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Corona-Maßnahmen in Bonn und Umgebung: Bonner Schulen bleiben dicht

Corona-Maßnahmen in Bonn und Umgebung : Bonner Schulen bleiben dicht

Ausnahmen für den Präsenzunterricht sind für die Abschlussklassen zugelassen. Die Kindergärten bleiben geöffnet, wechseln aber in den eingeschränkten Pandemiebetrieb. Im Rhein-Sieg-Kreis startet an vielen Schulen der Wechselunterricht.

Die meisten Bonner Schüler werden ab Montag weiterhin daheim unterrichtet: Am Samstag hat das Land dem Antrag der Stadt auf eine Verlängerung des Distanzlernens bis auf Weiteres zugestimmt, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Eine Ausnahme gilt für Abschlussklassen und Schüler, die sich für die gymnasiale Oberstufe qualifizieren. Für den Präsenzunterricht will die Stadt eine Maskenpflicht auf den Schulgeländen und darum herum einführen.

Grund für das Nachgeben der Landesregierung dürfte der weiter steigende Inzidenzwert sein. Am Sonntag lag er für Bonn nach Auskunft der Stadt bei 196,3. Damit gelangte er in die Nähe der 200er-Marke. Ab dieser Grenze will der Bund in dieser Woche eine Notbremse beschließen, ab der sowohl Schulen als auch Kindergärten geschlossen werden beziehungsweise in einen Notbetrieb wechseln sollen.

Dem Wunsch des Bonner Krisenstabs, die Kindertagesstätten zu schließen und auf einen Notbetrieb für Eltern umzustellen, wenn beide in systemrelevanten Berufen arbeiten, gab das Land nicht nach. In den Kitas gilt nun ein eingeschränkter Pandemiebetrieb, in dem Gruppen feste Räume zugeordnet werden und die wöchentliche Betreuungszeit um zehn Stunden reduziert wird. Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner appellierte an die Eltern, ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu behalten. Zugleich rief sie Arbeitgeber auf, den Angestellten die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen, wo immer das möglich sei. Die Fraktionsspitzen im Stadtrat von Grünen, CDU, SPD, FDP, Linken und Volt haben am Samstag in einem Brief an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann die Forderung nach einer Schließung von Schulen und Kitas bekräftigt. Sie begründeten ihren Appell mit den hohen Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen (siehe Kasten).

Etliche weiterführende Schulen im Rhein-Sieg-Kreis starten diese Woche mit Wechselunterricht. Das geschieht teilweise im wöchentlichen Wechsel oder täglich im Stundenblock. Schulleitungen haben Eltern auch darauf hingewiesen, dass Schüler, die sich nicht testen lassen, vom Präsenzunterricht ausgeschlossen werden. Viele Lehrer sehen die Abiturprüfungen gefährdet, weil die neue Vorgabe des Robert-Koch-Instituts vorsieht, dass komplette Klassenverbände in Quarantäne müssen, wenn es einen positiven Fall gibt. Der Leiter des Albert-Einstein-Gymnasiums in Sankt Augustin, Michael Arndt, hält „die ordnungsgemäße Durchführung der Abiturprüfungen 2021“ auch deshalb für „stark gefährdet“, weil die Sporthalle am Campus Niederpleis bis auf Weiteres nicht genutzt werden dürfe. Wie es aufgrund der stetig steigenden Inzidenzwerte im Rhein-Sieg-Kreis weitergehen wird, berät an diesem Montag der Krisenstab. Der Inzidenzwert im Kreis ist im Gegensatz zu Bonn noch weit von der 200er-Marke entfernt.