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Investition in digitale Infrastruktur: Bonner Schulen sollen alle Breitbandnetz bekommen

Investition in digitale Infrastruktur : Bonner Schulen sollen alle Breitbandnetz bekommen

Die Stadt Bonn will acht Millionen Euro aus einem NRW-Förderprogramm in den digitalen Ausbau ihrer Schulen stecken. Auch der Austausch der Sicherheitsserver ist Bestandteil des Programms.

54 Millionen Deutsche ab 14 Jahren nutzen laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom ein Smartphone. Das entspricht 78 Prozent der Bevölkerung – Tendenz steigend. Zahlen, die den digitalen Wandel deutlich bezeugen. Ein Ort, an dem digitale Geräte oftmals bislang nur verbotenerweise benutzt werden, sind Klassenräume. Digitale Inhalte sind eine Seltenheit, das klassische Schulbuch noch immer der Standard.

Auch, weil den Lehrkräften oft keine andere Wahl bleibt. Um das in Bonn zu ändern und die digitale Infrastruktur in den Schulen auszubauen, will die Stadt jetzt bis zu acht Millionen Euro in die Hand nehmen. So sieht es ein städtisches Konzept vor, über das der Rat am Donnerstag entscheiden wird. „Die Welt wird immer digitaler, da dürfen die Schulen nicht bei der Kreide bleiben“,kommentiert der Schulausschussvorsitzende Tim Achtermeyer (Grüne) den Vorstoß.

Stadt ist auf Landesmittel angewiesen

Die Mittel stammen aus dem knapp 30 Millionen Euro starken Topf, den die Bundesstadt vom Land NRW im Rahmen des Förderprogramms „Gute Schule 2020“ erhalten hat. „Ich begrüße das sehr, denn in Anbetracht der knappen Haushaltslage weiß ich nicht, ob wir sonst in die Digitalisierung investieren könnten. Dinge wie Inklusion gehen da vor“, so Achtermeyer. Durch die Mittel kann die Stadt als Schulträger laut Vizestadtsprecher Marc Hoffmann nun in eine moderne, zukunftsorientierte und leistungsstarke IT-Infrastruktur investieren.

Ziel sei es, eine grundsätzliche, flächendeckende und nachhaltige Verbesserung der Situation der Schulen Bonns zu erreichen. Denn: „Der digitale Wandel wird dazu führen, dass digitale Schlüsselkompetenzen und Querschnittsqualifikationen für das Leben, Lernen und Arbeiten in der digitalen Welt entlang des gesamten Bildungsweges und in allen Fächern erworben werden müssen“, so Hoffmann. Neben Schreiben, Lesen und Rechnen würden Medienkompetenz, Anwendungs-Know-how und informatische Grundkenntnisse immer wichtiger werden und in Kürze zu einer selbstverständlichen Kulturtechnik werden. „Hierzu sollen im Unterricht aller Bildungsgänge, Schulstufen und Fächer digitale Aspekte fachlicher Kompetenzen aufgegriffen und dazu in allen künftigen Bildungs- und Lehrplänen verankert werden“, so Hoffmann.

Sicherheitsserver vor Austausch

Um den Weg dafür zu bereiten, sollen laut dem Sprecher alle Schulen an das Breitband-/Glasfasernetz angeschlossen werden sowie die notwendigen Lan-/Wlan-Ausstattungen geschaffen werden – für jährlich bis zu 1,5 Millionen Euro. Weitere Mittel bis zu 500 000 Euro jährlich sollen zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur eingesetzt werden: „In einem ersten Schritt sollen die Sicherheitsserver an den Schulen ausgetauscht werden“, so Hoffmann.

Erste sogenannte „Teststellungen“ zur vollständigen Versorgung eines Schulstandorts mit Wlan laufen bereits – etwa an der Beueler Gesamtschule. Dass das an einer weiterführenden Schule passiert, kommt nicht von ungefähr. Zunächst, so die Stadt, baue man die Infrastruktur der Berufskollegs und der weiterführenden Schulen aus, ehe im nächsten Schritt die Grundschulen folgten.

Darüber, was zusätzlich an Hardwarekomponenten angeschafft werden soll, kann Hoffmann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen: „Das hängt insbesondere von dem zu erstellenden städtischen Medienkonzept ab, das derzeit verwaltungsintern weiterentwickelt wird.“ Aktuell stelle das Medienzentrum einzelnen Schulen im Rahmen der Teststellung versuchsweise iPads für den Unterricht zur Verfügung.

Mit der Anpassung der Infrastruktur und der Anschaffung von Hardware ist es für Achtermeyer aber nicht getan: „Das Land muss sehen, dass die Lehrkörper auch mit den digitalen Geräten umgehen können.“ Viel Hoffnung setzt er dabei auch in die neue NRW-Landesregierung, die den digitalen Wandel in den Schulen seiner Meinung nach weiter vorantreiben müsse.