner. Heute behalte seine Frau ihre Handtasche immer im Auge. Am Informationsstand gab es für diesen Zweck eine handliche, ausklappbare Halterung, die an jeder Tischkante befestigt werden kann. Müller-Wredes Frau hat mittlerweile auch eine.

Für dem Leiter der Präventionsabteilung, Gerald Ohletz, ein typischer Fall. Taschen sollten nie unbeaufsichtigt oder außer Sichtweite aufbewahrt werden. Dies gelte auch für den bevorstehenden Sessionsstart. „Am besten lässt man die wichtigsten Dinge gleich zu Hause und trägt Bargeld, Handy und Schlüssel direkt am Körper“, rät der Kriminalkommissar. Dort, wo dichtes Gedränge herrsche, hätten Diebe oft ein leichtes Spiel. Und wenn Alkohol im Spiel sei, bemerkten die Opfer noch weniger von dem Diebstahl.

Zwar seien insgesamt die Delikte zahlenmäßig ein wenig zurückgegangen, aber wenn die Weihnachtsmärkte öffnen und die Fußgängerzonen im Vorweihnachtsgeschäft voller werden, seien auch die Diebe wieder stärker präsent. Aus diesem Grund, habe die Polizei die Aktionswoche gestartet.

Diebe wenden verschiedene Tricks an

Die Maschen seien immer dieselben. Sehr beliebt ist offenbar der Rolltreppentrick. „Die Diebe agieren oft in Teams. Einer drückt die Stopptaste an der Rolltreppe, ein anderer nutzt die Verwirrung und klaut wertvolle Gegenstände, oft Geldbörsen, aus Handtaschen und Rucksäcken“, schilderte Ohletz typische Tricks der Diebesbanden.

Klaus Müller hat genau so etwas erlebt, als er vergangenes Jahr mit einer Gruppe von zehn Personen in Rom gewesen ist. Einem Freund sei auf diese Weise die Geldbörse aus der Hosentasche geklaut worden. Ein Vorgang, der laut Ohletz auch in Bonn hätte passieren können.

Die Polizei rät deshalb grundsätzlich, Taschen immer nah am Körper zu tragen. Der Reißverschluss sollte auf jeden Fall geschlossen sein. Am besten bewahre man Dinge wie Geldbörse, Handy oder Ausweise in den Jackeninnentaschen auf. Tipps, die eigentlich bekannt sind. Und doch seien einige Passanten unachtsam oder die Diebe lassen sich immer neue Tricks einfallen. Sehr beliebt sei es auch, mit einem Stadtplan in der Hand nach dem Weg zu fragen. Während dieser Ablenkung komme ein Komplize und ziehe Portemonnaie oder Handy aus Hosen- und Handtaschen. Dies geschehe oft unbemerkt. Alles laufe in Sekundenschnelle ab.

Stefanie Fier, die „Gott sei Dank“ noch kein Opfer von Taschendieben war, passt nach eigenen Angaben auf. Am Stand informierte sie sich trotzdem. Auf einem der Tische lagen auch kleine Glöckchen, die sie sich interessiert anschaute. Am Reißverschluss oder der Geldbörse befestigt, mache es ein klein wenig Lärm, wenn sich jemand daran zu schaffen mache. Für Ohletz ist das Glöckchen auch „Gedankenstütze, besser auf seine Wertsachen aufzupassen“.